Rechtsschutzversicherung im Griff
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Rechtsschutzversicherung

Warum lohnt sich der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung?

Vergleichen24 | RechtsschutzversicherungDie Rechtsschutzversicherung schließt eine Deckungslücke zwischen der Haftpflichtversicherung und der Inhaltsversicherung (zum Beispiel der Hausratversicherung), indem sie Kosten aus Rechtsstreitigkeiten übernimmt.

Sie kann sehr gezielt an den eigenen Ansprüchen ausgerichtet werden und dauerhaft zur Sicherung der eigenen Interessen dienen.

Versichert wird je nach Form der Rechtsschutzversicherung eine Kostenübernahme zur Abwehr von Vorwürfen und zur Durchsetzung eigener Interessen. Gesondert versichert werden kann die aktive Verfolgung von Straftaten.

Für die private Absicherung kann ein Rechtsschutz bereits zu günstigen Konditionen mit umfassender Absicherung in verschiedenen Rechtsbereichen geschlossen werden. Im gewerblichen Bereich und für spezielle Rechtsbereiche kann eine zusätzliche Deckung vereinbart werden.

Fachanwaltliche Beratung, freie Wahl der anwaltlichen Vertretung

Die Wahl der anwaltlichen Vertretung ist in der Regel frei. Je nach Versicherungsform ist auch die fachanwaltliche Vertretung eingeschlossen bzw. können Vertragsanwälte durch das Versicherungsunternehmen vorgeschlagen werden. Fachanwälte können bestimmte Verfahren durch ihr spezifisches Know-how entscheidend verkürzen. Häufig wird der Rechtsschutz für Firmen derart ausgestaltet, dass je nach Geschäftsbereich eine fachanwaltliche Unterstützung verfügbar ist.

Grundsätzlich sichern die meisten Rechtsschutzversicherungen ihren Kunden zu, im Rechtsschutzfall ihre anwaltliche Vertretung frei auswählen zu können. Das bringt neben der fachlichen Nähe vor allem auch die Möglichkeiten der nahen Lage zum Wohn- oder Arbeitsort mit sich.

Kostenübernahme auch für den Gegner während des Prozesses

Viele Versicherungsunternehmen bieten ausreichend Deckung (wenn sie überhaupt auf eine bestimmte Summe beschränkt wird), um 2 Instanzen zu durchlaufen. Die Kosten sind während des Prozesses in der Regel ausreichend kalkuliert, um alle anfallenden Auslagen sowohl für die eigene Rechtsvertretung als auch die gerichtlich ggf. zugeschriebene Kostenübernahme für den Prozessgegner.

Sicherung verschiedener Rechtsgebiete

Unterschiedliche Rechtsgebiete können in der Rechtsschutzversicherung gezielt abgedeckt werden. Die Fachversicherung deckt bspw. gezielt Rechtsfälle im Zusammenhang mit Ordnungswidrigkeiten, auf dem Gebiet des Sozial-, Ehe- und Familienrechts oder im Verkehrsrecht ab.

Welche Kosten sind im Rahmen einer Rechtsschutzversicherung mitversichert?

Grundlage: Der Versicherte wäre ohnehin und grundsätzlich für die Erstattung der Kosten verantwortlich. Dann springt die Versicherung ein und trägt den versicherten Teil. Gegnerische Kosten werden insoweit übernommen, als sie Auslagen während eines Prozessverlaufs sind bzw. nach einem Prozess dem Versicherten angelastet werden.

Nicht eingeschlossen werden in der Regel Kosten für privat erstellte Gutachten oder Gutachten, die ohne gerichtliche Anforderung erstellt werden sollen.

Versichert sind in der Regel:

  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten (Gebühren je nach Sachlage, meist streitwertabhängig und Auslagen für den konkreten Rechtsfall)
  • Gutacherkosten
  • Kosten und Auslagen für Zeugen
  • Auslagen der gegnerischen Partei
  • Kaution in Strafverfahren

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Rechtsschutzversicherung abschließe?

Die Rechtsschutzversicherung kann durch ihren Wirkungsbereich in verschiedene Einsatzbereiche unterschieden werden.

Die wichtigste Unterscheidung ist die, ob der Rechtsschutz privat oder beruflich als Angestellter genutzt werden soll, oder ob eine gewerbliche Absicherung den Hintergrund für den Versicherungsschutz bildet.

Daneben wird die Absicherung für die verschiedenen Rechtsbereiche unterschieden. Der Leistungsbereich reicht von der Rechtsschutzversicherung im Zusammenhang mit Schadenersatzansprüchen bis hin zur Kostenübernahme für die aktive Strafverfolgung im Opferschutz.

Nicht jede Rechtsschutzversicherung deckt automatisch alle Versicherungsbereiche ab. Im Gegenteil muss sehr genau darauf geachtet werden, welche Absicherung gilt und was im Versicherungsvertrag festgehalten wird. Diese Leistungen müssen unbedingt vor Abschluss der Rechtsschutzversicherung geprüft werden, denn wenn wichtige Bereiche bei Abschluss vergessen wurden und nicht Teil der Leistungen sind, wirkt die Rechtsschutzversicherung im Ernstfall auch nicht.

Unterschiede im Vergleich prüfen

Im Versicherungsvergleich kann eine erste Prüfung der konkreten Versicherungsleistungen erfolgen. Je nach Angebot sind sie entsprechend gestaffelt. Die Unterschiede können so weit reichen, dass einzelne Rechtsbereiche von der Rechtsschutzversicherung überhaupt nicht erfasst werden. Ein Prozess in diesem Bereich wäre dann trotz bestehendem Rechtsschutz nicht versichert, der Versicherte muss die Kosten selbst tragen.

Wichtig zu beachten: Viele Versicherungsunternehmen bieten Leistungspakete an. Darin sind verschiedene Rechtsbereiche in einer Rechtsschutzversicherung erfasst. Für viele privatrechtliche Belange ist diese Form der Rechtsschutzversicherung bereits ausreichend und wirkungsvoll.

Dennoch sollte geprüft werden, ob die versicherten Inhalte tatsächlich den eigenen Erwartungen entsprechen (und vor allem der eigenen Lebensrealität). Wer kein Auto besitzt, muss zum Beispiel nicht zwingend eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abschließen, ohne deren Leistung vorher genau zu prüfen.

Auch müssen Selbstständige ihren arbeitsrechtlichen Schutzbedarf anders bewerten als Angestellte. Der Leistungsumfang der Rechtsschutzversicherung muss das entsprechend berücksichtigen.

Unterschied zwischen inkludierter Abwehrdeckung in der Haftpflicht und in der Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung ergänzt die eingeschlossene sogenannte Abwehrdeckung in der privaten und beruflichen Haftpflichtversicherung um die Möglichkeiten, in bestimmten Fällen die eigenen Rechtsansprüche aktiv durchzusetzen.

Ein anschauliches Beispiel liefert der Bereich rund um Schadenersatzansprüche. Verursachen Sie selbst einen Schaden und der Geschädigte verlangt, dass Sie den Schaden begleichen, geben Sie das in der Regel an ihre Haftpflichtversicherung weiter. Diese prüft die erhobenen Vorwürfe. Bestehen Zweifel daran, ob Sie den Schaden im Sinne der gesetzlichen Haftpflicht überhaupt begleichen müssen, weist die Haftpflichtversicherung die Forderung zurück. Notfalls wird das auch vor Gericht verhandelt. Diese sogenannte Abwehrdeckung ist in der Haftpflichtversicherung selbst geregelt. Die Kosten dafür trägt das Versicherungsunternehmen und Sie müssen sie nicht separat versichern.

Anders liegt der Fall, wenn Sie einen Schaden erleiden und verlangen nun, dass er Ihnen auf Grundlage der Haftpflicht ersetzt wird. Der Gegner oder seine Versicherung verweigern aber die Zahlung. Jetzt müssen Sie selbst tätig werden und ggf. anwaltliche Unterstützung anfordern und Gutachten erstellen lassen. Das verursacht Kosten, die Sie in einer Rechtsschutzversicherung abdecken können.

Welche Leistungen sind bei einer Rechtsschutzversicherung im Schadensfall mit inbegriffen?

Grundsätzlich übernimmt die Rechtsschutzversicherung Kosten im Rahmen von Rechtsprozessen. Ihr Geltungsbereich liegt innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union. Je nach Angebot gilt die Rechtsschutzversicherung, meist mit Einschränkungen, auch weltweit. Die Leistung von Strafkaution bei bestimmten Vorwürfen kann darin eingeschlossen werden.

Leistung der Rechtsschutzversicherung nach Rechtsgebiet

Versichert werden unterschiedliche Bereiche im Rechtsschutz. In vielen Fällen werden zusammengefasste Angebotspakete mit der Abdeckung mehrerer Rechtsbereiche vom Versicherungsunternehmen in einer Police zusammengefasst.

Die versicherbaren Rechtsbereiche sind:

  • Arbeits- und Rechtsschutz für Selbstständige und Angestellte
  • Vertrags-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz für Beratungen
  • Straf- und Spezial-Straf-Rechtsschutz, Manager-Rechtsschutz
  • Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz für Wohnen und Besitz
  • Rechtsschutz in Steuersachen vor Gericht
  • Rechtsschutz bei Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsrechtsschutz
  • Rechtsschutz bei Unterhalt, im Eherecht und im Sozialrecht

Je nach Versicherungsunternehmen werden die Versicherungsbereiche entweder weiter ausdifferenziert oder zusammengefasst. Typische Angebote werden für Selbstständige auf der einen Seite und angestellte Arbeitnehmer auf der anderen Seite gemacht, die häufig jeweils einen sehr unterschiedlichen Rechtssicherungsbedarf haben. Beispielsweise liegt der Fokus im Bereich Arbeitsrecht für Selbstständige eher auf dem Fachbereich der Interessen des Arbeitgebers, während der fachliche Fokus für Arbeitnehmer in der Rechtsschutzversicherung für Angestellte auf das Arbeitnehmerrecht gerichtet ist.

Welche Leistungen sind bei einer Rechtsschutzversicherung im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Zentrum der Rechtsschutzversicherung ist die Entlastung des Versicherten von Rechtskosten. Je nach Sachlage können sie besonders dann in die Höhe schnellen, wenn der Rechtsfall nicht klar liegt oder der Prozessgegner nicht nachgibt und mehr als eine Instanz durchlaufen werden muss.

Alle Leistungen, die im Zusammenhang mit der Interessensvertretung des Versicherten zusammenhängen und die von der Police gedeckt werden, fallen unter den Versicherungsschutz.

Die Rechtsschutzversicherung greift insgesamt nur für die ausdrücklich vereinbarten Leistungen.

Darüber hinaus gibt es Leistungen, die nicht von der Versicherung gedeckt sind.

Die wichtigsten im Überblick:

Nicht versicherte Leistungen

Was offensichtlich klingt, ist es im konkreten Fall nicht immer. Die Rechtsschutzversicherung sieht vor, dass alle Leistungen, die für den Versicherten umgesetzt beziehungsweise von ihm wahrgenommen werden sollen, im Versicherungsvertrag vereinbart sein müssen (im Gegensatz zum Beispiel zur Haftpflichtversicherung, die alles deckt, was nicht explizit AUSgeschlossen wird).

Das heißt: Versicherungsschutz besteht nur für den versicherten Rechtsbereich und die darin vereinbarten Leistungen. In Kombi-Angeboten sind entsprechend mehrere Rechtsbereiche abgedeckt. Prüfen Sie am besten vor Besuch eines Anwalts, welche Kosten für den konkreten Fall von der Versicherung übernommen werden.

Tipp: Viele Versicherer bieten eine Prüfung kostenfrei selbst an oder halten sogar eine Anwalts-Hotline vor, die erste Auskünfte erteilt.

Schadenersatzkosten

Unabhängig von Sachlage und vom Ausgang eines Verfahrens gilt: Die Rechtsschutzversicherung trägt keine anderen Kosten, als die, die versichert sind und im Zusammenhang mit der Prozessführung entstehen. Müssen im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit Schadenersatzansprüche ausgeglichen werden, kann dafür nicht auf die Rechtsschutzversicherung zurückgegriffen werden. Das gilt für beide Parteien. Es bleibt bei der Erstattung von Rechtskosten.

Kosten für selbst erlittene Schäden (Forderungsausfall)

Hat der Versicherte Erfolg, der Verurteilte kann die erstrittene Forderung jedoch nicht begleichen, steht die Rechtsschutzversicherung nicht für die offene Summe ein. Sie leistet keine Vorauslage im Sinne einer Forderungsausfalldeckung, wie sie zum Beispiel verschiedene Versicherungsunternehmen in der Haftpflichtversicherung gewähren. Auch hier erstreckt sich die Versicherungsleistung ausschließlich auf die Rechtskosten.

Kostenübernahme bei Verurteilung wegen Vorsatz

Nimmt der Versicherte Leistungen aus der Rechtsschutzversicherung in Anspruch, wird aber im Ergebnis wegen vorsätzlich begangener Handlungen verurteilt, zieht die Versicherung die Deckung in der Regel nachträglich zurück. Steht der Vorwurf einer vorsätzlichen Handlung bereits bei Prozessbeginn im Raum, wird in vielen Fällen von der Versicherung die Deckung schon von vornherein nicht bereitgestellt.

Übernahme von Geldstrafen und Bußgeldern

Unterliegt der Versicherte im Prozess und muss Geldbußen oder Schadenersatzansprüche erfüllen, muss er diese Forderungen selbst tragen. Zwar sind nach wie vor die versicherten Kosten gedeckt. Zahlungen aus dem Urteil muss der Versicherte aber grundsätzlich selbst tragen. Ausnahme können Kosten der Gegenseite für die Rechtsvertretung und das Verfahren sein, wenn sie von der Rechtsschutzversicherung des Versicherten übernommen werden müssen.

Darüber hinaus zahlt die Rechtsschutzversicherung keine Leistungen, die in Form eines Urteilsinhalts oder einer Strafzahlung den Versicherten treffen. Dazu zählen beispielsweise zugestandene Schadenersatzforderungen der Gegenseite und Bußgelder.

Vorsorgliche Rechtsberatung

Die Rechtsschutzversicherung geht vom konkreten Rechtsfall aus. Das beinhaltet die Kostenübernahme erst ab dem Moment, in dem ein tatsächlicher Anspruch oder eine Beeinträchtigung der eigenen Rechte vorliegen. Vorsorgliche, allgemeine Rechtsberatung ist in diesem Zusammenhang nicht von der Versicherung gedeckt.

Bestimmte Vertragsstreitigkeiten

Je nach Versicherungsunternehmen werden verschiedene Kosten nicht übernommen, die aus Auseinandersetzungen um verschiedene Vertragsarten entstehen.

Dazu zählen:

  • Streitigkeiten aus Werkverträgen
  • Versicherungsverträgen
  • Rechtsstreitigkeiten in derselben Police versicherter Personen untereinander (auch nach Ende des
  • gemeinschaftlichen Versicherungsverhältnisses aus ehemaligen Gemeinschaftspolicen)
  • Fahrzeugverträge aller Art

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Vergleichen24 | RechtsschutzversicherungIn der Rechtsschutzversicherung ist die angemessene Vorbereitung besonders wichtig. Dem Leistungsfall geht immer eine vermutete Beeinträchtigung der eigenen Rechte voraus. Das bedeutet meist, dass bestimmte Forderungen von Dritten zurückgewiesen werden sollen oder eigene Ansprüche durchgesetzt.

Die meisten Versicherungsunternehmen bieten zur Klärung der wichtigsten Fragen Hotlines an. Hier sollte die Auseinandersetzung geschildert werden. Je nach Tarif stehen direkt Anwälte für die Beratung bereit oder Fachleute schätzen ein, ob die erwartete Auseinandersetzung von der Versicherung gedeckt ist.

Tipp: Ein Anwalt sollte nicht ohne vorherigen Kontakt zur Rechtsschutzversicherung aufgesucht werden, wenn dessen Kosten übernommen werden sollen. Holen Sie stets vorher die Einschätzung des Versicherungsunternehmens ein.

Ankündigung einer Rechtseinschränkung

Im Zuge der Meldung eines konkreten Rechtsfalles erfolgt eine Prüfung durch die Versicherung. Sie gibt die Einschätzung für die Kostenübernahme ab und sichert Leistungen meist unmittelbar zu.

Vorbereitungen eines Rechtsstreits und Wahl der anwaltlichen Vertretung

Je nach Tarif und Versicherungsunternehmen erfolgt eine Vermittlung an einen Vertragsanwalt der Rechtsschutzversicherung oder der Versicherte wählt seine Rechtsvertretung frei. Vor allem ist die Art der Versicherung wichtig, die die Wahl von Fachanwälten regelt. Achten Sie bei der Wahl des Anwalts auf die Kostenübernahme der Versicherung. Sie wird nur die Kosten erstatten, die auch tatsächlich freigegeben wurden.

Wann setzt der Versicherungsschutz der Rechtsschutzversicherung ein?

Der Versicherungsschutz in der Rechtsschutzversicherung beginnt meist nach Ablauf einer Wartezeit. Sie liegt in vielen Fällen zwischen 3 und 6 Monaten und bezieht sich auf die aktive Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen.

Für die Verkehrsrechtsschutzversicherung wird für die Unfallfolge von vielen Versicherungsunternehmen eine Ausnahme zugelassen und der Versicherungsschutz greift bei unverschuldeten Unfällen auch schon innerhalb der Wartezeit.

Die Wartezeit für Leistungen rund um das Eherecht kann bis zu 3 Jahren betragen.

Einzelheiten der Wartezeit, Leistungen, die bereits während der Wartezeit in Anspruch genommen werden können und Ausnahmen werden in der konkreten Police geregelt.

Betrieblicher Rechtsschutz

Für die Absicherung betrieblicher Rechtsinteressen können abweichende Wartezeiten vereinbart werden, als sie allgemein im Rechtsschutz gelten. Auch der Ausschluss von Wartezeiten kann vereinbart werden. Vereinzelt kann mit Versicherungsunternehmen abgesprochen werden, dass auch Kosten für bereits laufende Verfahren getragen werden. Beachten Sie hier die Gestaltung der Tarife.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Rechtsschutzversicherung sein?

Die Rechtsschutzversicherung soll ihrem Ziel nach alle Kosten decken, die aus einer rechtlichen Vertretung eigener Ansprüche oder der Abwehr von Vorwürfen erwachsen können. Im Zentrum stehen dabei die unterschiedlichen Rechtsgebiete, für die eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden kann.

Die Versicherung ersetzt in der Regel die gesetzlich festgelegten Gebühren für Anwälte und vor Gericht. Zusätzlich werden Auslagen und Gebühren erstattet.

Summarische Kostendeckung

Die Kostendeckung der Rechtsschutzversicherung ergibt sich aus den übernommenen Leistungen. Sie werden in der Police konkret geregelt. Darüber hinaus kann ein maximaler Deckungsrahmen vereinbart werden. Er legt die höchste finanzielle Grenze fest, bis zu der Kosten für einen Rechtsstreit getragen werden.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Deckung auch bei höheren Streitwerten ausreichend sein muss (beispielsweise wenn jemand ihren Anspruch auf Schadenersatz an Immobilien zurückweist) und dass je nach Sachlage mehr als eine Instanz durchlaufen werden muss.

Offene Kostendeckung

Verschiedene Tarife beschränken die Leistungen nicht, setzen aber für jede neue Instanz eine erneute Prüfung der Erfolgschancen voraus. Hier wird auf die Festlegung einer finanziellen Deckungsgrenze verzichtet.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Rechtsschutzversicherung berechnet?

Der wesentliche Faktor ist der Leistungsumfang, den die Rechtsschutzversicherung decken soll. Dazu gehören auch die abgesicherten Rechtsbereiche.

Einen großen Einfluss auf die Tarifgestaltung hat die Frage, ob der Rechtsschutz privat, beruflich oder gewerblich gelten soll.

Daneben kann die Vereinbarung von Selbstbeteiligungen je Rechtsfall zur Kontrolle der Beiträge verwendet werden.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Rechtsschutzversicherung für mich?

Der Vergleich stellt vor allem die Übersichtlichkeit her:

  • über eine Vielzahl von Angeboten
  • von abgedeckten Rechtsbereichen in der Rechtsschutzversicherung
  • über Möglichkeiten von zusätzlicher Absicherung
  • fachlicher Zusatzleistung und Fachanwaltsberatung
  • Geltungsbereichen national und international
  • u.a.

Der Vergleich ist damit eine verlässliche Grundlage zur Auswahl der relevanten Tarife und Raten, damit die Rechtsschutzversicherung passend zur eigenen Situation und zum eigenen Bedarf abgeschlossen werden kann.

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Der Versicherungsbeiträge für die Rechtsschutzversicherung können nicht in jedem Fall vollständig von der Steuer abgesetzt werden.

Absetzbarkeit der Rechtsschutzversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer

Die Kosten für eine Rechtsschutzversicherung können dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn sich ihre Leistungen auf Kosten für Arbeitsrechtsschutz beziehen. Das kann vollständig oder anteilig zutreffen und zum entsprechenden Teil können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden.

Ist die Rechtsschutzversicherung also vollständig und ausschließlich zur Übernahme von arbeitsrechtlichen Rechtsfällen abgeschlossen, kann der Beitrag vollständig über die Werbungskosten abgesetzt werden. Handelt es sich um eine Privatrechtsschutzversicherung, die beispielsweise neben dem Verkehrsrecht auch das Arbeitsrecht abdeckt, kann nur der Anteil für den Arbeitsrechtsschutz geltend gemacht werden. Das Versicherungsunternehmen gibt die Aufteilung in der Police direkt oder auf Nachfrage an.

Hinweis: In der Einkommensteuer wird eine Werbekostenpauschale von 1.000 Euro grundsätzlich angerechnet. Hier gelten alle Kosten, die im Umfeld berufsbedingter Ausgaben grundsätzlich absetzbar sind. Erst dann, wenn die konkreten Kosten die 1.000-Euro-Marke übersteigen, lohnt sich die separate Aufstellung, denn vorher gelten ohnehin „nur“ die pauschalen 1.000 Euro. Das sollte vor dem Erstellen der Steuererklärung geprüft werden, damit kein unnötiger Aufwand betrieben wird, die Beiträge zu teilen und zuzuordnen.

Absetzbarkeit der Rechtsschutzversicherung für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer

Die Aufteilung der Beiträge ist auch Voraussetzung dafür, als Selbstständiger oder Unternehmer die Kosten absetzen zu können.

Ausnahme: Eine klare und ausschließliche Zuordnung der Rechtsschutzversicherung zum Betriebszweck. In der Realität jedoch sind die meisten Angebote kombinierte Lösungen, die neben dem Unternehmen beziehungsweise der beruflichen Tätigkeit des Selbstständigen auch seine privaten Belange mit absichern (zum Beispiel im Verkehrsrecht oder als Mieter oder Vermieter von Wohneigentum).

Die Kosten für den beruflich relevanten Anteil der Rechtsschutzversicherung können als Betriebskostenausgabe angegeben werden.

Worauf muss ich bei der Kündigung meiner Rechtsschutzversicherung achten?

Die Kündigung der Rechtsschutzversicherung muss zum Ende des Versicherungsjahres unter Einhaltung der Kündigungsfrist (in den meisten Fällen 3 Monate) erfolgen. Die konkrete Regelung gibt der Versicherungsvertrag vor.

Mit der Kündigung erlischt der Anspruch auf Erstattung von Rechtskosten nach Ablauf der Versicherung.

Mindestversicherungszeiten können die Kündigungsfrist beeinflussen.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Kostenübernahme für laufende Verfahren auch nach einer Kündigung durch die Versicherung aufrechterhalten wird.

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Rechtsschutzversicherung achten?

Hinweis: Achten Sie vor einem Wechsel darauf, mit welchen Wartezeiten Sie erneut rechnen müssen. Für bestimmte Rechtsfelder besteht während der Wartezeit kein Versicherungsschutz.

Klären Sie weiterhin, wie nach einem Wechsel laufende Prozesse bewertet werden und wer die Kostenübernahme gewährleistet.

Welche Vorteile hat eine Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt und verauslagt Kosten für Rechtsstreits. Grundlegend müssen nämlich die Kosten, die zur Verfolgung eigener zivilrechtlicher Ansprüche anfallen, zunächst von dem, der seinen Anspruch durchsetzen will, vorausgelegt werden. Das betrifft Kosten für den Rechtsanwalt ebenso, wie Auslagen von Gerichtskosten, Zeugengeldern oder Aufwendungen für Sachverständige.

Mit Ausnahme von Kosten im Zusammenhang mit strafrechtlichen Verfahren (außer im Strafrechtsschutz und Opferschutz) und Vorsatzhandlungen oder schuldhaftem eigenen Wirken übernimmt die Rechtsschutzversicherung auch dann die versicherten Kosten voll, wenn der Prozess verloren geht. Dazu wird bereits im Vorfeld in vielen Fällen eine Prüfung der Klage auf Erfolg durchgeführt. Auf dieser Grundlage wird die Kostenübernahme für den konkreten Fall verbindlich für die versicherten Leistungen zugesagt.

Damit erhält der Versicherte nicht nur rechtliche, sondern vor allem auch finanzielle Sicherheit bei der Durchsetzung seiner Rechte.

Trotz Wartezeit sind Verkehrsrechtsfälle nach Unfällen unmittelbar gedeckt

Die Rechtsschutzversicherung erhebt meist zwar eine Wartezeit von mehreren Monaten (bis hin zu mehreren Jahren für die Absicherung bestimmter Rechtsgebiete). Treten innerhalb dieser Zeit Rechtsfälle ein, gilt der Versicherungsschutz noch nicht.

Ausnahmen bilden bei vielen Versicherungsunternehmen jedoch plötzliche Ereignisse. Meist wird der Bereich des Verkehrsrechtsschutzes hier besonders herausgehoben. Je nach Versicherungsunternehmen können aber auch andere plötzliche, durch Dritte verursachte Ereignisse in ihrer rechtlichen Dimension erfasst sein, wie beispielsweise Unfälle.

Welche Nachteile hat eine Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung muss sehr genau angepasst werden. Nicht in ihr versicherte Rechtsgebiete erhalten im Streitfall auch keine Deckung. Zudem wird die aktive Strafverfolgung nur in den Tarifen mit sogenanntem Opferschutz finanziell unterstützt.

Die aktive Abwehr von Schadenersatzansprüchen wird durch die Rechtsschutzversicherung ebenfalls in der Regel nicht abgedeckt. Meist hat das zwar keine praktischen Auswirkungen, solange der fragliche Bereich durch eine Haftpflichtversicherung gedeckt wird und diese im Rahmen der inkludierten Abwehrdeckung die Ansprüche selbst prüft. Passt das Ergebnis jedoch nicht (und sinken damit zum Beispiel Schadenfreiheitsrabatte), kann nicht in jedem Fall mit der Kostenübernahme durch die Rechtsschutzversicherung für einen weiteren Prozess gerechnet werden.

Die Wartezeit spielt in der Vorbereitung für den Rechtsschutz eine wichtige Rolle. Sie kann, beispielsweise bei Absicherung im Eherecht, bis zu 3 Jahren betragen. Häufig liegen die Wartezeiten mindestens bei 3 Monaten, bis der Versicherungsschutz eintritt. Rechtsfälle, die während dieser Zeit entstehen, sind nicht gedeckt.

Zeitlich muss der Rechtsfall von seiner Ursache her nach Abschluss der Rechtsschutzversicherung entstanden sein. Liegt der Beginn der Auseinandersetzung zeitlich vor Abschluss der Rechtsschutzversicherung, auch, wenn es erst später zum Prozess kommt, muss der Versicherte die Kosten trotzdem selbst tragen.

Eine vorsorgliche Rechtsberatung, ohne, dass ein konkreter Rechtsfall vorliegt, wird von der Rechtsschutzversicherung nicht gedeckt.