GebÀudeversicherung im Griff
mit vergleichen24.de

GebÀudeversicherung

Warum lohnt sich der Abschluss einer GebÀudeversicherung?

Das eigene Heim stellt fĂŒr die meisten Menschen den materiell wertvollsten Besitz dar und wird regelmĂ€ĂŸig gehegt und gepflegt. Umso schlimmer, wenn das Zuhause durch ein unvorhersehbares Ereignis beschĂ€digt oder gar komplett zerstört wird: Infolge eines Rohrbruchs wird der gesamte Keller unter Wasser gesetzt. Ein Teil des GebĂ€udedaches wird durch ein starkes Unwetter abgedeckt. Unbekannte verwĂŒsten des Nachts die Hausfassade mit Graffiti. Oder ein Kabel schmort durch und löst einen Brand aus, der das Haus bis auf die Grundmauern niederbrennen lĂ€sst. Auch wenn es niemandem zu wĂŒnschen ist, kein Eigenheimbesitzer ist vor all diesen SchĂ€den gefeit – selbst dann nicht, wenn die besten Sicherheitsmaßnahmen und Vorkehrungen getroffen wurden.

Eine GebĂ€udeversicherung bietet zwar keinen Schutz vor dem Risiko eines Schadens, wohl aber kann die GebĂ€udeversicherung den EigentĂŒmer vor den finanziellen Auswirkungen schĂŒtzen, damit dieser die nötigen Kosten fĂŒr die Reparatur oder fĂŒr den Wiederaufbau des GebĂ€udes und die damit verbundenen Nebenkosten nicht aus eigener Tasche zahlen muss. Eine gute Absicherung mit einer GebĂ€udeversicherung ist daher jedem Eigenheimbesitzer bereits beim Einzug zu empfehlen, ganz gleich, ob das GebĂ€ude gebraucht gekauft, selbst gebaut oder auch vermietet wird. Der Beitrag fĂŒr die GebĂ€udeversicherung kann bei Vermietung dann ĂŒbrigens als Umlage auf die Miete draufgerechnet werden. Beachten Sie, dass bei der Finanzierung eines Hauses Kreditgeber sogar hĂ€ufig den Nachweis einer GebĂ€udeversicherung verlangen.

Nicht selten kommt es vor, dass ein WohngebĂ€ude auch gewerblich genutzt wird. Sollte der gewerbliche Anteil bei weniger als 50 Prozent liegen, dann reicht die Absicherung ĂŒber die WohngebĂ€udeversicherung. Bei einem höheren Anteil oder einer ausschließlichen gewerblichen Nutzung ist der Abschluss einer gewerblichen GebĂ€udeversicherung notwendig. Diese unterscheidet sich von der privaten GebĂ€udeversicherung im Wesentlichen von der Höhe der Deckungssumme und der des Beitrags.

 

Welche SchÀden sind im Rahmen einer GebÀudeversicherung mitversichert?

Eine GebÀudeversicherung deckt grundsÀtzlich SchÀden ab, die durch folgende drei Ursachen entstanden sind (als sogenannte verbundene GebÀudeversicherung):

  • Leitungswasser
  • Sturm und Hagel
  • Feuer, wie Explosion, Blitzeinschlag und Brand

Es handelt sich demnach um SchĂ€den, die durch das Haus selbst entstehen (zum Beispiel ein Wasserrohrbruch), aber auch von außen kommen (zum Beispiel ein Unwetter). Die meisten Versicherer einer GebĂ€udeversicherung sichern zusĂ€tzlich folgende Schadensursachen ab:

  • Einbruch und Vandalismus
  • Brandstiftung und Rauch
  • Flugzeuganprall beziehungsweise -absturz
  • umgestĂŒrzter Baum (sofern dieser gesund war)
  • Elementargefahren, wie Überschwemmungen, Lawinen, Erdrutsche oder Erdbeben (meist gegen Aufpreis)

Der Versicherungsumfang der GebÀudeversicherung umfasst dabei

  • das GebĂ€ude selbst: Dazu gehören Außenmauern, tragende WĂ€nde, Dach, Keller, Fundament sowie Fußböden.
  • das fest installierte Inventar: Dazu gehören die EinbaukĂŒche, sanitĂ€re Installationen und RolllĂ€den.
  • das fest installierte Zubehör: Dazu gehören Klingel, Briefkasten und Terrasse.
  • sĂ€mtliche NebengebĂ€ude (sofern sie gesondert in der Police aufgefĂŒhrt wurden): Dazu gehören eine Garage, Carport oder ein Gartenhaus.
  • die eingebaute Haus- oder Betriebstechnik: Dazu gehören Alarm- oder Klimaanlage und Gegensprechanlage.

 

Was sollte ich beachten, bevor ich eine GebĂ€udeversicherung abschließe?

Eine GebĂ€udeversicherung kann sowohl privat als auch gewerblich abgeschlossen werden. Wird von einer GebĂ€udeversicherung gesprochen, ist jedoch in der Regel eine WohngebĂ€udeversicherung, sprich eine private GebĂ€udeversicherung, gemeint. Eine gewerbliche GebĂ€udeversicherung wird meist als Firmen- oder BetriebsgebĂ€udeversicherung bezeichnet. Wichtig ist die Abgrenzung vor allem dann, wenn es sich um ein GebĂ€ude handelt, das sowohl privat wie gewerblich genutzt wird. Hierbei sollte genau ĂŒberprĂŒft werden, welche Art der Nutzung ĂŒberwiegt, um sich entweder fĂŒr eine WohngebĂ€ude- oder eine FirmengebĂ€udeversicherung zu entscheiden.

Damit es im Schadensfall nicht zu MissverstĂ€ndnissen und in der Folge zu einer Unterversicherung kommt, sollte bereits vor dem Abschluss einer GebĂ€udeversicherung genau ĂŒberprĂŒft werden, welche SchĂ€den versichert sind. Daher ist es ratsam, den Versicherungsschutz der GebĂ€udeversicherung von folgenden Versicherungen abzugrenzen:

  • Hausratversicherung beziehungsweise Betriebsinhaltsversicherung: Bei einigen Versicherern sind Hausrat- beziehungsweise Inhaltsversicherung mit einer GebĂ€udeversicherung als Versicherungspaket kombiniert. Die Hausratversicherung leistet bei SchĂ€den am privaten, die Betriebsinhaltsversicherung am gewerblichen Inventar, welches mit dem GebĂ€ude nicht fest verbunden ist, zum Beispiel Möbel und Gebrauchs- und WertgegenstĂ€nde.
  • Elementarschadenversicherung: Sofern sie nicht als Zusatzbaustein in die GebĂ€udeversicherung integriert werden kann, lĂ€sst sich mit einer Elementarschadenversicherung zusĂ€tzlich das Risiko einer Naturkatastrophe, zum Beispiel eine Überschwemmung, absichern.
  • Glasversicherung: Im Leistungsumfang einer GebĂ€udeversicherung sind Fenster nicht enthalten. Sollte Glas zerstört sein, bedarf es daher einer speziellen Glasversicherung. Einige Anbieter bieten die Glasversicherung ebenfalls als Zusatzbaustein einer GebĂ€udeversicherung mit an.
  • (Feuer-)Rohbauversicherung: Sollte am Rohbau des Hauses ein Schaden entstehen, bietet eine Rohbauversicherung Versicherungsschutz. Mit Fertigstellung und Bezugsfertigkeit des GebĂ€udes kann eine Rohbauversicherung automatisch in eine GebĂ€udeversicherung umgewandelt werden.
  • Photovoltaikversicherung: Wer Photovoltaik- oder Solaranlagen hat, sollte diese zusĂ€tzlich ĂŒber eine Photovoltaikversicherung abschließen, da diese nicht zum Leistungsumfang einer GebĂ€udeversicherung gehören.
  • private oder BetriebsHaftpflichtversicherung: Eine Haftpflichtversicherung leistet dann, wenn durch das GebĂ€ude einem Dritten ein Sach- oder Personenschaden entsteht. Die GebĂ€udeversicherung sichert ausschließlich SchĂ€den an der Immobilie ab, die dem Versicherungsnehmer selbst entstehen.

 

Welche Leistungen sind bei einer GebÀudeversicherung im Schadensfall mit inbegriffen?

Zum Versicherungsumfang einer GebĂ€udeversicherung gehört bei einem versicherten Schaden grundsĂ€tzlich die KostenĂŒbernahme fĂŒr die Reparatur oder den Wiederaufbau des beschĂ€digten oder zerstörten GebĂ€udes. Bei einem zerstörten GebĂ€ude werden die Kosten weder zum Zeit- noch zum Neuwert erstattet. Vielmehr ĂŒbernimmt die GebĂ€udeversicherung die Kosten zum sogenannten „gleitenden Neuwert“. Der Betrag ist so bemessen, dass damit eine aktuelle Neuerrichtung möglich ist, um den vorherigen Zustand wiederherstellen. Der gleitende Neuwert, sprich die Deckungssumme, passt sich somit den jeweiligen Marktgegebenheiten an.

In der Regel gehören zum Leistungsumfang einer GebĂ€udeversicherung weitere Kosten, die infolge von BeschĂ€digung oder Zerstörung eines GebĂ€udes entstehen können, je nach Anbieter zum Beispiel die Kosten fĂŒr

  • den Abriss
  • die AufrĂ€umarbeiten und Schuttbeseitigung
  • die Übernachtungs- und Hotelkosten (sollte das Wohnhaus nicht mehr bewohnbar sein)
  • die Anmietung von ErsatzrĂ€umlichkeiten (bei einer gewerblichen GebĂ€udeversicherung)
  • einen Gutachter
  • entstandene UmweltschĂ€den
  • FolgeschĂ€den, die zum Beispiel durch Löschwasser entstehen
  • AusfĂ€lle der Mieteinahmen
  • GebĂŒhren fĂŒr Genehmigungen

 

Welche Leistungen sind bei einer GebÀudeversicherung im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Sowohl bei einer privaten wie auch gewerblichen GebÀudeversicherung besteht kein Anspruch auf Leistungen bei SchÀden infolge von

  • vorsĂ€tzlicher Handlung und arglistiger TĂ€uschung des Versicherungsnehmers (zum Beispiel Brandstiftung).
  • Sturm, der laut Deutschem Wetterdienst unter WindstĂ€rke acht lag.
  • Kurzschluss- und ÜberspannungsschĂ€den.
  • Krieg, innerer Unruhe und Terrorakten.
  • Kernenergie.
  • einem Feuer, das durch einen Kamin oder selbst angezĂŒndete GegenstĂ€nde verursacht wurde.
  • Feuer ohne installierten Rauchmelder.

GrundsĂ€tzlich fĂŒhrt bei der GebĂ€udeversicherung auch ein Schaden aufgrund von grober FahrlĂ€ssigkeit zu einer Leistungsverweigerung. Möglich ist es jedoch, diesen Leistungsausschluss in Form eines „Verzichts der Einrede auf grobe FahrlĂ€ssigkeit“ bis zu einem maximalen Betrag von 10.000 Euro aus der Versicherungspolice der GebĂ€udeversicherung zu streichen. Denn: Ein kleiner unbedachter Fehler kann schnell passieren und zu einem grĂ¶ĂŸeren Schaden am GebĂ€ude fĂŒhren. Dies ist beispielsweise bereits der Fall, wenn bei frostigen Temperaturen die Heizung beim Verlassen des Hauses abgedreht wurde und es dadurch zu einem Rohrbruch kommt.

In Abgrenzung zu anderen Versicherungen erbringt die GebÀudeversicherung weiterhin keine Leistungen bei folgenden SchÀden (sofern sie nicht als Zusatzbaustein in den Versicherungsumfang integriert sind):

  • SchĂ€den, die am Rohbau eines GebĂ€udes geschehen (versicherbar ĂŒber die Rohbauversicherung)
  • SchĂ€den am nicht fest installierten Inventar (versicherbar ĂŒber die Hausrat- oder Betriebsinhaltsversicherung)
  • SchĂ€den an Fenstern / Glasbruch (versicherbar ĂŒber die Glasversicherung)
  • SchĂ€den an Solar- und Photovoltaikanlagen (versicherbar ĂŒber die Photovoltaikversicherung)
  • ElementarschĂ€den, zum Beispiel WasserschĂ€den durch Überschwemmung und Grundwasser (versicherbar ĂŒber die Elementarschadenversicherung)
  • Sach- und PersonenschĂ€den von Dritten (versicherbar ĂŒber die Betriebs- oder private Haftpflichtversicherung)

 

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Sobald ein Schaden am GebĂ€ude auftritt, der ĂŒber die GebĂ€udeversicherung versichert ist, gilt es fĂŒr den Versicherungsnehmer schnellstmöglich zu handeln. ZunĂ€chst steht er in einer gesetzlichen Schadensminderungspflicht und sollte dafĂŒr Sorge tragen, den Schaden so gering wie möglich zu halten, damit er kein grĂ¶ĂŸeres Ausmaß annimmt. Hierbei gilt jedoch das oberste Gebot, dass Sie weder sich noch andere bei diesen Maßnahmen in Gefahr bringen. WĂ€hrend ein kleiner Brand noch möglicherweise einzudĂ€mmen ist, muss ein großes Feuer nicht selbst gelöscht werden. SelbstverstĂ€ndlich sollte jedoch sein, die Feuerwehr zu rufen.

Achten Sie zudem darauf, dass Sie die Schadenssituation möglichst nicht verĂ€ndern, damit ein SachverstĂ€ndiger oder Gutachter den Schaden eingehend prĂŒfen, rekonstruieren und im besten Fall sogar die Ursache des Schadens ermitteln kann. Eine möglichst genaue Dokumentation des Schadens trĂ€gt dazu bei, dass Zweifel von Seiten der GebĂ€udeversicherung erst gar nicht entstehen und es zu einer schnellen Schadensregulierung kommt. Wer den Ist-Zustand aus vertretbaren GrĂŒnden nicht belassen kann, dem ist jedoch zu empfehlen, diesen anhand von Fotos zu dokumentieren und beschĂ€digte GegenstĂ€nde aufzubewahren. Beachten Sie, dass Sie im Falle eines Sturmschadens selbst in der Verpflichtung stehen, diesen nachzuweisen. Als Beweis eignet sich beispielsweise die Windmessung des Deutschen Wetteramtes.

Die Schadensmeldung bei der GebĂ€udeversicherung sollte dann unverzĂŒglich erfolgen: In der Regel bieten die Versicherer dafĂŒr eine spezielle Schadenshotline, die rund um die Uhr und kostenlos zur VerfĂŒgung steht. Ein Versicherungsexperte am Telefon gibt bei Bedarf zusĂ€tzliche Anweisungen zur Schadensminderung. Machen Sie möglichst detaillierte Angaben zum jeweiligen Schaden: Wann und wie hat sich der Schaden ereignet? Wie groß ist das Ausmaß und was ist die Ursache des Schadens?

ZusĂ€tzlich zur Schadensmeldung können Sie bei kleineren SchĂ€den die Reparaturrechnung einreichen. Sollte der Schaden grĂ¶ĂŸer sein, dann verlangen die Versicherer in der Regel einen Kostenvorschlag, der einer Genehmigung bedarf. Sie können darĂŒber hinaus davon ausgehen, dass bei einem Schaden grĂ¶ĂŸeren Ausmaßes grundsĂ€tzlich ein SachverstĂ€ndiger hinzugezogen wird, damit dieser ĂŒberprĂŒfen kann, ob tatsĂ€chlich Versicherungsschutz besteht und um beispielsweise Vorsatz oder Versicherungsbetrug auszuschließen. Bei einem Totalschaden des GebĂ€udes kann die jeweilige Schadensregulierung durchaus etwas mehr Zeit fĂŒr die genaue Ermittlung der Schadenssumme, die bereit gestellt werden muss, in Anspruch nehmen.

 

Wann setzt der Versicherungsschutz der GebÀudeversicherung ein?

Nach dem erfolgreichen Abschluss der GebÀudeversicherung und der Zahlung der ersten BeitragsprÀmie beginnt bei fast allen Anbietern eine Wartezeit von etwa zwei bis vier Wochen. Erst nach Ablauf der Wartezeit haben Sie im Falle eines Schadens Anspruch aus Leistungen aus der GebÀudeversicherung. Ein rechtzeitiger Abschluss noch vor Einzug in das neue Haus ist daher jedem zu empfehlen. Die Wartezeit entfÀllt jedoch, wenn

  • bereits vorher einer Rohbauversicherung bestand, die lĂŒckenlos in eine GebĂ€udeversicherung ĂŒbergeht.
  • der Anbieter der GebĂ€udeversicherung zeitlich lĂŒckenlos gewechselt wird.

Wird die Immobile verkauft, dann wird die GebĂ€udeversicherung automatisch auf den neuen EigentĂŒmer ĂŒbertragen, um einen lĂŒckenlosen Versicherungsschutz zu gewĂ€hrleisten. Der neue Besitzer kann die GebĂ€udeversicherung dann jedoch mit der Frist von einem Monat kĂŒndigen, zum Beispiel um sich einen neuen Anbieter fĂŒr die GebĂ€udeversicherung zu suchen.

 

Wie hoch sollte die Deckungssumme der GebÀudeversicherung sein?

Die Deckungssumme fĂŒr die GebĂ€udeversicherung kann mithilfe verschiedener Verfahren ermittelt werden: Bei dem WohnflĂ€chentarif ist die Deckungssumme analog dem Wert des Neubaus, welcher sich anhand der GrĂ¶ĂŸe des Hauses und der Ausstattung ergibt. Da die Entwicklung der jeweiligen Baukosten beim WohnflĂ€chentarif nicht berĂŒcksichtigt wird, kann die Deckungssumme nach einigen Jahren zu gering ausfallen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Wertgutachten, bei dem der Verkehrswert des Hauses von einem SachverstÀndigen ermittelt und als Deckungssumme festgelegt wird. Da sich auch dieser Verkehrswert im Laufe der Jahre verÀndern kann, besteht hierbei ebenfalls das Risiko einer Unterversicherung.

In der Regel wird die Deckungssumme fĂŒr die GebĂ€udeversicherung daher ĂŒber den sogenannten gleitenden Neuwert errechnet, da dieser die zeitliche Wertentwicklung des GebĂ€udes berĂŒcksichtigt. FĂŒr die optimale Kalkulation werden folgende zwei GrĂ¶ĂŸen herangezogen:

  • der Wert 1914: Hierbei wird anhand der bewohnten FlĂ€che, der BauausfĂŒhrung sowie des GebĂ€udetyps berechnet, wieviel die Immobilie im Jahr 1914 in Goldmark gekostet hĂ€tte. Das Basisjahr 1914 wird dabei als neutrale VergleichsgrĂ¶ĂŸe genommen, da in diesem Jahr nach Expertenmeinung in Deutschland noch ein stabiler Baumarkt bestand.
  • der Baupreisindex: RegelmĂ€ĂŸig vom Statistischen Bundesamt herausgegeben zeigt der Baupreisindex die Entwicklung der Kosten in der Baubranche.

Der gleitende Neuwert und damit die Deckungssumme fĂŒr die GebĂ€udeversicherung ergibt sich dann aus einer Kombination des Werts 1914 und des Baupreisindexes. Damit ist gewĂ€hrleistet, dass die Deckungssumme zu jedem Zeitpunkt genauso hoch ist, wie fĂŒr den Wiederaufbau des GebĂ€udes nötig ist. SĂ€mtliche anfallenden Kosten sind damit stets gedeckt. Wundern Sie sich nicht, wenn der gleitende Neuwert unter dem des Kaufpreises der Immobile liegt, da hierbei keine standortbestimmenden Faktoren, wie die Lage oder die Infrastruktur BerĂŒcksichtigung finden. Auch der GrundstĂŒckspreis spielt beim gleitenden Neuwert keine Rolle.

Neben der Deckungssumme fĂŒr Reparaturen oder den Wiederaufbau der Immobile gibt es bei der GebĂ€udeversicherung zusĂ€tzlich eine fĂŒr die Zusatzleistungen, zum Beispiel Übernachtungskosten im Hotel, Kosten fĂŒr MietausfĂ€lle oder fĂŒr AufrĂ€umarbeiten. Je nachdem, wie umfangreich dieses Leistungsangebot vereinbart wird, fĂ€llt entsprechend auch die Höhe dieser Deckungssumme aus.

 

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur GebÀudeversicherung berechnet?

Die Höhe des Beitrags fĂŒr die GebĂ€udeversicherung wird maßgeblich vom gleitenden Neuwert bestimmt. Anhand folgender Formel wird der Beitrag berechnet:

Beitrag der GebÀudeversicherung: gleitender Neuwertfaktor x Wert 1914 x Beitragssatz / 1000

Der Beitragssatz wird vom jeweiligen Anbieter festgelegt und kann daher mal höher, mal niedriger ausfallen. Da der Neuwertfaktor bedingt durch den Baupreisindex keine feste GrĂ¶ĂŸe ist, sondern stĂ€ndigen Schwankungen unterliegt, ist auch der Beitrag fĂŒr die GebĂ€udeversicherung keine konstante GrĂ¶ĂŸe und kann regelmĂ€ĂŸig angepasst werden.

DarĂŒber hinaus gibt es weitere Faktoren, die den Beitrag der GebĂ€udeversicherung beeinflussen, zum Beispiel

  • die Deckungssumme fĂŒr die zusĂ€tzlich vereinbarten Leistungen
  • die Höhe einer möglichen Selbstbeteiligung
  • die ZahlungsmodalitĂ€ten
  • die Laufzeit der Police
  • Versicherungspakete mit anderen Versicherungen, zum Beispiel Glasversicherung oder Hausratversicherung
  • das Risikopotential fĂŒr einen Schaden, zum Beispiel bedingt durch den Standort (Hochwassergebiet etc.)

 

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der GebĂ€udeversicherung fĂŒr mich?

Der Vergleich einer GebĂ€udeversicherung lohnt sich vor allem vor dem Hintergrund, einen Tarif zu finden, der zu einem möglichst gĂŒnstigen Beitrag einen bedarfsgerechten, ausreichenden Leistungsumfang bietet. Die BeitrĂ€ge der einzelnen Anbieter können bei gleichen Voraussetzungen sogar um bis zu hundert Euro variieren– das hat ein Test der Verbraucherorganisation Stiftung Warentest im Jahr 2015 ergeben.

FĂŒr einen umfassenden Vergleich stehen zum Beispiel diverse Online-Tarifrechner zur VerfĂŒgung. Nach Angabe Ihrer persönlichen Daten im Hinblick auf das GebĂ€ude, wie Baujahr, Standort, FlĂ€che, GebĂ€udetyp und Bauartklasse, sowie Ihren Anforderungen zum Leistungsumfang, zur Laufzeit und zu den ZahlungsmodalitĂ€ten ermittelt der Vergleichsrechner eine ĂŒbersichtliche Auflistung sĂ€mtlicher in Frage kommender Tarife sortiert nach Preis und Leistung. Der Service des Tarifrechners ist nicht nur schnell und ĂŒbersichtlich, sondern auch kostenlos, anonym und unverbindlich. Ein direkter Online Abschluss ist in der Regel möglich.

 

Kann ich die VersicherungsbeitrÀge von der Steuer absetzen?

Im Hinblick auf die steuerliche Absetzbarkeit der BeitrĂ€ge fĂŒr die GebĂ€udeversicherung gilt es zunĂ€chst zu unterscheiden, ob es sich um eine private oder um eine gewerbliche GebĂ€udeversicherung handelt.

Bei der privaten GebĂ€udeversicherung unterliegen die BeitrĂ€ge keiner steuerlichen VergĂŒnstigung. Sie gelten nicht als Vorsorgeaufwendungen, sondern dienen dazu, das private Vermögen zu schĂŒtzen und können nicht steuerlich abgesetzt werden. Anders verhĂ€lt es sich jedoch bei vermieteten Immobilien: In dem Fall gelten die BeitrĂ€ge als Werbungskosten (gemĂ€ĂŸ § 9 EStG) und werden als solche bei der Steuer geltend gemacht. Wer die BeitrĂ€ge der GebĂ€udeversicherung jedoch auf die Mieter umlegt, bei dem hebt sich der steuerliche Vorteil wieder auf, da diese Umlage in der SteuererklĂ€rung als Einnahme angegeben wird. Bewohnt der Versicherungsnehmer das Haus selbst, vermietet jedoch eine Einliegerwohnung, kann es möglich sein, zumindest einen Teil der BeitrĂ€ge fĂŒr die GebĂ€udeversicherung steuerlich geltend zu machen. In dem Fall lohnt sich jedoch die fachkompetente Beratung eines Steuerberaters.

Bei einer gewerblichen GebÀudeversicherung lassen sich die BeitrÀge grundsÀtzlich von der Steuer absetzen. Sie gelten als Betriebsausgaben und dienen dem Zweck, betriebliche Risiken abzudecken. Werden die BeitrÀge als Betriebsausgaben angegeben, minimieren sie die Steuerbelastung.

 

Worauf muss ich bei der KĂŒndigung meiner GebĂ€udeversicherung achten?

Die KĂŒndigung einer GebĂ€udeversicherung kann, unabhĂ€ngig davon, ob es sich um eine private oder eine gewerbliche GebĂ€udeversicherung handelt, immer zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit erfolgen. Eine lange Laufzeit bedeutet dementsprechend, dass der Versicherungsnehmer auch lange an den jeweiligen Anbieter der GebĂ€udeversicherung gebunden ist. Eine KĂŒndigung muss in schriftlicher Form unter Einhaltung der KĂŒndigungsfrist erfolgen. Diese betrĂ€gt in der Regel drei Monate. Sollte eine (rechtzeitige) KĂŒndigung versĂ€umt werden, verlĂ€ngert sich die Police der GebĂ€udeversicherung meist stillschweigend um ein Jahr.

Liegen besondere GrĂŒnde vor, kann eine KĂŒndigung der GebĂ€udeversicherung auch außerordentlich erfolgen, zum Beispiel dann, wenn der Anbieter eine Beitragserhöhung ankĂŒndigt, ohne dass diese in Bezug zur Beitragsanpassung des gleitenden Neuwerts steht. Auch nach dem Eintreten eines Schadensfalls kann der Versicherungsnehmer außerordentlich kĂŒndigen. Wird die Immobilie verkauft, hat der neue EigentĂŒmer ebenfalls das Recht seinen automatisch ĂŒbernommenen Vertrag zur GebĂ€udeversicherung zu kĂŒndigen. Die KĂŒndigungsfrist betrĂ€gt hierbei jeweils einen Monat ab dem Datum der schriftlichen AnkĂŒndigung, des Schadeneintritts beziehungsweise des Grundbucheintrags.

 

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner GebÀudeversicherung achten?

Der Wechsel einer GebĂ€udeversicherung sollte immer nur dann erfolgen, wenn der bestehende Tarif zum jeweiligen Zeitpunkt gekĂŒndigt werden kann. Im Idealfall besteht zwischen den beiden Tarifen der GebĂ€udeversicherung keine zeitliche LĂŒcke, so dass zu jedem Zeitpunkt Versicherungsschutz ĂŒber die GebĂ€udeversicherung gewĂ€hrleistet ist. In der Regel muss bei einem Wechsel zudem nicht mit einer erneuten Wartezeit gerechnet werden.

Wer den Anbieter seiner bestehenden GebĂ€udeversicherung wechseln möchte, macht dies in der Regel, da er sich bessere Konditionen des neuen Tarifs im Hinblick auf die Beitragshöhe und /oder den Leistungsumfang erhofft. Mit einem Tarifrechner können dafĂŒr mehrere Tarife einer GebĂ€udeversicherung ĂŒbersichtlich miteinander verglichen werden. Vor allem bei Ă€lteren Tarifen der GebĂ€udeversicherung, die zum Beispiel von dem Vorbesitzer der Immobilie ĂŒbernommen worden sind, kann es sich um veraltete Vertragsbedingungen handeln, so dass sich ein Wechsel der GebĂ€udeversicherung auch in Bezug auf verĂ€nderte Anforderungen durchaus lohnen kann.

Sollte eine GebĂ€udeversicherung als Voraussetzung der Bank fĂŒr die Kreditvergabe abgeschlossen worden sein, kann ein Wechsel der GebĂ€udeversicherung nur dann erfolgen, wenn die kreditgebende Bank ihre Zustimmung dazu gibt. Sofern die Konditionen des neuen Tarifs jedoch gewĂ€hrleisten, dass die Deckungssumme ausreichend hoch ist, um im Schadensfall die Immobile wieder neu aufzubauen, wird die Bank die Zustimmung im Normalfall nicht verweigern.

 

Welche Vorteile hat eine GebÀudeversicherung?

Sowohl bei einer privaten als auch einer gewerblichen GebÀudeversicherung profitieren Versicherungsnehmer von folgenden Vorteilen:

  • Die GebĂ€udeversicherung bietet umfassenden Versicherungsschutz fĂŒr den meist wertvollsten finanziellen Besitz gegen die hĂ€ufigsten SchadensfĂ€lle durch unvorhersehbare Ereignisse.
  • Die GebĂ€udeversicherung bietet mit der variablen Anpassung der Deckungssumme ĂŒber den gleitenden Neuwert zu jedem Zeitpunkt ausreichenden Versicherungsschutz mit einer vollen Kostendeckung zur Neuerrichtung der Immobilie.
  • Wird das Haus vermietet, können die BeitrĂ€ge fĂŒr die GebĂ€udeversicherung auf die Mieter umgelegt werden.
  • Bei der GebĂ€udeversicherung können je nach Bedarf individuell zusĂ€tzliche Leistungen vereinbart werden, zum Beispiel die KostenĂŒbernahme bei MietausfĂ€llen, fĂŒr den Abriss des Hauses oder fĂŒr AufrĂ€umarbeiten.

 

Welche Nachteile hat eine GebÀudeversicherung?

Wer sich bereits vor dem Abschluss einer GebĂ€udeversicherung darĂŒber im Klaren ist, bei welchen SchĂ€den die GebĂ€udeversicherung in welchem Umfang leistet und damit die Grenzen der GebĂ€udeversicherung kennt, sollte in der Regel nicht mit Nachteilen durch den Abschluss einer GebĂ€udeversicherung, und damit verbunden mit Unstimmigkeiten mit dem Versicherer im Schadensfall, rechnen. Wer erweiterten Versicherungsschutz, zum Beispiel fĂŒr Inventar oder fĂŒr Glas wĂŒnscht, sollte dies ĂŒber andere Versicherungen abdecken.