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Betriebshaftpflichtversicherung

Nicht alles im Leben ist vorhersehbar. Das gilt vor allem für die kleinen Malheure und großen Unglücksfälle. Wenn dabei Dritte zu Schaden kommen, haftet der Verursacher unbegrenzt und mit seinem gesamten Vermögen. Was im privaten Bereich zählt, lässt sich eins zu eins auf Unternehmer, Selbständige und Freiberufler übertragen: Wird einem Menschen durch das Unternehmen einen Schaden zugefügt, muss der Firmeninhaber für die Regulierung des kompletten Schadens aufkommen. Im Falle von schweren Verletzungen oder Beschädigungen wertvoller Sachen zieht ein solcher Zwischenfall hohe Kosten nach sich, die ohne Versicherung schwer zu stemmen sind.

Warum lohnt sich der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung?

Vergleichen24 | BetriebshaftpflichtversicherungDie Betriebshaftpflicht, von manchen Versicherern auch Firmenhaftpflicht genannt, kann als wichtigste Versicherung zur finanziellen Absicherung für Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler bezeichnet werden. Denn sie springt ein, wenn im oder durch den Betrieb Personen- oder Sachschäden Dritter verursacht werden. Selbst bei aller Vorsicht können Unfälle im Unternehmensumfeld nicht ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich haftet in Deutschland jeder Betrieb und noch dazu unbegrenzt mit seinem gesamten Vermögen für Schäden, die Inhaber und Mitarbeiter verursachen. Für kleine oder mittel­ständische Firmen können die daraus entstehenden Schadensersatzforderungen im schlimmsten Fall existenz­bedrohend sein. Ein zerkratztes Auto oder ein beschädigtes Notebook lassen sich noch einfach und mit überschaubaren Mitteln ersetzen; ein Personenschaden dagegen kann schnell in die Millionen gehen, wenn ein Sturz auf dem Firmengelände eine lebenslange Behinderung oder Arbeitsunfähigkeit des Geschädigten nach sich zieht. Deshalb ist der Abschluss einer Betriebshaftpflicht­versicherung wenn auch nicht gesetzlich vorgeschrieben, dennoch dringend zu empfehlen. Und zwar für den kleinen Handwerksbetrieb ebenso wie für das große Industrieunternehmen.

Welche Schäden sind im Rahmen einer Betriebshaftpflichtversicherung mitversichert?

Ob ein Kunde im Ladengeschäft ausrutscht, eine Person durch ein von einem Unternehmen vertriebenes Produkt zu Schaden kommt oder ein Mitarbeiter einer Schreinerei beim Einbau eines Möbelstückes das teure Parkett beschädigt – die Betriebshaftpflichtversicherung kommt für alle Schäden auf, die nicht kalkulierbar, aber jeden Tag möglich sind. Die Betriebshaftpflichtversicherung leistet Schadensersatz bei

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensfolgeschäden

Mit der Betriebshaftpflichtversicherung werden nicht nur Kosten aufgefangen, dir durch eine Verletzung oder Gesundheitsschädigung eines Menschen ausgelöst werden; im schlimmsten Fall ist auch der Todesfall abgesichert. Die Absicherung hilft beispielsweise der Gebäudereinigung, deren Mitarbeiter eine Treppe frisch gewischt und das Warnschild nicht gut sichtbar platziert hat. Ein Besucher des Gebäudes rutscht aus, verletzt sich schwer und muss monatelang behandelt werden. Die verschiedenen Schadensersatz­leistungen wie ärztliche Behandlungskosten, Schmerzens­geld, Verdienstausfall oder sogar lebenslange Rentenzahlungen bei einer dauerhaften und schwerwiegenden Beeinträchtigung werden von der Betriebshaftpflichtversicherung übernommen.

Der Bereich Sachschäden umfasst jegliches Eigentum eines Geschädigten. Stößt der Mitarbeiter des Gebäudereinigungsunternehmens versehentlich einen Putzeimer um und versenkt hochwertiges EDV-Equipment, springt auch hier die Betriebshaftpflicht­versicherung für Reparatur oder Neubeschaffung ein. Die Police beinhaltet ferner die Regulierung von Vermögensschäden, also finanziellen Einbußen, die als Folge eines im Unternehmen erfolgten Personen- oder Sachschadens entstanden sind. Dabei reguliert die Betriebshaftpflichtversicherung ausschließlich sogenannte unechte Vermögensschäden, verursacht durch eine vorangegangene Beschädigung oder Verletzung. Beispiel: Ein Softwareunternehmen beschädigt bei Wartungsarbeiten an einem Server eine Hardwarekomponente und in der betroffenen Anwaltskanzlei kann bis zur Behebung des Schadens nicht gearbeitet werden. Durch diesen Arbeitsausfall entsteht dem Anwalt ein Vermögensschaden.

Die Betriebshaftpflichtversicherung leistet außerdem Beistand bei Schäden, welche die Umwelt direkt oder indirekt beeinträchtigen. Sie übernimmt die oft hohen Kosten für die Beseitigung von Umweltschäden, die in vielen Branchen drohen können. Lagert etwa ein Betrieb toxische Stoffe, die durch Unachtsamkeit ins Grundwasser gelangen oder Flora und Fauna der Umgebung kontaminieren, müssen Verursacher laut Gesetz die Sanierungskosten übernehmen. Auch Gebäudereinigungsbetriebe, die mit allerhand Putzmitteln hantieren, sollten auf eine Absicherung durch eine Betriebshaftpflichtpolice deshalb nicht verzichten.

Weil jedes Unternehmen seine eigenen Risiken mitbringt, liefern die Anbieter von Betriebshaftpflichtversicherungen branchenspezifische Lösungen, die für das jeweilige Berufsfeld die üblichen Schäden abdecken. Mit einer individualisierten Absicherung schützen sich beispielsweise

  • Handwerksbetriebe bei Schäden auf fremden Grundstücken oder an fremdem Eigentum
  • Hersteller, die im Rahmen der Produkthaftung für alle Schäden verantwortlich sind, die auf die von ihnen produzierten Artikel zurückgeführt werden können
  • Baugewerbe, etwa bei Leitungs-, Abwasser-, Überschwemmungs-, Senkungs- oder Erdrutschschäden
  • Transportunternehmen bei Schäden an fremden Kfz, am Ladegut oder Schäden durch fehlerhafte Frachtpapiere
  • Gaststätten- und Beherbergungsbetriebe mit viel Kundenverkehr und hohem Risiko für Schäden an Dritten
  • Dienstleister bei Schäden durch falsche Beratung

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließe?

Sowohl natürliche als auch juristische Personen können eine Firmenhaftpflichtversicherung abschließen. Dabei schützt die Betriebshaftpflichtversicherung den Unternehmer oder Selbstständigen sowie sein gesamtes Personal. Mitarbeiter sind nur dann über die Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert, wenn sie auch tatsächlich mit den Aufgaben zur Erfüllung der Geschäftstätigkeit des Betriebs betraut sind. Manche Versicherungspolicen erlauben darüber hinaus die Mitversicherung bestimmter externer Personengruppen, die in einem Vertrags­verhältnis mit dem Unternehmen stehen.

Auch Freiberufler mit einem nur kleinen Büro sollten nicht auf eine Betriebshaftpflichtversicherung verzichten. Denn wie jeder andere Unternehmer haften auch Ingenieure, Übersetzer oder Künstler unbegrenzt für Sach- und Personenschäden, wenn ein Kunde in ihren Geschäftsräumen oder durch ihre Dienstleistung zu Schaden kommt. Ein unachtsamer Schritt genügt: der Klient einer Anwaltskanzlei stolpert über die Türschwelle, verletzt sich und schon flattern dem Juristen Rechnungen über Behandlungskosten und Reha-Maßnahmen ins Haus.

Besondere Umsicht sollte der Versicherungsnehmer beim Umfang der Versicherung walten lassen. Die Versicherungen bieten unterschiedliche Abdeckungsgebiete und es gilt, die richtig geschnürte Police für das entsprechende Unternehmensfeld zu finden. Vor Vertragsabschluss müssen daher möglichst alle Risiken des zu versichernden Unternehmens identifiziert werden. In vielen Betrieben gehören beispielsweise eine Reihe von umweltschädlichen Stoffen zum täglichen Handwerkszeug. Etwa Chemikalien, die in einem Friseurgeschäft gelagert werden und erheblichen Schaden an Mensch und Sachen anrichten können. Vor den möglichen immensen Schadensersatzforderungen schützt im Rahmen der Betriebshaftpflichtversicherung der Leistungsbaustein Umwelthaftpflicht, der die Lagerung von gewässerschädlichen Stoffen in Kleingebinden beinhaltet.

Auch Inhaber von Ladengeschäften vergessen allzu leicht, dass sie einem erhöhten Haftungsrisiko ausgesetzt sind. Werden die Geschäftsräume von Kunden oder Lieferanten tagtäglich frequentiert, ist das Risiko eines Schadens ein stetiger Begleiter. Schon kleine Missgeschicke können zu erheblichen Schadensersatzsummen führen; beispielsweise, wenn ein Lieferant beim Entladen eine Warenpalette auf ein vor dem Laden geparktes Kundenauto fallen lässt. Oder starker Wind die Markise aus der Verankerung reißt und dabei sogar mehrere Kunden verletzt. Je nach Versicherungsunternehmen und Police müssen bestimmte Leistungen extra hinzu gebucht werden.

Vergleichen24 | BetriebshaftpflichtversicherungAuch wer bereits eine Betriebshaftpflichtversicherung besitzt, sollte den Vertrag ab und zu hervorholen. Insbesondere, wenn sich Haftungsbedingungen im Laufe der Zeit ändern. Dann muss der bestehende Vertrag unbedingt an neue Gefährdungspotentiale angepasst werden. Das gilt zum Beispiel für alle Branchen, die ihre Abläufe in den letzten Jahren mittels EDV und IT modernisiert haben. Hier haben sich eine ganze Reihe von neuen Haftungsgefahren im Bereich Datenschutz ergeben, besonders im Zusammenhang mit dem Umgang von Kundendaten oder Daten von Geschäftspartnern. Inzwischen schließen Betriebshaftpflichtversicherungen auch Schäden ein, die durch die allgegenwärtigen Internet-Technologien drohen. Schließlich werden Tag für Tag eine unermessliche Anzahl an Daten ausgetauscht, übermittelt oder bereitgestellt. Dabei können Daten verloren gehen sowie Datenträger beschädigt werden und großen Schaden anrichten.

Möchte ein Unternehmen Arbeiten durchführen, die über seinen üblichen Tätigkeitsbereich hinausgehen, sollte auch in diesem Fall vorab überprüft werden, ob die Police bei einem solchen Auftrag überhaupt vor den möglichen Gefahren schützt. Üblicherweise können hinzugekommene Risiken kurzfristig in den Versicherungsschutz mit aufgenommen werden.

Welche Leistungen sind bei einer Betriebshaftpflichtversicherung im Schadensfall mit inbegriffen?

Die Betriebshaftpflichtversicherung leistet Entschädigungszahlungen, die sich aus Forderungen nach Personen- oder Sachschäden ergeben. Die Versicherung übernimmt im Schadensfall die Begleichung von

  • Schmerzensgeld
  • Arztrechnungen
  • Krankenhauskosten
  • REHA-Maßnahmen
  • Kuren
  • behindertengerechten Umbauten
  • Renten bei Berufsunfähigkeit
  • Umsatz­einbußen durch einen unechten Vermögensschaden
  • Bestattungskosten im Todesfall
  • Schäden durch Be- und Entladen
  • Schäden, die ein Mitarbeiter bei einem Kunden verursacht
  • Gebäudeschäden
  • Schäden an Leitungen
  • Schäden durch Arbeitsmaschinen
  • Produkthaftungsschäden
  • Mietsachen
  • zu beseitigenden Umweltschäden nach einem Unfall mit Giftstoffen, Lacken oder Farben
  • Kosten für einen Gutachter

Versicherungsnehmer einer Betriebshaftpflichtversicherung genießen außerdem einen passiven Rechtsschutz. Dabei kontrollieren die Versicherungsunternehmen die an den Versicherten gestellten Ansprüche. Zur Abwehr unberechtigter oder überzogener Schadensersatzforderungen kommt die Betriebshaftpflichtversicherung für Sachverständigen-, Anwalts-, und Prozesskosten auf.

Tätigkeitsschäden, also Schäden an fremden Sachen, an denen im Rahmen der gewerblichen Tätigkeit gearbeitet wird, sind bei den meisten Policen nicht Bestandteil der Betriebshaftpflichtversicherung. Müssen Betriebe oft am Besitz von Kunden arbeiten, sollten sie die Deckung für Tätigkeitsschäden unbedingt einschließen. Dann ist der Elektriker versichert, wenn er beispielsweise ein vom Kunden erworbenes Gerät installiert und dabei beschädigt.

Welche Leistungen sind bei einer Betriebshaftpflichtversicherung im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt lediglich für Risiken, die in der Police fixiert sind. Hat ein Unternehmen durch giftige Chemikalien das Grundwasser verunreinigt, aber keinen Leistungsbaustein „Umweltschutz“ im Versicherungsvertrag festgeschrieben, muss es für die Beseitigung des Schadens selbst aufkommen. Des Weiteren sind meistens Schäden nicht versichert, die

    • der Versicherungsnehmer selbst erleidet
    • vorsätzlich herbeigeführt werden
    • durch gesetzeswidriges Verhalten verursacht werden
    • an fremden, geliehenen, gemieteten oder gepachteten Sachen entstehen
    • in einem nicht angemeldeten Betrieb geschehen
    • durch Einbruch oder Diebstahl hervorgerufen werden
    • durch die Nichteinhaltung von Fristen passieren

Eingeschränkt ist der Versicherungsschutz in aller Regel zudem bei Schäden im Ausland. Zumeist ist der Geltungsbereich einer Betriebshaftpflichtversicherung auf eine bestimmte Region begrenzt. Gängig sind beispielsweise Regelungen, wonach Schäden nur innerhalb der EU oder innerhalb Europas im Rahmen der Firmenhaftpflicht versichert sind. Bei spezialisierten Policen für Unternehmen, die beispielsweise Waren ins Ausland exportieren, weiten viele Versicherer den Versicherungsschutz auf das außereuropäische Ausland aus.  Allerdings können auch für den weltweiten Versicherungsschutz Klauseln für bestimmte Länder existieren.

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Der Schaden ist laut Vertragsbedingungen „umgehend“ zu melden. Daher sollte bei einem Versicherungsfall innerhalb einer Woche Kontakt zum Versicherer aufgenommen werden. Das kann schriftlich, telefonisch oder online geschehen. Auch dann, wenn noch kein Geschädigter eine Schadensersatzforderung gestellt hat und bislang lediglich die Möglichkeit besteht, dass ein Geschädigter auf Abfindung pochen könnte.

Die genaue Dokumentation des Schadens mithilfe einer detaillierten Beschreibung sowie Fotos kann die Abwicklung erleichtern. Geht es um einen Sachschaden, sollten die in Mitleidenschaft gezogenen Sachen nicht voreilig entsorgt, sondern wenn möglich bis zum Abschluss der Schadensabwicklung aufbewahrt werden. Denn oft bestehen Versicherer auf eine eigene Begutachtung des Schadens.

Ob ein Versicherungsnehmer tatsächlich schadenersatzpflichtig ist, prüft die Versicherung. Als kleine Rechtschutzversicherung wehrt sie sogar unberechtigte Ansprüche für den Versicherten ab. Deshalb ist es besonders wichtig, keine unbedachten Schuldzugeständnisse oder vorschnellen Schadensersatzleistungen einzuräumen. Bei mit der Versicherung nicht abgesprochenen Zahlungen an Geschädigte weigert sich die Versicherung womöglich, entstandene Kosten im Nachhinein zu übernehmen. Erhält der Schadensverursacher Forderungen, Mahnungen oder Klagen, sollten auch diese Dokumente schnellstmöglich an die Versicherung weitergeleitet werden. Die bestimmt und unternimmt dann alle weiteren Schritte zur Schadensregulierung.

Wann setzt der Versicherungsschutz der Betriebshaftpflichtversicherung ein?

Nicht mit der Unterschrift unter den Vertrag, sondern mit dem in der Police vermerkten Datum beginnt im Allgemeinen der Versicherungsschutz einer Betriebshaftpflichtversicherung. Damit die Versicherung auch tatsächlich zum vereinbarten Termin ihren Schutz entfaltet, ist allerdings auch die pünktliche Beitragszahlung entscheidend. Im Versicherungsrecht wird dabei besonders dem ersten zu leistenden Beitrag eine besondere Bedeutung eingeräumt. So beginnt die wirksame Absicherung erst, wenn die erste Prämie vom Versicherungsnehmer entrichtet wurde.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Betriebshaftpflichtversicherung sein?

Vergleichen24 | BetriebshaftpflichtversicherungDie Versicherungssumme gibt an, bis zu welcher Höhe verursachte Schäden ersetzt werden. Dabei werden Sach-, Personen und Vermögensschäden unterschieden. Die Deckungssumme einer Betriebshaftpflichtversicherung muss den Risiken des Unternehmens angepasst sein und so gewählt werden, dass der größte anzunehmende Schadensfall abgesichert werden kann. Deshalb ist eine Versicherungssumme über mehrere Millionen Euro auch für kleinere Betriebe empfehlenswert. Experten raten zur pauschalen Absicherung von Personen- und Sachschäden zu einer Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro. Die Versicherungssumme für Vermögensschäden kann etwas niedriger angesetzt werden. Da die Prämien­unterschiede bei Betriebshaftpflicht­versicherungen mit unterschiedlichen Deckungssummen eher gering sind, sollten Versicherungsnehmer bei der Wahl ihrer Absicherung nicht zu tief greifen.

Eine ausreichend hohe Deckungssumme ist vor allem im Fall von Personenschäden elementar. Auf den ersten Blick mögen Sachschäden, zum Beispiel an einem teuren Luxuswagen oder an EDV-Anlagen, ein großes Risiko darstellen. Das viel größere Risiko für Unternehmer lauert jedoch im Bereich Personenschäden, die im ungünstigen Fall in den sechs- bis siebenstelligen Bereich gehen können. Zum Beispiel, wenn ein Kunde auf dem Firmengelände eine so schwere Verletzung davonträgt, dass er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Zu den Behandlungskosten, Reha-Maßnahmen und Schmerzensgeld kommt dann noch die Zahlung einer lebenslangen Rente. Die kann ein Unternehmen ohne Betriebshaftpflichtversicherung schnell ruinieren und die Existenz kosten.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Betriebshaftpflichtversicherung berechnet?

Die Kosten für eine Betriebshaftpflichtversicherung richten sich primär nach dem zu versichernden Risiko und der vereinbarten Deckungssumme. Ein Handwerker trägt beispielsweise ein höheres Risiko für Personen- und Sachschäden als der Inhaber einer Steuerkanzlei. Dieser Umstand wird sich in den Prämien niederschlagen.

Ausschlaggebend für die Berechnung der Kosten für eine Betriebshaftpflichtversicherung sind neben der Versicherungssumme vor allem

  • Betriebsart und berufliche Tätigkeit
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Betriebsgröße
  • die Tätigkeiten auf fremden Grundstücken
  • erwirtschafteter Jahresumsatz

Es ist in jedem Fall sinnvoll, einen Selbstbehalt zu vereinbaren. Je höher die vereinbarte Selbstbeteiligung pro Versicherungsfall, desto niedriger fallen die zu zahlenden Prämien aus. Schließlich sollen mit der Betriebshaftpflichtversicherung existentiell bedrohliche Risiken ausgeschlossen werden, nicht aber kleine Missgeschicke, die vielleicht mit 150 Euro selbst zu regulieren sind. Bei der Wahl der Deckungssumme lohnt sich Sparsamkeit hingegen nicht. Die Prämiendifferenzen bei unterschiedlichen Versicherungssummen sind recht gering, so dass Versicherungsnehmer im Zweifel lieber auf eine höhere Deckungsgrenze setzen sollten.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Betriebshaftpflichtversicherung für mich?

So vielfältig die Geschäftsmodelle, so bunt sind die Angebote auf dem Marktplatz der Betriebshaftpflichtversicherungen. Nur ein sorgfältiger Vergleich gewährleistet, dass ein Unternehmen die Betriebshaftpflichtversicherung erhält, die es auch wirklich benötigt. Für die individuellen Risiken bieten Versicherer zahlreiche Zusatzleistungen, die über einen Online-Vergleich schnell und bequem identifiziert werden können.

So benötigt eine Lackiererei unbedingt das Modul „Umweltschaden“. Ein Ingenieurbüro sollte nicht auf den Baustein „Vermögensschäden“ verzichten, der bei echten Vermögensschäden infolge einer fehlerhaften Beratung oder Dienstleistung aktiv wird. Und viele Unternehmen sichern sich mittlerweile mit dem Leistungsbaustein „Diskriminierung“ gegen drohende Auseinandersetzungen ab.

Sehr übersichtlich gestaltet sich bei einem Online-Vergleich außerdem die Gegenüberstellung der Beitragskosten und möglicher Rabattierungen. So lassen sich nicht nur die passendsten Angebote ausfindig machen, sondern noch dazu Kosten sparen.

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Die Betriebshaftpflichtversicherung greift ausschließlich bei Schadenersatzansprüchen eines geschädigten Dritten, wenn der Schaden durch die Ausübung einer betrieblichen Tätigkeit entstanden ist. Damit sind die Ausgaben für eine Betriebshaftpflichtversicherung eindeutig als  betriebliche Ausgabe zu klassifizieren und können von der Steuer abgesetzt werden.

Worauf muss ich bei der Kündigung meiner Betriebshaftpflichtversicherung achten?

Vergleichen24 | BetriebshaftpflichtversicherungIn aller Regel sind auch Betriebshaftpflichtversicherungen als Jahresverträge abgeschlossen und können jährlich und unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Über das Ablaufdatum gibt die Versicherungspolice oder der Versicherer Auskunft. Wird der Termin zur Kündigung verpasst, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr. Bei Auflösung des Unternehmens kann die Versicherungspolice sofort gekündigt werden.

Nach einem regulierten Schaden haben sowohl Versicherungsnehmer als auch Versicherungsunternehmen das Recht, die Police zur Betriebshaftpflichtversicherung außerordentlich aufzuheben. Nicht nur die Auszahlung eines Schadenersatzes, auch die erfolgte Zustellung einer Klage über einen Haftpflichtanspruch kann als auslösendes Ereignis für eine Kündigung geltend gemacht werden. Zudem vermag das Anzeigen zu vieler Schäden zur außerordentlichen Kündigung der Betriebshaftpflichtversicherung durch den Versicherer führen. Daher sollten sich Versicherungsnehmer genau überlegen, ob sie einen Schaden melden. Die Betriebshaftpflichtversicherung für Bagatellschäden zu nutzen, ist jedenfalls immer eine schlechte Idee. Um seinen Versicherungsschutz für echte Notfälle mit hohen Schadensersatzforderungen zu behalten, ist es ratsam, kleinere Schäden lieber aus eigener Tasche zu begleichen. Zumal es nach einem Rauswurf aus der bisherigen Versicherung Probleme bereiten kann, bei einem neuen Versicherer mit vergleichbaren attraktiven Konditionen unterzukommen.

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Betriebshaftpflichtversicherung achten?

Ein Wechsel des Versicherers ist sorgfältig zu planen. Denn einerseits will man sich mit dem neuen Vertrag nicht verschlechtern, andererseits müssen Kündigung und Neuversicherung so vorbereitet sein, dass keine zeitliche Absicherungslücke entsteht. Wechselwillige sollten also sicherstellen, dass die neue Police unter Dach und Fach ist, bevor der alte Vertrag gekündigt wird. Dafür empfiehlt sich wieder der Blick in die Unterlagen, denn wichtige Fristen werden von den Versicherungsunternehmen höchst unterschiedlich gehandhabt. Bei einigen Anbietern ist der Versicherungsschutz um 0 Uhr nachts erloschen, andere Tarife enden bereits um zwölf Uhr mittags. Neben dem richtigen Zeitpunkt der Kündigung und den Kosten für die Police sind die abzuschließenden Leistungsbausteine der Betriebshaftpflichtversicherung genau unter die Lupe zu nehmen. Schließlich soll auch die neue Police vor den individuellen Risiken des Betriebes schützen.

Welche Vorteile hat eine Betriebshaftpflichtversicherung?

„Wer nicht arbeitet, macht keine Fehler“, so der Volksmund. Im Umkehrschluss können überall dort, wo gearbeitet wird, kleine Missgeschicke und schwere Unfälle passieren. Wenn dabei Menschen oder Eigentum Dritter zu Schaden kommen, muss der Unternehmer für alle entstandenen Verletzungen und Beschädigungen aufkommen. Ganz gleich, ob der Unternehmer selbst oder ein Mitarbeiter Verursacher des Schadens ist. So will es der Gesetzgeber.

Der Unternehmer haftet nicht nur mit seinem Betriebsvermögen, sondern auch mit seinem privaten Besitz. So kann ein Schadensfall nicht nur den Betrieb schwer treffen, sondern sogar zu einem finanziellen Fiasko für die ganze Familie werden. Mit der Unterschrift unter eine adäquate Betriebshaftpflichtversicherung ist der Firmenchef diese Sorgen los. Durch die spezialisierte Police verschaffet sich der Versicherungsnehmer eine umfassende Haftungsfreistellung für das Unternehmen.

Die Regulierung eines berechtigten Schadensersatzanspruches erfolgt direkt vom Versicherer an den Geschädigten. Das erspart dem Unternehmen erheblichen Verwaltungsaufwand – und noch viel wichtiger: enorme Kosten. Dank Betriebshaftpflichtversicherung muss der Betrieb nämlich keine Rücklagen für etwaige Schadensersatzforderungen bilden. Vielmehr kann dieses Kapital in andere Projekte fließen. Außerdem prüft der Versicherer in jedem Schadensersatzfall, ob überhaupt ein berechtigter Anspruch des Geschädigten besteht und inwieweit die geforderte Höhe der Entschädigung angemessen ist. Bei ungerechtfertigten Ansprüchen wehrt die Versicherung überhöhte oder unberechtigte Schadensersatzforderungen für seinen Versicherten ab.

Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt daher zuverlässig vor unberechenbaren Vermögensverlusten, die im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein können. Die Beitragshöhe der Betriebshaftpflichtversicherung ist ein Fixbetrag, der bei der Planung der Betriebsausgaben fest eingeplant werden. Außerdem sind die Prämien für eine Betriebshaftpflichtversicherung vollständig als Betriebsausgabe von der Steuer absetzbar.

Welche Nachteile hat eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Mit ihren Betriebshaftpflichtversicherungen bieten Versicherungsunternehmen ein Produkt, mit dem man eine Vielzahl an Risiken absichern kann. Wer einen Vergleich der Anbieter anstellt, muss sich mit einer großen Bandbreite an Leistungsbausteinen beschäftigen. Die Auswahl der richtigen Module kann mitunter mühsam sein. Wer am Ende eine Police mit der falschen Absicherung wählt, zahlt viel Geld für nichts. Auch zu viele Bausteine auszuwählen, um auf Nummer Sicher zu gehen, ist ein schlechter Tipp. Denn viel kostet auch viel. Genau hinzusehen gilt es bei den Klauseln in den Vertragsbedingungen der einzelnen Versicherer. Manche Anbieter regulieren keine Schäden, die im Ausland entstehen; andere schließen Tätigkeits- oder Vermögensschäden oder Be-, Entlade- sowie Allmählichkeitsschäden aus. Hier sollten Versicherungsnehmer exakt auf die verwendeten Worte und Begrifflichkeiten achten.