Gebäudeversicherung im Griff
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Gebäudeversicherung

Warum lohnt sich der Abschluss einer Gebäudeversicherung?

Das eigene Heim stellt für die meisten Menschen den materiell wertvollsten Besitz dar und wird regelmäßig gehegt und gepflegt. Umso schlimmer, wenn das Zuhause durch ein unvorhersehbares Ereignis beschädigt oder gar komplett zerstört wird: Infolge eines Rohrbruchs wird der gesamte Keller unter Wasser gesetzt. Ein Teil des Gebäudedaches wird durch ein starkes Unwetter abgedeckt. Unbekannte verwüsten des Nachts die Hausfassade mit Graffiti. Oder ein Kabel schmort durch und löst einen Brand aus, der das Haus bis auf die Grundmauern niederbrennen lässt. Auch wenn es niemandem zu wünschen ist, kein Eigenheimbesitzer ist vor all diesen Schäden gefeit – selbst dann nicht, wenn die besten Sicherheitsmaßnahmen und Vorkehrungen getroffen wurden.

Eine Gebäudeversicherung bietet zwar keinen Schutz vor dem Risiko eines Schadens, wohl aber kann die Gebäudeversicherung den Eigentümer vor den finanziellen Auswirkungen schützen, damit dieser die nötigen Kosten für die Reparatur oder für den Wiederaufbau des Gebäudes und die damit verbundenen Nebenkosten nicht aus eigener Tasche zahlen muss. Eine gute Absicherung mit einer Gebäudeversicherung ist daher jedem Eigenheimbesitzer bereits beim Einzug zu empfehlen, ganz gleich, ob das Gebäude gebraucht gekauft, selbst gebaut oder auch vermietet wird. Der Beitrag für die Gebäudeversicherung kann bei Vermietung dann übrigens als Umlage auf die Miete draufgerechnet werden. Beachten Sie, dass bei der Finanzierung eines Hauses Kreditgeber sogar häufig den Nachweis einer Gebäudeversicherung verlangen.

Nicht selten kommt es vor, dass ein Wohngebäude auch gewerblich genutzt wird. Sollte der gewerbliche Anteil bei weniger als 50 Prozent liegen, dann reicht die Absicherung über die Wohngebäudeversicherung. Bei einem höheren Anteil oder einer ausschließlichen gewerblichen Nutzung ist der Abschluss einer gewerblichen Gebäudeversicherung notwendig. Diese unterscheidet sich von der privaten Gebäudeversicherung im Wesentlichen von der Höhe der Deckungssumme und der des Beitrags.

 

Welche Schäden sind im Rahmen einer Gebäudeversicherung mitversichert?

Eine Gebäudeversicherung deckt grundsätzlich Schäden ab, die durch folgende drei Ursachen entstanden sind (als sogenannte verbundene Gebäudeversicherung):

  • Leitungswasser
  • Sturm und Hagel
  • Feuer, wie Explosion, Blitzeinschlag und Brand

Es handelt sich demnach um Schäden, die durch das Haus selbst entstehen (zum Beispiel ein Wasserrohrbruch), aber auch von außen kommen (zum Beispiel ein Unwetter). Die meisten Versicherer einer Gebäudeversicherung sichern zusätzlich folgende Schadensursachen ab:

  • Einbruch und Vandalismus
  • Brandstiftung und Rauch
  • Flugzeuganprall beziehungsweise -absturz
  • umgestürzter Baum (sofern dieser gesund war)
  • Elementargefahren, wie Überschwemmungen, Lawinen, Erdrutsche oder Erdbeben (meist gegen Aufpreis)

Der Versicherungsumfang der Gebäudeversicherung umfasst dabei

  • das Gebäude selbst: Dazu gehören Außenmauern, tragende Wände, Dach, Keller, Fundament sowie Fußböden.
  • das fest installierte Inventar: Dazu gehören die Einbauküche, sanitäre Installationen und Rollläden.
  • das fest installierte Zubehör: Dazu gehören Klingel, Briefkasten und Terrasse.
  • sämtliche Nebengebäude (sofern sie gesondert in der Police aufgeführt wurden): Dazu gehören eine Garage, Carport oder ein Gartenhaus.
  • die eingebaute Haus- oder Betriebstechnik: Dazu gehören Alarm- oder Klimaanlage und Gegensprechanlage.

 

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Gebäudeversicherung abschließe?

Eine Gebäudeversicherung kann sowohl privat als auch gewerblich abgeschlossen werden. Wird von einer Gebäudeversicherung gesprochen, ist jedoch in der Regel eine Wohngebäudeversicherung, sprich eine private Gebäudeversicherung, gemeint. Eine gewerbliche Gebäudeversicherung wird meist als Firmen- oder Betriebsgebäudeversicherung bezeichnet. Wichtig ist die Abgrenzung vor allem dann, wenn es sich um ein Gebäude handelt, das sowohl privat wie gewerblich genutzt wird. Hierbei sollte genau überprüft werden, welche Art der Nutzung überwiegt, um sich entweder für eine Wohngebäude- oder eine Firmengebäudeversicherung zu entscheiden.

Damit es im Schadensfall nicht zu Missverständnissen und in der Folge zu einer Unterversicherung kommt, sollte bereits vor dem Abschluss einer Gebäudeversicherung genau überprüft werden, welche Schäden versichert sind. Daher ist es ratsam, den Versicherungsschutz der Gebäudeversicherung von folgenden Versicherungen abzugrenzen:

  • Hausratversicherung beziehungsweise Betriebsinhaltsversicherung: Bei einigen Versicherern sind Hausrat- beziehungsweise Inhaltsversicherung mit einer Gebäudeversicherung als Versicherungspaket kombiniert. Die Hausratversicherung leistet bei Schäden am privaten, die Betriebsinhaltsversicherung am gewerblichen Inventar, welches mit dem Gebäude nicht fest verbunden ist, zum Beispiel Möbel und Gebrauchs- und Wertgegenstände.
  • Elementarschadenversicherung: Sofern sie nicht als Zusatzbaustein in die Gebäudeversicherung integriert werden kann, lässt sich mit einer Elementarschadenversicherung zusätzlich das Risiko einer Naturkatastrophe, zum Beispiel eine Überschwemmung, absichern.
  • Glasversicherung: Im Leistungsumfang einer Gebäudeversicherung sind Fenster nicht enthalten. Sollte Glas zerstört sein, bedarf es daher einer speziellen Glasversicherung. Einige Anbieter bieten die Glasversicherung ebenfalls als Zusatzbaustein einer Gebäudeversicherung mit an.
  • (Feuer-)Rohbauversicherung: Sollte am Rohbau des Hauses ein Schaden entstehen, bietet eine Rohbauversicherung Versicherungsschutz. Mit Fertigstellung und Bezugsfertigkeit des Gebäudes kann eine Rohbauversicherung automatisch in eine Gebäudeversicherung umgewandelt werden.
  • Photovoltaikversicherung: Wer Photovoltaik- oder Solaranlagen hat, sollte diese zusätzlich über eine Photovoltaikversicherung abschließen, da diese nicht zum Leistungsumfang einer Gebäudeversicherung gehören.
  • private oder BetriebsHaftpflichtversicherung: Eine Haftpflichtversicherung leistet dann, wenn durch das Gebäude einem Dritten ein Sach- oder Personenschaden entsteht. Die Gebäudeversicherung sichert ausschließlich Schäden an der Immobilie ab, die dem Versicherungsnehmer selbst entstehen.

 

Welche Leistungen sind bei einer Gebäudeversicherung im Schadensfall mit inbegriffen?

Zum Versicherungsumfang einer Gebäudeversicherung gehört bei einem versicherten Schaden grundsätzlich die Kostenübernahme für die Reparatur oder den Wiederaufbau des beschädigten oder zerstörten Gebäudes. Bei einem zerstörten Gebäude werden die Kosten weder zum Zeit- noch zum Neuwert erstattet. Vielmehr übernimmt die Gebäudeversicherung die Kosten zum sogenannten „gleitenden Neuwert“. Der Betrag ist so bemessen, dass damit eine aktuelle Neuerrichtung möglich ist, um den vorherigen Zustand wiederherstellen. Der gleitende Neuwert, sprich die Deckungssumme, passt sich somit den jeweiligen Marktgegebenheiten an.

In der Regel gehören zum Leistungsumfang einer Gebäudeversicherung weitere Kosten, die infolge von Beschädigung oder Zerstörung eines Gebäudes entstehen können, je nach Anbieter zum Beispiel die Kosten für

  • den Abriss
  • die Aufräumarbeiten und Schuttbeseitigung
  • die Übernachtungs- und Hotelkosten (sollte das Wohnhaus nicht mehr bewohnbar sein)
  • die Anmietung von Ersatzräumlichkeiten (bei einer gewerblichen Gebäudeversicherung)
  • einen Gutachter
  • entstandene Umweltschäden
  • Folgeschäden, die zum Beispiel durch Löschwasser entstehen
  • Ausfälle der Mieteinahmen
  • Gebühren für Genehmigungen

 

Welche Leistungen sind bei einer Gebäudeversicherung im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Sowohl bei einer privaten wie auch gewerblichen Gebäudeversicherung besteht kein Anspruch auf Leistungen bei Schäden infolge von

  • vorsätzlicher Handlung und arglistiger Täuschung des Versicherungsnehmers (zum Beispiel Brandstiftung).
  • Sturm, der laut Deutschem Wetterdienst unter Windstärke acht lag.
  • Kurzschluss- und Überspannungsschäden.
  • Krieg, innerer Unruhe und Terrorakten.
  • Kernenergie.
  • einem Feuer, das durch einen Kamin oder selbst angezündete Gegenstände verursacht wurde.
  • Feuer ohne installierten Rauchmelder.

Grundsätzlich führt bei der Gebäudeversicherung auch ein Schaden aufgrund von grober Fahrlässigkeit zu einer Leistungsverweigerung. Möglich ist es jedoch, diesen Leistungsausschluss in Form eines „Verzichts der Einrede auf grobe Fahrlässigkeit“ bis zu einem maximalen Betrag von 10.000 Euro aus der Versicherungspolice der Gebäudeversicherung zu streichen. Denn: Ein kleiner unbedachter Fehler kann schnell passieren und zu einem größeren Schaden am Gebäude führen. Dies ist beispielsweise bereits der Fall, wenn bei frostigen Temperaturen die Heizung beim Verlassen des Hauses abgedreht wurde und es dadurch zu einem Rohrbruch kommt.

In Abgrenzung zu anderen Versicherungen erbringt die Gebäudeversicherung weiterhin keine Leistungen bei folgenden Schäden (sofern sie nicht als Zusatzbaustein in den Versicherungsumfang integriert sind):

  • Schäden, die am Rohbau eines Gebäudes geschehen (versicherbar über die Rohbauversicherung)
  • Schäden am nicht fest installierten Inventar (versicherbar über die Hausrat- oder Betriebsinhaltsversicherung)
  • Schäden an Fenstern / Glasbruch (versicherbar über die Glasversicherung)
  • Schäden an Solar- und Photovoltaikanlagen (versicherbar über die Photovoltaikversicherung)
  • Elementarschäden, zum Beispiel Wasserschäden durch Überschwemmung und Grundwasser (versicherbar über die Elementarschadenversicherung)
  • Sach- und Personenschäden von Dritten (versicherbar über die Betriebs- oder private Haftpflichtversicherung)

 

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Sobald ein Schaden am Gebäude auftritt, der über die Gebäudeversicherung versichert ist, gilt es für den Versicherungsnehmer schnellstmöglich zu handeln. Zunächst steht er in einer gesetzlichen Schadensminderungspflicht und sollte dafür Sorge tragen, den Schaden so gering wie möglich zu halten, damit er kein größeres Ausmaß annimmt. Hierbei gilt jedoch das oberste Gebot, dass Sie weder sich noch andere bei diesen Maßnahmen in Gefahr bringen. Während ein kleiner Brand noch möglicherweise einzudämmen ist, muss ein großes Feuer nicht selbst gelöscht werden. Selbstverständlich sollte jedoch sein, die Feuerwehr zu rufen.

Achten Sie zudem darauf, dass Sie die Schadenssituation möglichst nicht verändern, damit ein Sachverständiger oder Gutachter den Schaden eingehend prüfen, rekonstruieren und im besten Fall sogar die Ursache des Schadens ermitteln kann. Eine möglichst genaue Dokumentation des Schadens trägt dazu bei, dass Zweifel von Seiten der Gebäudeversicherung erst gar nicht entstehen und es zu einer schnellen Schadensregulierung kommt. Wer den Ist-Zustand aus vertretbaren Gründen nicht belassen kann, dem ist jedoch zu empfehlen, diesen anhand von Fotos zu dokumentieren und beschädigte Gegenstände aufzubewahren. Beachten Sie, dass Sie im Falle eines Sturmschadens selbst in der Verpflichtung stehen, diesen nachzuweisen. Als Beweis eignet sich beispielsweise die Windmessung des Deutschen Wetteramtes.

Die Schadensmeldung bei der Gebäudeversicherung sollte dann unverzüglich erfolgen: In der Regel bieten die Versicherer dafür eine spezielle Schadenshotline, die rund um die Uhr und kostenlos zur Verfügung steht. Ein Versicherungsexperte am Telefon gibt bei Bedarf zusätzliche Anweisungen zur Schadensminderung. Machen Sie möglichst detaillierte Angaben zum jeweiligen Schaden: Wann und wie hat sich der Schaden ereignet? Wie groß ist das Ausmaß und was ist die Ursache des Schadens?

Zusätzlich zur Schadensmeldung können Sie bei kleineren Schäden die Reparaturrechnung einreichen. Sollte der Schaden größer sein, dann verlangen die Versicherer in der Regel einen Kostenvorschlag, der einer Genehmigung bedarf. Sie können darüber hinaus davon ausgehen, dass bei einem Schaden größeren Ausmaßes grundsätzlich ein Sachverständiger hinzugezogen wird, damit dieser überprüfen kann, ob tatsächlich Versicherungsschutz besteht und um beispielsweise Vorsatz oder Versicherungsbetrug auszuschließen. Bei einem Totalschaden des Gebäudes kann die jeweilige Schadensregulierung durchaus etwas mehr Zeit für die genaue Ermittlung der Schadenssumme, die bereit gestellt werden muss, in Anspruch nehmen.

 

Wann setzt der Versicherungsschutz der Gebäudeversicherung ein?

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Gebäudeversicherung und der Zahlung der ersten Beitragsprämie beginnt bei fast allen Anbietern eine Wartezeit von etwa zwei bis vier Wochen. Erst nach Ablauf der Wartezeit haben Sie im Falle eines Schadens Anspruch aus Leistungen aus der Gebäudeversicherung. Ein rechtzeitiger Abschluss noch vor Einzug in das neue Haus ist daher jedem zu empfehlen. Die Wartezeit entfällt jedoch, wenn

  • bereits vorher einer Rohbauversicherung bestand, die lückenlos in eine Gebäudeversicherung übergeht.
  • der Anbieter der Gebäudeversicherung zeitlich lückenlos gewechselt wird.

Wird die Immobile verkauft, dann wird die Gebäudeversicherung automatisch auf den neuen Eigentümer übertragen, um einen lückenlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten. Der neue Besitzer kann die Gebäudeversicherung dann jedoch mit der Frist von einem Monat kündigen, zum Beispiel um sich einen neuen Anbieter für die Gebäudeversicherung zu suchen.

 

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Gebäudeversicherung sein?

Die Deckungssumme für die Gebäudeversicherung kann mithilfe verschiedener Verfahren ermittelt werden: Bei dem Wohnflächentarif ist die Deckungssumme analog dem Wert des Neubaus, welcher sich anhand der Größe des Hauses und der Ausstattung ergibt. Da die Entwicklung der jeweiligen Baukosten beim Wohnflächentarif nicht berücksichtigt wird, kann die Deckungssumme nach einigen Jahren zu gering ausfallen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Wertgutachten, bei dem der Verkehrswert des Hauses von einem Sachverständigen ermittelt und als Deckungssumme festgelegt wird. Da sich auch dieser Verkehrswert im Laufe der Jahre verändern kann, besteht hierbei ebenfalls das Risiko einer Unterversicherung.

In der Regel wird die Deckungssumme für die Gebäudeversicherung daher über den sogenannten gleitenden Neuwert errechnet, da dieser die zeitliche Wertentwicklung des Gebäudes berücksichtigt. Für die optimale Kalkulation werden folgende zwei Größen herangezogen:

  • der Wert 1914: Hierbei wird anhand der bewohnten Fläche, der Bauausführung sowie des Gebäudetyps berechnet, wieviel die Immobilie im Jahr 1914 in Goldmark gekostet hätte. Das Basisjahr 1914 wird dabei als neutrale Vergleichsgröße genommen, da in diesem Jahr nach Expertenmeinung in Deutschland noch ein stabiler Baumarkt bestand.
  • der Baupreisindex: Regelmäßig vom Statistischen Bundesamt herausgegeben zeigt der Baupreisindex die Entwicklung der Kosten in der Baubranche.

Der gleitende Neuwert und damit die Deckungssumme für die Gebäudeversicherung ergibt sich dann aus einer Kombination des Werts 1914 und des Baupreisindexes. Damit ist gewährleistet, dass die Deckungssumme zu jedem Zeitpunkt genauso hoch ist, wie für den Wiederaufbau des Gebäudes nötig ist. Sämtliche anfallenden Kosten sind damit stets gedeckt. Wundern Sie sich nicht, wenn der gleitende Neuwert unter dem des Kaufpreises der Immobile liegt, da hierbei keine standortbestimmenden Faktoren, wie die Lage oder die Infrastruktur Berücksichtigung finden. Auch der Grundstückspreis spielt beim gleitenden Neuwert keine Rolle.

Neben der Deckungssumme für Reparaturen oder den Wiederaufbau der Immobile gibt es bei der Gebäudeversicherung zusätzlich eine für die Zusatzleistungen, zum Beispiel Übernachtungskosten im Hotel, Kosten für Mietausfälle oder für Aufräumarbeiten. Je nachdem, wie umfangreich dieses Leistungsangebot vereinbart wird, fällt entsprechend auch die Höhe dieser Deckungssumme aus.

 

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Gebäudeversicherung berechnet?

Die Höhe des Beitrags für die Gebäudeversicherung wird maßgeblich vom gleitenden Neuwert bestimmt. Anhand folgender Formel wird der Beitrag berechnet:

Beitrag der Gebäudeversicherung: gleitender Neuwertfaktor x Wert 1914 x Beitragssatz / 1000

Der Beitragssatz wird vom jeweiligen Anbieter festgelegt und kann daher mal höher, mal niedriger ausfallen. Da der Neuwertfaktor bedingt durch den Baupreisindex keine feste Größe ist, sondern ständigen Schwankungen unterliegt, ist auch der Beitrag für die Gebäudeversicherung keine konstante Größe und kann regelmäßig angepasst werden.

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die den Beitrag der Gebäudeversicherung beeinflussen, zum Beispiel

  • die Deckungssumme für die zusätzlich vereinbarten Leistungen
  • die Höhe einer möglichen Selbstbeteiligung
  • die Zahlungsmodalitäten
  • die Laufzeit der Police
  • Versicherungspakete mit anderen Versicherungen, zum Beispiel Glasversicherung oder Hausratversicherung
  • das Risikopotential für einen Schaden, zum Beispiel bedingt durch den Standort (Hochwassergebiet etc.)

 

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Gebäudeversicherung für mich?

Der Vergleich einer Gebäudeversicherung lohnt sich vor allem vor dem Hintergrund, einen Tarif zu finden, der zu einem möglichst günstigen Beitrag einen bedarfsgerechten, ausreichenden Leistungsumfang bietet. Die Beiträge der einzelnen Anbieter können bei gleichen Voraussetzungen sogar um bis zu hundert Euro variieren– das hat ein Test der Verbraucherorganisation Stiftung Warentest im Jahr 2015 ergeben.

Für einen umfassenden Vergleich stehen zum Beispiel diverse Online-Tarifrechner zur Verfügung. Nach Angabe Ihrer persönlichen Daten im Hinblick auf das Gebäude, wie Baujahr, Standort, Fläche, Gebäudetyp und Bauartklasse, sowie Ihren Anforderungen zum Leistungsumfang, zur Laufzeit und zu den Zahlungsmodalitäten ermittelt der Vergleichsrechner eine übersichtliche Auflistung sämtlicher in Frage kommender Tarife sortiert nach Preis und Leistung. Der Service des Tarifrechners ist nicht nur schnell und übersichtlich, sondern auch kostenlos, anonym und unverbindlich. Ein direkter Online Abschluss ist in der Regel möglich.

 

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Im Hinblick auf die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge für die Gebäudeversicherung gilt es zunächst zu unterscheiden, ob es sich um eine private oder um eine gewerbliche Gebäudeversicherung handelt.

Bei der privaten Gebäudeversicherung unterliegen die Beiträge keiner steuerlichen Vergünstigung. Sie gelten nicht als Vorsorgeaufwendungen, sondern dienen dazu, das private Vermögen zu schützen und können nicht steuerlich abgesetzt werden. Anders verhält es sich jedoch bei vermieteten Immobilien: In dem Fall gelten die Beiträge als Werbungskosten (gemäß § 9 EStG) und werden als solche bei der Steuer geltend gemacht. Wer die Beiträge der Gebäudeversicherung jedoch auf die Mieter umlegt, bei dem hebt sich der steuerliche Vorteil wieder auf, da diese Umlage in der Steuererklärung als Einnahme angegeben wird. Bewohnt der Versicherungsnehmer das Haus selbst, vermietet jedoch eine Einliegerwohnung, kann es möglich sein, zumindest einen Teil der Beiträge für die Gebäudeversicherung steuerlich geltend zu machen. In dem Fall lohnt sich jedoch die fachkompetente Beratung eines Steuerberaters.

Bei einer gewerblichen Gebäudeversicherung lassen sich die Beiträge grundsätzlich von der Steuer absetzen. Sie gelten als Betriebsausgaben und dienen dem Zweck, betriebliche Risiken abzudecken. Werden die Beiträge als Betriebsausgaben angegeben, minimieren sie die Steuerbelastung.

 

Worauf muss ich bei der Kündigung meiner Gebäudeversicherung achten?

Die Kündigung einer Gebäudeversicherung kann, unabhängig davon, ob es sich um eine private oder eine gewerbliche Gebäudeversicherung handelt, immer zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit erfolgen. Eine lange Laufzeit bedeutet dementsprechend, dass der Versicherungsnehmer auch lange an den jeweiligen Anbieter der Gebäudeversicherung gebunden ist. Eine Kündigung muss in schriftlicher Form unter Einhaltung der Kündigungsfrist erfolgen. Diese beträgt in der Regel drei Monate. Sollte eine (rechtzeitige) Kündigung versäumt werden, verlängert sich die Police der Gebäudeversicherung meist stillschweigend um ein Jahr.

Liegen besondere Gründe vor, kann eine Kündigung der Gebäudeversicherung auch außerordentlich erfolgen, zum Beispiel dann, wenn der Anbieter eine Beitragserhöhung ankündigt, ohne dass diese in Bezug zur Beitragsanpassung des gleitenden Neuwerts steht. Auch nach dem Eintreten eines Schadensfalls kann der Versicherungsnehmer außerordentlich kündigen. Wird die Immobilie verkauft, hat der neue Eigentümer ebenfalls das Recht seinen automatisch übernommenen Vertrag zur Gebäudeversicherung zu kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt hierbei jeweils einen Monat ab dem Datum der schriftlichen Ankündigung, des Schadeneintritts beziehungsweise des Grundbucheintrags.

 

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Gebäudeversicherung achten?

Der Wechsel einer Gebäudeversicherung sollte immer nur dann erfolgen, wenn der bestehende Tarif zum jeweiligen Zeitpunkt gekündigt werden kann. Im Idealfall besteht zwischen den beiden Tarifen der Gebäudeversicherung keine zeitliche Lücke, so dass zu jedem Zeitpunkt Versicherungsschutz über die Gebäudeversicherung gewährleistet ist. In der Regel muss bei einem Wechsel zudem nicht mit einer erneuten Wartezeit gerechnet werden.

Wer den Anbieter seiner bestehenden Gebäudeversicherung wechseln möchte, macht dies in der Regel, da er sich bessere Konditionen des neuen Tarifs im Hinblick auf die Beitragshöhe und /oder den Leistungsumfang erhofft. Mit einem Tarifrechner können dafür mehrere Tarife einer Gebäudeversicherung übersichtlich miteinander verglichen werden. Vor allem bei älteren Tarifen der Gebäudeversicherung, die zum Beispiel von dem Vorbesitzer der Immobilie übernommen worden sind, kann es sich um veraltete Vertragsbedingungen handeln, so dass sich ein Wechsel der Gebäudeversicherung auch in Bezug auf veränderte Anforderungen durchaus lohnen kann.

Sollte eine Gebäudeversicherung als Voraussetzung der Bank für die Kreditvergabe abgeschlossen worden sein, kann ein Wechsel der Gebäudeversicherung nur dann erfolgen, wenn die kreditgebende Bank ihre Zustimmung dazu gibt. Sofern die Konditionen des neuen Tarifs jedoch gewährleisten, dass die Deckungssumme ausreichend hoch ist, um im Schadensfall die Immobile wieder neu aufzubauen, wird die Bank die Zustimmung im Normalfall nicht verweigern.

 

Welche Vorteile hat eine Gebäudeversicherung?

Sowohl bei einer privaten als auch einer gewerblichen Gebäudeversicherung profitieren Versicherungsnehmer von folgenden Vorteilen:

  • Die Gebäudeversicherung bietet umfassenden Versicherungsschutz für den meist wertvollsten finanziellen Besitz gegen die häufigsten Schadensfälle durch unvorhersehbare Ereignisse.
  • Die Gebäudeversicherung bietet mit der variablen Anpassung der Deckungssumme über den gleitenden Neuwert zu jedem Zeitpunkt ausreichenden Versicherungsschutz mit einer vollen Kostendeckung zur Neuerrichtung der Immobilie.
  • Wird das Haus vermietet, können die Beiträge für die Gebäudeversicherung auf die Mieter umgelegt werden.
  • Bei der Gebäudeversicherung können je nach Bedarf individuell zusätzliche Leistungen vereinbart werden, zum Beispiel die Kostenübernahme bei Mietausfällen, für den Abriss des Hauses oder für Aufräumarbeiten.

 

Welche Nachteile hat eine Gebäudeversicherung?

Wer sich bereits vor dem Abschluss einer Gebäudeversicherung darüber im Klaren ist, bei welchen Schäden die Gebäudeversicherung in welchem Umfang leistet und damit die Grenzen der Gebäudeversicherung kennt, sollte in der Regel nicht mit Nachteilen durch den Abschluss einer Gebäudeversicherung, und damit verbunden mit Unstimmigkeiten mit dem Versicherer im Schadensfall, rechnen. Wer erweiterten Versicherungsschutz, zum Beispiel für Inventar oder für Glas wünscht, sollte dies über andere Versicherungen abdecken.