Berufsunfähigkeitsversicherung im Griff
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Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein Unfall, Allergien oder eine schwere Krankheit – es gibt viele Ursachen f√ľr eine Berufsunf√§higkeit. Wenn man aus dem Arbeitsleben gerissen wird und das Einkommen wegf√§llt, hat man hoffentlich eine gute Absicherung.

Warum lohnt sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Vergleichen24 l Berufsunf√§higkeitsversicherungExperten sind sich einig: die Berufsunf√§higkeitsversicherung ist neben der privaten Haftpflichtversicherung die wichtigste freiwillige Versicherung √ľberhaupt. Sie springt ein, wenn Berufsunf√§higkeit die Existenz bedroht und zahlt einen monatlichen, vertraglich festgelegten Betrag bis zum Eintritt in die regul√§re Rente.

Auf die staatlichen Leistungen sollten sich Berufstätige nicht verlassen. Denn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht in der Regel nicht aus, sein Leben angemessen zu bestreiten. Auch greift sie nicht in allen Fällen. Eine Erwerbsminderungsrente bekommt man nämlich erst, wenn man in keinem Beruf länger als drei Stunden zu arbeiten vermag. Ein Betriebsleiter, der noch an der Pforte sitzen kann, geht also leer aus. Menschen, die noch drei bis sechs Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf einsetzbar sind, erhalten nur die halbe Erwerbsminderungsrente.

Die Berufsunf√§higkeitsversicherung ist daher unumg√§nglich, um im Fall einer Berufsunf√§higkeit ein ausreichendes Einkommen zu haben. Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird berufsunf√§hig. Dabei ist er laut Deutscher Rentenversicherung im Schnitt erst 51 Jahre alt. Die Wenigsten k√∂nnen diese Zeit bis zur regul√§ren Rente mit 67 jedoch mit eigenen Ersparnissen √ľberbr√ľcken. Dazu braucht es schon ein gro√ües Verm√∂gen. Fast 300 000 Euro m√ľsste man auf der hohen Kante haben, um monatlich √ľber 1500 Euro verf√ľgen zu k√∂nnen! Zuverl√§ssigen Schutz vor diesem hohen finanziellen Risiko bietet die Berufsunf√§higkeitsversicherung. Darauf verzichten darf eigentlich nur, wer ein nennenswertes Verm√∂gen besitzt oder auf die Unterst√ľtzung durch Familienangeh√∂rige z√§hlen kann.

Besonders zu empfehlen ist eine Berufsunf√§higkeitsversicherung f√ľr alle Erwerbst√§tigen, die nicht auf ihr Einkommen verzichten k√∂nnen, insbesondere Alleinverdiener einer Familie. Auch f√ľr Selbstst√§ndige, die meist nicht gesetzlich versichert sind sowie f√ľr Berufsanf√§nger, die von g√ľnstigen Einstiegspolicen profitieren, lohnt sich die Absicherung der Arbeitskraft. F√ľr Beamte mit mehr als f√ľnfj√§hriger Dienstzeit empfiehlt sich eine BU nur, wenn sie auf eine hohe Absicherung wertlegen. Denn sie erhalten im Gegensatz zu ihren jungen Kollegen ein ausk√∂mmliches Ruhegehalt. Gute Berufsunf√§higkeits-Policen f√ľr Hausfrauen und -m√§nner sind schwer zu finden; oft gibt es f√ľr diese Berufsgruppe nur eine geringe Rente bei hohen Pr√§mienzahlungen. Wer aber bereits einen BU-Vertrag besitzt und vielleicht wieder in den Beruf zur√ľckkehren m√∂chte, sollte die Berufsunf√§higkeitsversicherung m√∂glichst behalten.

Das Risiko, berufsunf√§hig zu werden, h√§ngt nicht zuletzt vom ausge√ľbten Beruf ab. Wer k√∂rperlich hart arbeitet, l√§uft eher Gefahr, seine T√§tigkeit vor Eintritt in den Ruhestand aufgeben zu m√ľssen. In allen Berufsfeldern steigt zudem derzeit das Risiko f√ľr psychische Leiden, die eine R√ľckkehr in den Beruf auf Dauer verhindern.

Welche Leistungen sind im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung mitversichert?

Die Berufsunf√§higkeitsversicherung zahlt eine monatliche, vorab vereinbarte Rente, wenn der Versicherungsnehmer seinem zuletzt ausge√ľbten Beruf auf Dauer nicht mehr nachgehen kann. Dabei spielt das zuvor erzielte Einkommen keine Bedeutung.

Eine gute Police leistet auch dann, wenn der Versicherte noch in einem anderen Beruf arbeiten k√∂nnte. Der Leistungsfall tritt in der Regel ein, wenn der Versicherungsnehmer zu mindestens 50 Prozent berufsunf√§hig ist. Er hat demnach mindestens die H√§lfte seiner Leistungsf√§higkeit verloren und ist nicht mehr in der Lage, f√ľr seinen Beruf wichtige T√§tigkeiten auszuf√ľhren oder mehr als ein paar wenige Stunden am Tag zu arbeiten.

Eine leistungsstarke Berufsunf√§higkeitsversicherung zeichnet au√üerdem aus, dass der Versicherte nach Vertragsabschluss seine Versicherung nicht √ľber einen Berufswechsel oder ein erh√∂htes Risiko informieren muss. Der Versicherungsschutz gilt zudem weltweit. Verlangt der Versicherer eine √§rztliche Untersuchung in Deutschland, tr√§gt er die Kosten daf√ľr.

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließe?

Je fr√ľher, desto besser hei√üt die Faustregel beim Abschluss einer Berufsunf√§higkeitsversicherung. Zum einen, weil f√ľr junge Arbeitnehmer die gesetzliche Erwerbsminderungsrente noch keinen Schutz entfalten kann; zum anderen, weil attraktive Starter-Optionen f√ľr Berufseinsteiger, Existenzgr√ľnder oder Studenten einen preiswerten Zugang zur notwendigen Berufsunf√§higkeitsversicherung erm√∂glichen. Au√üerdem bringen junge Anw√§rter zumeist keine langen Krankenakten mit, die den Eintritt in die Berufsunf√§higkeitsversicherung erschweren. Trotz besonders g√ľnstiger Pr√§mien in der Startphase genie√üen sie vollen Versicherungsschutz.

Ein leistungsstarker Tarif ist essentiell f√ľr eine gute Absicherung gegen Berufsunf√§higkeit. Daher lieber einen Tarif mit einem h√∂heren Preis w√§hlen, der im Ernstfall auch wirklich leistet und sich nicht auf zahlreiche Ausschl√ľsse berufen kann.

Eine Rechtsschutzversicherung abschlie√üen, denn leider weigern sich Berufsunf√§higkeitsversicherungen h√§ufig, zu zahlen. Laut Versicherungsverband GDV leisten sie in etwa einem Viertel der F√§lle nicht. Immer wieder treffen sich deshalb Versicherungsunternehmen und Versicherte vor Gericht. Bevor man die Police f√ľr eine Berufsunf√§higkeitsversicherung unterschreibt, sollte man zudem eine Rechtsschutzversicherung abschlie√üen, und zwar mindestens drei Monate vorher wegen der Wartezeiten.

Eine Risikovoranfrage ist ein probates Mittel, wenn man eine Ablehnung aus gesundheitlichen Gr√ľnden f√ľrchtet. Gemeinsam mit einem Versicherungsberater kann eine solche Abfrage bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften erfolgen. So k√∂nnen Konditionen und Leistungen von Anbietern gepr√ľft werden, ohne eine Ablehnung durch einen Versicherer zu riskieren. Denn schon eine Abweisung verringert vielleicht die Chance, √ľberhaupt einen Vertrag zu bekommen. Versicherungen tauschen gerne negative Informationen potentieller Kunden untereinander aus, um ihr eigenes Risiko m√∂glichst gering zu halten.

Gesundheitsfragen sind wahrheitsgem√§√ü und gewissenhaft zu beantworten, wenn ein Vertragsabschluss anvisiert wird. Das gilt vor allem f√ľr Krankheiten, die aktenkundig sind und von der Versicherung nachgepr√ľft werden k√∂nnen. Hat der Versicherte falsche Angaben gemacht oder Erkrankungen verschwiegen, darf die Versicherung sp√§ter Leistungen verweigern. Damit die Ausk√ľnfte zur Gesundheit stimmig sind, empfiehlt sich ein eigener Blick in die Krankenakte und das Gespr√§ch mit den √Ąrzten. So wird keine Behandlung der vergangenen Jahre vergessen und sichergestellt, dass nicht falsche Eintr√§ge oder Diagnosen zu Komplikationen f√ľhren. Bei guten Policen sind maximal die vergangenen f√ľnf Jahre f√ľr ambulante Behandlungen und zehn Jahre bei Krankenhausaufenthalten relevant. Eine Kopie der unterschriebenen Gesundheitsfragen sollten Versicherungsnehmer sorgf√§ltig aufbewahren, damit im Versicherungsfall die gemachten Angaben mit den Informationen der Versicherung abgeglichen werden k√∂nnen.

Ausschlussklauseln m√ľssen bei bestimmten Krankheiten akzeptiert werden. In diesen F√§llen ist es enorm wichtig, die genauen Formulierungen der Klauseln zu pr√ľfen und gegebenenfalls durch einen Berater verhandeln zu lassen. Damit wird vermieden, dass zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall zum Ausschluss der kompletten Wirbels√§ule und aller damit zusammenh√§ngender Erkrankungen f√ľhrt. Denn die Police sollte trotz Bandscheibenvorfall wenigstens bei Tumoren, Br√ľchen oder Infektionen an der Wirbels√§ule leisten. Ein bezahlbarer Risikozuschlag ist einer Ausschlussklausel meist vorzuziehen, da der Versicherungsschutz dann keine Ausnahmen macht. Ist ein Aufschlag zu teuer, sollte man den Ausschluss nach einiger Zeit nochmal √ľberpr√ľfen lassen, falls der Versicherte im betreffenden Bereich nachweislich keine Beschwerden mehr hat.

Das tats√§chliche Alter stimmt bei manchen Versicherungen nicht unbedingt mit dem Alter im Vertrag √ľberein. Viele Versicherungsunternehmen lassen ihre Kunden grunds√§tzlich an Silvester ein Jahr √§lter werden. Daher kann es von Vorteil sein, den Vertrag im alten Jahr zu unterschreiben und als noch j√ľngerer Antragsteller von geringeren Beitr√§gen zu profitieren. Es gibt aber auch Gesellschaften, die kurz nach dem Jahreswechsel oder dem Geburtstag eine Zur√ľckdatierung vornehmen und die Pr√§mie nach dem tats√§chlichen Alter berechnen.

Netto- und Bruttopr√§mien bei Berufsunf√§higkeitsversicherungen unterscheiden sich zum Teil erheblich. Die Brutto-Pr√§mie kann zwischen 30 und sogar 100 Prozent √ľber der Netto-Pr√§mie liegen. Beim Bruttowert handelt es sich um den Beitrag, der bei Vertragsschluss als Pr√§mie vereinbart wird. Der Nettobeitrag ergibt sich beispielsweise nach der Verrechnung von √úberschussanteilen. Hat aber ein Unternehmen seine Risiken oder Anlagegewinne nicht richtig kalkuliert, ist es zur teils kr√§ftigen Erh√∂hung der Brutto-Pr√§mie gezwungen. Das Augenmerk sollte deshalb nicht nur auf einem niedrigen Nettobeitrag liegen, der lediglich f√ľr das erste Jahr garantiert ist. Ma√ügeblich ist auch die Quote, mit der die Versicherung die Brutto-Pr√§mie anheben darf. Die Spanne zwischen den beiden Wertem sollte m√∂glichst gering sein. Im Zweifel lieber einen etwas h√∂heren Nettobeitrag w√§hlen, wenn daf√ľr der Bruttobeitrag deutlich geringer ausf√§llt.

Nachversicherungsgarantie und Dynamik sind wichtige Elemente, mit deren Hilfe die einmal vereinbarte Rente auch in 20 oder 30 Jahren noch zum Leben reicht. Durch neue Lebensumst√§nde wie eine Familiengr√ľndung oder Berufswechsel, aber auch durch die Inflation ist die Anpassung der Rentenh√∂he zumeist notwendig.

Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es dem Versicherten in bestimmten Situationen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserh√∂hung, seine BU-Rente nachtr√§glich hoch zu stufen. Dazu ist keine erneute Gesundheitspr√ľfung n√∂tig. Allerdings wird f√ľr den aufgestockten Teil der Rente wie bei einem Neuabschluss der Versicherung das aktuelle Lebensalter zugrunde gelegt. So kostet die sp√§ter erh√∂hte Rente immer mehr als eine gleich hohe Rente, die direkt bei Vertragsbeginn vereinbart wurde. Die Rente darf meist nur bis zu einer bestimmten Summe und einem festgelegten Alter, in der Regel 45 Jahre, erh√∂ht werden.

Mit der Dynamisierung der Beitr√§ge wirkt man der Inflation und damit dem Wertverfall der urspr√ľnglich vereinbarten Rente entgegen. Dabei steigt der Beitrag j√§hrlich um einen festgelegten Prozentsatz, beispielsweise um 3 Prozent. Gleichzeitig erh√∂ht sich die Rente, leider zu einem etwas geringeren Prozentsatz. Wie bei der Nachversicherungsgarantie wird f√ľr jeden Erh√∂hungsschritt das aktuelle Lebensalter zugrunde gelegt, wodurch sich zunehmend h√∂here Beitr√§ge ergeben. Wem der Beitrag zu teuer wird, kann der Erh√∂hung in der Regel zweimal widersprechen und nur jedes dritte Jahr annehmen. Nach dreimaliger Ablehnung in Folge gibt es keine weiteren Erh√∂hungen. Ab dem 45. Geburtstag unbedingt pr√ľfen, ob die Dynamik durch das h√∂here Lebensalter nicht zu teuer wird.

Die abstrakte Verweisung sollte keinesfalls Bestandteil eines BU-Vertrages sein. Andernfalls kann der Versicherer die Rentenzahlung verweigern, wenn der Antragsteller noch in einem anderen Beruf arbeiten könnte. Die meisten Anbieter präsentieren mittlerweile die abstrakte Verweisung nur noch als Option, um Beiträge zu senken. Weniger kritisch ist die konkrete Verweisung zu sehen. Sie kann Rentenzahlungen nur dann verhindern, wenn der Versicherungsnehmer freiwillig eine neue berufliche Tätigkeit aufgenommen hat. Wichtig ist allerdings, dass die Police ausweist, ab welchem Gehaltsverlust durch die berufliche Neuorientierung die BU-Rente gezahlt werden muss. Experten meinen, dass einem Versicherten ab einem Gehaltsverlust von 20 Prozent die Rente zustehen sollte.

In welchen Fällen erbringt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ihre Versicherungsleistungen?

Vergleichen24 l BerufsunfähigkeitsversicherungWenn ein Versicherter seine Arbeitskraft auf Dauer nicht mehr einsetzen kann, tritt die Berufsunfähigkeitsversicherung ein. Im Allgemeinen gilt ein Versicherter als berufsunfähig, wenn er in seinem aktuellen Beruf nur noch weniger als 50 Prozent der vorher geleisteten Arbeit bewältigen kann.

Grundlage zur Feststellung der Leistungsf√§higkeit sind zum einen die durchschnittlichen Arbeitsstunden. Vor√ľbergehende Kurzarbeit geht nicht in die Berechnung mit ein, permanente √úberstunden schon. So w√§re ein vielbesch√§ftigter Anwalt, der bislang 60 Wochenarbeitsstunden absolviert hat, schon berufsunf√§hig, wenn er weniger als 30 Stunden schafft. Eine Angestellte, die einen 20-Stunden-Job hat, w√§re dagegen erst berufsunf√§hig, wenn sie nur noch weniger als 10 Stunden pro Woche arbeiten¬†kann.

Der zweite Faktor zur Bestimmung der Berufsunf√§higkeit ist die voraussichtliche Dauer der Beeintr√§chtigung. Nach einem unkomplizierten Beinbruch beispielsweise ist der Versicherte f√ľr einen √ľberschaubaren Zeitraum au√üer Gefecht. Eine BU w√§re erst dann gegeben, wenn ein Bruch zu einer Gehbehinderung f√ľhrt und ein Sportlehrer nun einen erheblichen Teil seiner Arbeit nicht mehr erledigen kann. Gute Policen legen eine Beeintr√§chtigungsdauer von sechs Monaten zugrunde.

Die Berufsunf√§higkeitsversicherung sollte nach der Pauschalregelung regulieren. Danach erh√§lt der Versicherte die volle Rentenzahlung, wenn er zu mindestens 50 Prozent berufsunf√§hig ist. Bei der Staffelregelung wie sie manche Versicherungen anbieten, h√§tte der Versicherungsnehmer nur Anspruch auf die halbe Rente. Zwar gibt es bereits bei 25-prozentiger Berufsunf√§higkeit ein Viertel der Rente, die volle Rente aber erst bei 75 Prozent. Da Auseinandersetzungen um jeden Prozentpunt nicht un√ľblich sind, ist die Pauschalregelung in jedem Fall vorzuziehen.

In welchen Fällen erbringt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ihre Versicherungsleistungen nicht?

F√ľr einige Risiken wird kein Versicherer Rentenzahlungen leisten. Insbesondere, wenn

  • die Berufsunf√§higkeit durch ein Leiden verursacht wurde, welches bereits vor Vertragsabschluss existiert hat
  • Risiken wie bestimmte Erkrankungen oder gef√§hrliche Hobbies per Police ausgeschlossen sind
  • eine Beeintr√§chtigung, eine Krankheit oder ein Kr√§fteverfall absichtlich vom Versicherten herbeigef√ľhrt wurde
  • eine absichtliche Selbstverletzung nachgewiesen werden kann
  • eine versuchte Selbstt√∂tung vorliegt
  • die Berufsunf√§higkeit durch die vors√§tzliche Ausf√ľhrung oder den strafbaren Versuch eines Verbrechens verursacht wurde

Ist es möglich, zusätzliche Bausteine mitzuversichern?

Die Berufsunf√§higkeitsversicherung bietet vielf√§ltige Gestaltungsm√∂glichkeiten. Bausteine wie Nachversicherungsoption und Dynamik sollten in der Police unbedingt enthalten sein. Versicherungen bieten zudem die M√∂glichkeit, bei einer Krankschreibung die vereinbarte Rente f√ľr mindestens sechs Monate zu zahlen, auch wenn die weiteren Voraussetzungen f√ľr eine Berufsunf√§higkeit noch nicht gegeben oder gekl√§rt sind.

F√ľr Familien ist der Leistungsbaustein interessant, der einspringt, wenn ein Kind schwer erkrankt. Damit Mutter oder Vater ihren Nachwuchs zu Hause pflegen k√∂nnen, zahlt die Versicherung die Berufsunf√§higkeitsrente bis zu einem vereinbarten H√∂chstsatz. Daf√ľr muss beim Kind eine im Vertrag festgelegte schwere Krankheiten diagnostiziert worden sein.

Die Berufsunf√§higkeitsversicherung kann au√üerdem auf Wunsch eine finanzielle Absicherung der Angeh√∂rigen im Todesfall beinhalten. Wir empfehlen zu pr√ľfen ob sich nicht¬† noch der Abschluss einer Berufsrechtsschutzversicherung lohnt!

Wann setzt der Versicherungsschutz der Berufsunfähigkeitsversicherung ein?

Der Versicherungsschutz beginnt zu dem im Versicherungsschein genannten Zeitpunkt. Vorausgesetzt, der Erst- sowie alle Folgebeiträge wurden nach Aufforderung termingerecht beglichen.

Versicherungsschutz besteht f√ľr die festgelegte Vertragsdauer. Einige Versicherungen leisten erst nach sechs Monaten Berufsunf√§higkeit, teilweise sogar noch sp√§ter. Daf√ľr sind die Beitr√§ge bei Tarifen mit solchen Wartezeiten niedriger. Wer √ľber keine gro√üen Ersparnisse zur √úberbr√ľckung verf√ľgt, sollte Tarife mit Wartezeiten vermeiden.

Die Versicherungszeit ist der Zeitraum, in dem die Berufsunf√§higkeit eintreten muss, damit die Versicherung eine Rente zahlt. Deshalb sollten Versicherungszeiten nicht zu knapp bemessen werden. Endet der versicherte Zeitraum mit dem 50. Lebensjahr und der Versicherte wird mit 51 Jahren berufsunf√§hig, hat er eine lange Zeit ohne Einkommen zu √ľberstehen. Um solche Absicherungsl√ľcken zu vermeiden, versichert die Berufsunf√§higkeitsversicherung im Idealfall Risiken bis zum Renteneintrittsalter.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Berufsunfähigkeitsversicherung sein?

Viele Berufsunf√§higkeitsrenten sind viel zu niedrig. Dabei ist es immens wichtig, dass die versicherte Summe reicht, um laufende Kosten f√ľr Familie, Wohnung, Versicherungen oder Altersvorsorge zu finanzieren. Experten empfehlen, mindestens 70 Prozent des Nettoeinkommens zu versichern und vorher genau zu √ľberlegen, welche j√§hrlichen Ausgaben unbedingt gedeckt sein m√ľssen. Einnahmen aus Vermietung sowie Kapitalanlagen oder eine private Rentenversicherung k√∂nnen den Absicherungsbedarf verringern.

Wer ausschlie√ülich Einnahmen aus der Erwerbst√§tigkeit erzielt, muss unbedingt eine Rentenzahlung vereinbaren, die √ľber 1000 Euro liegt. Denn kleine BU-Renten zwingen den Versicherten, zus√§tzlich Sozialleistungen wie Hartz IV zu beantragen. Die private Vorsorge wird dann auf die Sozialleistungen angerechnet, bis man im schlimmsten Fall den Betrag erh√§lt, den man auch ohne private Vorsorge bekommen h√§tte.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung berechnet?

Vergleichen24 l Berufsunf√§higkeitsversicherungEine Versicherung berechnet ihre Pr√§mien stets nach der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kunde berufsunf√§hig wird. Die Kosten f√ľr eine BU werden vor allem von f√ľnf Faktoren bestimmt: dem Alter bei Vertragsbeginn, dem Gesundheitszustand, dem Beruf, der H√∂he der angestrebten Rente und der Laufzeit des Vertrages.

K√∂rperlich T√§tige in sozialen und handwerklichen Berufen haben deshalb rein versicherungstechnisch ein h√∂heres Risiko als ein Sachbearbeiter am Schreibtisch. Auch wer in seiner Freizeit gerne klettert oder reitet, zahlt mehr. Noch entscheidender als Beruf und Hobby ist allerdings der Gesundheitszustand eines Bewerbers. Mit einigen Erkrankungen wie Diabetes Typ 1 oder Epilepsie ist es schwer, √ľberhaupt einen Vertrag zu bekommen. Genauso k√∂nnen Allergien oder schon ausgeheilte R√ľckenbeschwerden zu erh√∂hten Beitr√§gen f√ľhren.

Dagegen beg√ľnstigt eine Familie zumeist die Kosten f√ľr eine Berufsunf√§higkeitsversicherung. Denn statistisch gesehen senkt das erh√∂hte Verantwortungsbewusstsein innerhalb von Partnerschaften mit Kindern das Berufsunf√§higkeitsrisiko. Diesen Vorteil geben Gesellschaften oft mit einem Familienbonus von bis zu zehn Prozent weiter.

Wer jung und gesund in die Berufsunf√§higkeitsversicherung einsteigt, profitiert von g√ľnstigen Pr√§mien. Ein 30-J√§hriger, der eine BU-Versicherung √ľber 1000 Euro und einer Laufzeit bis zum 65. Geburtstag abschlie√üt, kann eine gute Police bereits f√ľr um die 35 Euro im Monat erhalten. Zehn Jahre √§lter, bezahlt er f√ľr den gleichen Vertrag bereits √ľber 10 Euro mehr pro Monat. Ein 40-j√§hriger Handwerker muss f√ľr einen vern√ľnftigen BU-Schutz im Schnitt √ľber 80 Euro im Monat berappen – 70 Prozent mehr als der Kaufmann im B√ľro.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Berufsunf√§higkeitsversicherung f√ľr mich?

Die Vertragsbedingungen der verschiedenen Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen sind sehr unterschiedlich. Nur wer das Kleingedruckte aufmerksam liest und sich auf die Suche nach nachteiligen Klauseln macht, ist im Ernstfall auch wirklich gut abgesichert.

Der erste Blick verr√§t meist nur die Pr√§mien f√ľr eine Versicherung. Besonders g√ľnstige Angebote enthalten jedoch oft ung√ľnstige Klauseln und Ausschl√ľsse, so dass die Police bei einer eintretenden Berufsunf√§higkeit nicht wirklich sch√ľtzt. Ein Vergleich der Versicherer und ihrer Leistungen ist deshalb unumg√§nglich.

Ist es m√∂glich, den Versicherungsschutz und die Versicherungsbeitr√§ge flexibel an meine Bed√ľrfnisse anzupassen?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich ganz individuell an die persönlichen Lebensumstände anpassen. Hat man neben dem beruflichen Einkommen weitere Einnahmequellen aus Vermietung oder Verpachtung, Kapitalanlagen, einem Versorgungswerk sowie einer gesetzlichen Rentenversicherung, muss die BU nicht den gesamten Lebensunterhalt abdecken.

Die Berechnung der zu versichernden Rente orientiert sich außerdem an weiteren, ganz spezifischen Faktoren. Versicherte sollten sich vor Abschluss der Police fragen:
  • Was bleibt an Einkommen, wenn ich nicht mehr arbeiten kann?
  • Welche Ausgaben laufen weiter?
  • Worauf kann ich notfalls verzichten?
  • Wie sieht meine Altersversorgung aus?
  • Muss ich eine Familie versorgen oder nur mich selbst?
Bei einem zeitweiligen Engpass, zum Beispiel w√§hrend einer Arbeitslosigkeit, bieten viele Versicherungen au√üerdem die Beitragsfreistellung f√ľr eine gewisse Zeit. Der Versicherte hat dann zwar in diesem Zeitraum keinen Versicherungsschutz, kann die Police bei wieder aufgenommener Pr√§mienzahlung aber wieder aktivieren ohne dass eine erneute Gesundheitspr√ľfung ansteht.

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Die Beitr√§ge zu einer Berufsunf√§higkeitsversicherung sind f√ľr Arbeitnehmer und Selbst√§ndige grunds√§tzlich steuerlich absetzbar. Die Aufwendungen f√ľr eine BU-Absicherung sind Sonderausgaben, die das zu versteuernde Einkommen mindern und in der Steuererkl√§rung geltend gemacht werden k√∂nnen.

Worauf muss ich bei der K√ľndigung meiner Berufsunf√§higkeitsversicherung achten?

Eine Berufsunf√§higkeitsversicherung sollte man nur im absoluten Notfall k√ľndigen. Denn jedes Lebensjahr und jeder Krankheitsfall mehr erschweren den erneuten Abschluss einer guten und bezahlbaren Absicherung.

Eine Police kann in der Regel j√§hrlich gek√ľndigt werden. Die K√ľndigungsfrist betr√§gt meist einen Monat zum Vertragsablauf. Nach einer Beitragserh√∂hung hat der Versicherte ein au√üerordentliches K√ľndigungsrecht. Ein schlechter Service, ungen√ľgende Leistungen oder √ľberteuerte Policen sind berechtigte Gr√ľnde f√ľr eine K√ľndigung. Bevor allerdings eine bestehende BU-Versicherung gek√ľndigt wird, sollte die Zusage eines neuen Anbieters vorliegen.

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

Nat√ľrlich muss auch eine Berufsunf√§higkeitsversicherung ab und zu auf den Pr√ľfstand. Ein veralteter Leistungskatalog und zu viele Ausschl√ľsse rechtfertigen einen Wechsel zu einem leistungsf√§higeren Anbieter. Dabei sollte nicht in erster Linie die Pr√§mie den Ausschlag f√ľr einen Tarif geben, sondern vor allem die Leistungen im Versicherungsfall. Ein Knackpunkt ist die erneute Gesundheitspr√ľfung. War man in den vergangenen Jahren h√§ufiger krank, kann es mit einem neuen und besseren Vertrag schwierig werden. Risikozuschl√§ge k√∂nnen die BU-Versicherung dann erheblich verteuern.

Was sind die Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunf√§higkeitsversicherung ist zur Absicherung der Existenz alternativlos und bietet einen umfassenden Schutz, wenn das Einkommen aus der beruflichen T√§tigkeit wegf√§llt. Im Gegensatz zu Unfall- oder Dread-Disease-Policen spielt es bei der BU-Versicherung keine Rolle, aus welchem Grund der Beruf nicht mehr ausge√ľbt werden kann.

Welche Nachteile hat die Berufsunfähigkeitsversicherung?

F√ľr einen Abschluss einer Berufsunf√§higkeitsversicherung braucht man viel Geduld und Zeit. Unz√§hlige Wettbewerber bieten zahlreiche Tarife mit unterschiedlichen Konditionen, sehr abweichenden Leistungskatalogen, un√ľbersichtlichen Bedingungen und Ausschl√ľssen. Nach einem leistungsstarken, bezahlbaren Tarif muss man mitunter lange suchen. Vergleichsweise g√ľnstige Policen bekommen nur Personen mit einem geringem Unfall- oder Erkrankungsrisiko. Gerade Menschen, die k√∂rperlich harte oder gef√§hrliche Arbeit verrichten und den BU-Schutz am dringendsten brauchen, k√∂nnen ihn daher oft nicht bezahlen.