Unfallversicherung im Griff
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Unfallversicherung

Warum lohnt sich der Abschluss einer Unfallversicherung?

Die moderne Unfallversicherung ist eine der wichtigsten Errungenschaften des Gesundheitssystems. Sie erm√∂glicht es dem Versicherungsnehmer, sich gegen die m√∂glichen Folgen eines Unfalls und gleicherma√üen auch eines medizinischen Notfalls versichern zu k√∂nnen. Hierbei ist es letztendlich f√ľr den betreffenden Versicherungsnehmer aus versicherungstechnischen Gr√ľnden heraus v√∂llig unerheblich, ob die Folgen eines Unfalls erfolgreich therapiert werden k√∂nnen, ob l√§ngerfristige Invalidit√§t bestehen bleibt oder ob sogar mit dem schlimmsten Fall zu rechnen ist. Die Unfallversicherung greift n√§mlich grunds√§tzlich in allen hier genannten Optionen. Die Schuldfrage spielt bei der Regulierung im Kontext der Unfallversicherung grunds√§tzlich keine Rolle, doch deckt die Versicherung generell nur Sch√§den beim Versicherungsnehmer und gegebenenfalls auch beim Mitversicherten ab. Die Unfallfolgen, welche hingegen andere Personen als der Versicherungsnehmer erleiden, deckt die Unfallversicherung nicht ab. In diesem Falle m√ľsste jedoch die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers daf√ľr einspringen.

Unsere moderne, hektische und vor allem auch technisierte Welt steckt letztendlich voller Gefahren. Unf√§lle passieren dabei nicht nur im normalen Stra√üenverkehr, sondern auch zu Hause. Die Folgen von solchen Unf√§llen k√∂nnen leider oft gravierend sein und nicht selten zu lebenslanger Invalidit√§t f√ľhren. Auch sind moderne Diagnose- und Heilbehandlungen mitunter mit hohen Kosten verbunden. Insbesondere immer dann, wenn zur Diagnostik oder Therapie teure Spezialisten oder modernste Technik zum Einsatz kommen m√ľssen. Aber auch gew√§hrte Heil- und Hilfsmittel, Kuren und Rehabilitationsma√ünahmen oder auch die verordneten Medikamente, k√∂nnen mit ganz erheblichen Kosten zu Buche schlagen. Vor allem jedoch dann, sofern sie zur Linderung der Folgen eines erlittenen Unfalls praktisch lebenslang eingenommen werden m√ľssen.

Die moderne Unfallversicherung, die in den hier genannten F√§llen beim Verunfallten greift, gilt daher als eine der bedeutsamsten Errungenschaften in Bezug auf die individuelle Absicherung von Unfallrisiken mit nicht selten f√ľr den Versicherungsnehmer unabsehbaren Folgen und Konsequenzen. Als sinnvolle Sonderform der modernen Unfallversicherung gilt hingegen auch die Betriebsunfallversicherung. Diese greift im Allgemeinen, sofern der betreffende Versicherungsnehmer einen Unfall innerhalb seiner jeweiligen Arbeitswelt erleidet. Weitere recht spezielle Sonderformen der modernen Unfallversicherung sind hingegen au√üerdem:

  • die Insassenversicherung als Mitversicherung mitfahrender Personen im Stra√üenverkehr
  • die R√ľckholversicherung zur Abdeckung des Transportrisikos bei allen Unf√§llen, welche der Versicherungsnehmer im Ausland erleiden k√∂nnte.

Die breite F√§cherung und die zahlreichen Spezial- und Sonderformen illustrieren heute recht anschaulich die umfassende Bedeutung der modernen Unfallversicherung f√ľr praktisch Jedermann.

Welche Schäden sind im Rahmen einer Unfallversicherung mitversichert?

Die Unfallversicherung und ihre zu regulierenden Sch√§den sind in der Bundesrepublik Deutschland ausf√ľhrlich im Sozialgesetzbuch (SGB) spezifiziert und umfassend beschrieben worden. Im Allgemeinen kommt die Unfallversicherung bereits f√ľr s√§mtliche Arten von Sch√§den finanziell auf, welche zum Beispiel beim Versicherungsnehmer im Zuge der sogenannten medizinischen Erstversorgung diagnostiziert und therapiert werden k√∂nnen. Doch beschr√§nkt sich die Regulierung der modernen Unfallversicherung nicht nur allein auf Sch√§den, die durch Erstbehandlung √§rztlich kuriert werden k√∂nnen. Die Unfallversicherung steht dar√ľber hinaus auch f√ľr solche Sch√§den finanziell ein, welche einer weiterf√ľhrenden Heilbehandlung durch entsprechende Spezialisten oder sogar auch einer medizinisch indizierten Rehabilitationsma√ünahme bed√ľrfen.

Sch√§den, welche weitere unfallverbundene Kosten nach sich ziehen, sind ebenfalls durch de moderne Unfallversicherung abgedeckt. Hier w√§ren zum Beispiel Transportkosten anzuf√ľhren sowie Sch√§den, welche l√§ngerfristige Folgekosten verursachen. Dazu geh√∂ren zum Beispiel alle Abgeltungsleistungen bei l√§ngerfristigen k√∂rperlichen Beeintr√§chtigungen des Versicherungsnehmers, die im gleichen versicherungsrechtlichen Status stehen, wie Schmerzensgelder. Auch Sch√§den, die spezieller Ma√ünahmen in der sogenannten Zweitphase nach dem erlittenen Unfall bed√ľrfen, werden heute im Allgemeinen durch die Unfallversicherung reguliert und √ľbernommen. Hier sind zum Beispiel Betreuungsgelder, Pflegegelder oder sogar die Finanzierung entsprechender Umschulungsma√ünahmen inkludiert, sofern der Versicherungsnehmer unfallbedingt seinen fr√ľheren Beruf nicht l√§nger aus√ľben kann.

Versehrtengelder und auch Sterbegelder werden ebenfalls durch die entsprechenden Versicherungsträger der modernen Unfallversicherung bei besonders gravierenden unfallbedingten Schäden gezahlt, sofern dies zuvor im entsprechenden Versicherungsvertrag rechtsverbindlich so vereinbart worden ist.

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Unfallversicherung abschließe?

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es die Gesetzliche Unfallversicherung. Diese wird durch einige Tr√§ger angeboten. Dazu geh√∂ren die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung, die Unfallkasse f√ľr die Angestellten des √∂ffentlichen Dienstes und die Feuerwehr-Unfallkasse.

Dar√ľber hinaus kann sich jeder B√ľrger jedoch privat bei einem freien Tr√§ger der Versicherungswirtschaft zus√§tzlich versichern, sofern ihm dies ratsam und geboten erscheint.

Die gesetzliche Unfallversicherung ist im Siebten Buch des Sozialversicherungsgesetzes geregelt (SGB VII) und geht bereits auf Otto von Bismarck und seine entsprechenden sozialen Reformen zur√ľck.

In dieser gesetzlichen Unfallversicherung sind in der Bundesrepublik Deutschland jedoch ausschließlich bestimmte Personengruppen automatisch pflichtversichert. Dazu zählen:

  • bestimmte Besch√§ftigte, wie zum Beispiel die Arbeiter in einer Behindertenwerkstatt, Strafgefangene
  • Auszubildende sowie Personen in Fort- und Weiterbildungsma√ünahmen
  • Landwirte, deren Ehegatten, mithelfende Familienangeh√∂rige und ehrenamtlich in der Landwirtschaft t√§tige Personen
  • Hausgewerbetreibende, Zwischenmeister und deren Ehegatten
  • Kinder im Kindergarten oder in der Betreuung durch eine Tagesmutter
  • Sch√ľler und Studenten, auch auf Klassenfahrten
  • selbst√§ndig oder ehrenamtlich in Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege t√§tige Personen, zum Beispiel Hebammen und Betreuer
  • Zeugen, sofern sie durch ein deutsches Gericht geladen werden
  • Nothelfer und Personen in Aus√ľbung der Notwehr
  • Spender von Blut und Organen bei Spende und vorbereitenden Untersuchungen
  • Bezieher von Arbeitslosengeld I (ALG I) oder II (ALG II), sofern sie vom zust√§ndigen Amt vorgeladen werden
  • station√§re und teilstation√§re Patienten
  • alle Pflegepersonen.

Während der hier genannte Personenkreis automatisch in der Gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert ist, sind folgende Personen von der Pflichtversicherung im Rahmen der Gesetzlichen Unfallversicherung generell befreit:

  • Beamte
  • alle Personen, welche Finanzausgleich gem√§√ü Bundesversorgungsgesetz beziehen, zum Beispiel Zivildienstleistende und Wehrpflichtige
  • Diakonissen und andere Mitglieder geistlicher Genossenschaften
  • Jagdg√§ste und Fischereig√§ste
  • Binnenfischer, Imker und Mastbetriebe bei nicht rein gewerbsm√§√üiger Aus√ľbung ihrer jeweiligen T√§tigkeit
  • Mediziner, Zahn- und Tier√§rzte, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und Apotheker.

Freiwillig in de Gesetzlichen Unfallversicherung können sich hingegen versichern:

  • alle Selbst√§ndigen und ihre mithelfenden Ehegatten
  • Ehrenamtliche in Non-Profit-Organisationen (NGOs), die Mitglieder von Arbeitgeberverb√§nden, von Gewerkschaften und von politischen Parteien.

Da die gesetzliche Unfallversicherung jedoch grundsätzlich nicht bei allen Unfällen im häuslichen und im familiären Umfeld greift, ist es auch den hier genannten Personen dringend zu raten, sich grundsätzlich zusätzlich im Rahmen einer privaten und freien Unfallversicherung bei einem entsprechenden Träger der Versicherungswirtschaft abzusichern.

Welche Leistungen sind bei einer Unfallversicherung im Schadensfall mit inbegriffen?

Die Unfallversicherung greift bei beinahe sämtlichen Folgen, die dem Versicherten nach einem Unfall oder auch im Zuge eines medizinischen Notfalls, welcher dem Unfall versicherungstechnisch gleichgestellt ist, entstehen könnten.

Solche Leistungen beinhalten zum Beispiel die medizinische Erstversorgung nah Unfall oder akutem medizinischem Notfall, die entsprechende Diagnostik, den Transport zum Krankenhaus und die nachfolgenden medizinischen Therapien und Behandlungsmethoden, bis hin zur vollständigen Genesung des entsprechenden Patienten. Jedoch geht der Leistungsumfang der Unfallversicherung noch weiter und er erstreckt sich auch auf Maßnahmen der Rehabilitation oder auf begleitende therapeutische Maßnahmen, falls nach einem Unfall oder nach einem medizinischen Notfall eine lebenslange Invalidität eintreten sollte.

Die Leistungen einer modernen Unfallversicherung beinhalten somit s√§mtliche sogenannten unfallverbundenen Kosten f√ľr Transport, Diagnostik und Heilbehandlung, wie auch Folgekosten f√ľr Rehabilitation oder Linderung bei Invalidit√§t.

Auch langfristige Folgekosten geh√∂ren heute im Allgemeinen zum Leistungsumfang, welchem die entsprechenden Versicherungstr√§ger im Kontext einer Unfallversicherung gerecht werden m√ľssen. Dies sind die Kosten f√ľr Abgeltungsgelder, f√ľr Schmerzensgelder, f√ľr soziale Hilfen und √úbergangsgelder, f√ľr Pflegegelder, f√ľr die Finanzierung geeigneter Umschulungsma√ünahmen bei einer unfallgebundenen Berufsunf√§higkeit in der jeweiligen Branche und schlie√ülich sogar Versehrtenrenten sowie von Sterbegeld und diversen anderen finanziellen Leistungen f√ľr die Hinterbliebenen eines an den Folgen eines Unfalls oder medizinischen Notfalls verstorbenen Versicherten.

Sowohl bei der quasi staatlich-öffentlichen Gesetzlichen Unfallversicherung gemäß Sozialgesetzbuch (SGB), wie auch bei den entsprechenden Unfallversicherungen in freier Trägerschaft hängt der konkrete Leistungsumfang, welchen die versichernde Gesellschaft im Schadensfall erbringen muss, stets von den jeweiligen Bedingungen ab, die im zugrunde liegenden Versicherungsvertrag kodifiziert und vom Versicherungsnehmer anerkannt wurden.

Die genaue Kenntnis der jeweiligen Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Trägers ist also zum erfolgreichen Leistungsbezug und bereits zur Leistungsbeantragung stets unerlässlich.

Auch f√ľr die zahlreichen, eingangs bereits erw√§hnten Sonderformen der Unfallversicherung, die es heute in der Bundesrepublik Deutschland gibt, gilt analog, dass sich die Leistungskataloge der einzelnen Versicherungstr√§ger teils ganz erheblich voneinander unterscheiden.

Wer mit dem Leistungsangebot der f√ľr ihn sachlich zust√§ndigen Gesetzlichen Unfallversicherung im Falle einer Pflichtversicherung oder einer freiwilligen Versicherung jedoch unzufrieden ist, der kann die festgestellten L√ľcken im Versicherungsschutz stets sinnvoll durch zus√§tzliche privat abgeschlossene Versicherungsvertr√§ge erg√§nzen.

Welche Leistungen sind bei einer Unfallversicherung im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Bei der seit 1884 existierenden Unfallversicherung muss hier wiederum zwischen der Gesetzlichen Unfallversicherung und einer zusätzlich privat abgeschlossenen Police unterschieden werden.

Die Leistungen der Gesetzlichen Unfallversicherung werden grunds√§tzlich nur f√ľr die Mitglieder, ihre Ehegatten oder auch f√ľr die freiwilligen Mitglieder erbracht, die eine Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Unfallversicherung besitzen. Grunds√§tzlich leistet eine Gesetzliche Unfallversicherung jedoch immer nur dann, sofern der entsprechende Unfall oder auch akute medizinische Notfall in die Sph√§re der beruflichen T√§tigkeit des Versicherungsnehmers gefallen ist.

Bei sämtlichen Arten von Unfällen, welche sich jedoch im privaten und im häuslichen Umfeld eines Versicherten ereignet haben, kommt eine Leistungspflicht der Gesetzlichen Unfallversicherung generell nicht in Betracht. Um sich hier jedoch entsprechend zu versichern, sollte man eine private Police bei einem entsprechenden Versicherungsträger abschließen.

Doch auch bei einer privat abgeschlossenen Unfallversicherung gibt es diverse Leistungsausschl√ľsse, welche bindend sind. Die private Unfallversicherung greift zwar auch f√ľr Unf√§lle und f√ľr medizinische Notf√§lle, welche in den h√§uslichen Bereich oder in den Freizeitbereich des entsprechenden Versicherungsnehmers fallen. Doch leiste die private Unfallversicherung grunds√§tzlich nur bei Unfallsch√§den oder auch bei Unfallfolgesch√§den, welche dem Versicherten selbst entstanden sind. St√ľrzt ein Versicherungsnehmer einer privaten Unfallversicherung beispielsweise infolge eines medizinischen Notfalls, kommt dabei zu Schaden und rei√üt eine weitere Person mit sich, die ebenfalls zu Schaden kommt, so haftet die private Unfallversicherung nur f√ľr die Sch√§den, welche dem Versicherungsnehmer selbst entstehen. Die Sch√§den der anderen Person infolge des Unfalls sind nicht √ľber die private Unfallversicherung des Versicherungsnehmers gedeckt, sondern m√ľssen √ľber dessen private Haftpflichtversicherung entsprechend reguliert werden.

Ferner gibt es bei den unterschiedlichsten Tr√§gern privater Unfallversicherungen diverse Arten von m√∂glichen Leistungsausschl√ľssen im Schadensfall. Diese sind jeweils in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen einer Gesellschaft kodifiziert und wurden dem Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss zur Kenntnisnahme vorgelegt und dann anschlie√üend von diesem gebilligt.

Auch eine private Unfallversicherung leistet meist nicht f√ľr sogenannte Krankheitsfolgen, sondern ausschlie√ülich f√ľr Unfallfolgen. Krankheitsfolgen sind daher in der Regel explizit vom Leistungskatalog einer privaten Unfallversicherung ausgeschlossen.

Weitere Leistungsausschl√ľsse vieler privater Unfallversicherungen gibt es zum Beispiel auch bei:

  • jedwedem Unfallgeschehen infolge einer Bewusstseins- oder Geistesst√∂rung des Versicherungsnehmers
  • Unf√§llen infolge einer Straftat
  • Unf√§llen im Zusammenhang mit einem kriegerischen Ereignis
  • Unf√§llen, resultierend aus der F√ľhrung eines Luftfahrzeuges
  • Unf√§llen, die aus der Teilnahme an Motorsportveranstaltungen erwachsen sind
  • Unf√§llen, welche in direktem Zusammenhang mit Kernenergie oder auch mit Strahlen stehen
  • Sch√§den an Bandscheiben
  • Sch√§den infolge von inneren Blutungen und Heilbehandlungen, Infektionen und Vergiftungen.

Viele Tr√§ger privater Unfallversicherungen haben √ľberdies in ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungen verbindlich den Passus kodifiziert, dass es bei allen Arten von Vertragsverletzungen seitens der Versicherungsnehmer ebenfalls zu einem entsprechenden Ausschluss der Leistungspflicht der Versicherungsgesellschaft kommen kann.

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Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Im Augenblick eines Unfalls, f√ľr den vor allem Leistungen aus einer privat abgeschlossenen Unfallversicherung durch den Versicherungsnehmer eingefordert werden sollen, steht zwar grunds√§tzlich die Gesundheit der jeweils verungl√ľckten Person zwingend an erster Stelle und erfordert demzufolge ach die Einleitung der notwendigen Ma√ünahmen, doch sollten trotzdem einige wichtige Details ber√ľcksichtigt werden.

Auch die Unfallversicherung legt √ľblicherweise besonders gro√üen Wert darauf, dass nach einem entsprechenden Unfallereignis stets sofort ein Arzt oder ein Krankenhaus durch da Unfallopfer aufgesucht wird, sofern dies zeitnah m√∂glich ist. Diese Ma√ünahme gilt vor allem der fr√ľhzeitigen und effektiven Pr√§vention m√∂glicher Sp√§tfolgen eines Unfallereignisses, bis hin zu einer m√∂glichen Invalidit√§t.

Unmittelbar nachdem sich der erste Schock √ľber den Unfall gelegt hat und de Arzt aufgesucht worden ist, sollte der Versicherungsnehmer daher s√§mtliche relevanten Daten rund um den Unfall aufnehmen und sofort auf dem festgelegten Meldeweg den entsprechenden Kontakt zum Versicherungstr√§ger suchen, um den Unfall zu melden.

F√ľr den Versicherungstr√§ger sind dabei jedoch unter Umst√§nden nicht nur die individuellen Angaben des Verungl√ľckten ma√ügeblich, sondern auch Informationen des Ersthelfers am Unfallort, des behandelnden Arztes im Zuge der medizinischen Erstversorgung und selbstverst√§ndlich m√∂glicherweise auch der herbei gerufenen Polizei.

Besonders schwerwiegend ist nat√ľrlich jeweils der Unfalltod der versicherten Tod. Ist dies geschehen, so hat √ľblicherweise die entsprechende Meldung an die versichernde Gesellschaft sp√§testens innerhalb einer kurzen Frist ab dem tragischen Ereignis zu erfolgen. Hierdurch will die Versicherungsgesellschaft ausschlie√üen, dass es zum Beispiel infolge einer Selbstt√∂tungshandlung des Versicherungsnehmers zu dem Ereignis gekommen ist, was eine Leistungspflicht generell ausschlie√üen w√ľrde, da es sich nicht um den Tod infolge einer Unfallhandlung oder eines entsprechenden medizinischen Notfalls handelt.

Die entsprechenden Meldefristen und Meldewege sind daher bei Ereignissen, welche eine entsprechende Leistungspflicht einer Unfallversicherung begr√ľnden k√∂nnten, zwingend einzuhalten. In jedem Fall sollten Unfallhergang und vor allem auch Unfallfolgen f√ľr den Versicherungstr√§ger gut und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Um eine Versicherungsleistung beim Versicherungstr√§ger geltend machen zu k√∂nnen, bedarf es dann nach der √úberwindung des ersten Schocks und nach der bereits erfolgten Erstbehandlung der sogenannten Unfall- oder Versicherungsmeldung seitens des Versicherungsnehmers. Hierbei ist der Versicherungstr√§ger dar√ľber zu informieren, dass der sogenannte Schadens- oder Versicherungsfall in Bezug auf die Unfallversicherung eingetreten ist.

Meist kann die entsprechende Unfallmeldung √ľber ein Schadensformular erfolgen, welches h√§ufig bereits zusammen mit der entsprechenden Police an den Versicherungsnehmer ausgeh√§ndigt worden ist. Dar√ľber hinaus ist eine Unfallmeldung bei den meisten Versicherungstr√§gern heute auch bereits im Online-Modus m√∂glich.

Ebenfalls ist die Unfallmeldung gegen√ľber der Versicherung oft auch schon via Schadens-Hotline realisierbar. Minimale Informationen, die diese Meldung jedoch stets enthalten sollte, sind:

  • Name des verungl√ľckten Versicherungsnehmers
  • seine Kontaktdaten
  • Versicherungsnummer
  • Ort, Datum und Umst√§nde des Unfalls sowie Unfallhergang
  • gegebenenfalls aufnehmende Polizeibeh√∂rde/Tagebuchnummer etc.

Kommt es bez√ľglich der Leistungspflicht der entsprechenden Versicherungsgesellschaft zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer, weil zum Beispiel strittig ist, ob es sich bei dem konkreten klinischen Befund um ein Unfallfolgeereignis oder lediglich um die Konsequenzen einer bereits langj√§hrig vorhandenen Krankheit handelt, so kann der Versicherungsnehmer eine entsprechenden √Ąrztekommission zur Begutachtung des entsprechenden Krankheitsbildes oder medizinischen Befundes auf Veranlassung der Versicherungsgesellschaft vorgef√ľhrt werden.

Sofern alle versicherungsrelevanten Unterlagen beim Versicherungstr√§ger eingereicht worden sind, hat dieser nun eine bestimmte Spanne an Zeit, um die Anerkennung der Leistungspflicht und die entsprechenden Zahlungen oder Kosten√ľbernahmen zu veranlassen.

Wann setzt der Versicherungsschutz der Unfallversicherung ein?

Auch hierbei ist wiederum zwischen der Gesetzlichen Unfallversicherung und der privat abgeschlossenen Unfallversicherung zu unterscheiden.

So setzt der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung in der Bundesrepublik Deutschland in der Regel automatisch ab jenem Zeitpunkt ein, da die betreffende Person den jeweiligen Status erf√ľllt, welcher eine automatische Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Unfallversicherung bedingt. Der Auszubildende ist also mit dem Tag der Aufnahme seiner entsprechenden Ausbildung automatisch in der Gesetzlichen Unfallversicherung und ihrer jeweiligen Tr√§gergesellschaft in Gestalt der zust√§ndigen Berufsgenossenschaft, pflichtversichert.

F√ľr alle freiwillig in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherten Personen und f√ľr die Versicherungsnehmer der privat abgeschlossenen Unfallversicherung gilt hingegen das Vertragsrecht zum Versicherungsbeginn in Gestalt des B√ľrgerlichen Gesetzbuches (BGB), des Handelsgesetzbuches (HGB) und im Speziellen auch des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG).

Im Versicherungsvertragsgesetz hat der Gesetzgeber dar√ľber hinaus drei unterschiedliche Zeitpunkte des Versicherungsbeginns kodifiziert:

  • den formellen Versicherungsbeginn
  • den materiellen Versicherungsbeginn
  • den technischen Versicherungsbeginn.

Der formelle Versicherungsbeginn setzt ein verbindliches Versicherungsangebot und dessen rechtsverbindliche Annahme innerhalb der Angebotsfrist voraus. Ein unterzeichneter Versicherungsvertrag und ein Versicherungsvertrag sind Kennzeichen des bereits eingesetzten formellen Versicherungsbeginns, der unter Umständen mit der Zahlung des ersten Versicherungsbeitrags durch den Versicherungsnehmer zusammenfallen kann, aber es nicht zwingend muss.

Der materielle Vertragsbeginn ist in der Regel der Zeitpunkt, ab dem im Schadensfall die Haftung und Leistungspflicht auf den Versicherer √ľber geht. Sofern im jeweiligen Versicherungsvertrag nichts Abweichendes dazu vereinbart worden ist, liegt der materielle Vertragsbeginn im Allgemeinen auf 00:00 Uhr des Tages des formellen Versicherungsbeginns.

Der technische Versicherungsbeginn muss hingegen als kalenderm√§√üig exakt feststehender Tag im Versicherungsvertrag einer Unfallversicherung kodifiziert und festgehalten werden. Meist ist dies dann die F√§lligkeit des ersten Versicherungsbeitrags. Dies hat Konsequenzen f√ľr Beginn und Ende des entsprechenden Versicherungsschutzes und f√ľr die jeweilige Versicherungsperiode.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Unfallversicherung sein?

Als Deckungssumme wird bei jeder Haftpflichtversicherung die Versicherungssumme bezeichnet, bis zu der die Gesellschaft im Schadensfall finanzielle Leistungen f√ľr den Versicherten √ľbernehmen muss. Ist die Deckungssumme zu niedrig, um entsprechend entstandene Sch√§den regulieren zu k√∂nnen, so spricht man von Unterversicherung. Ist die Deckungssumme hingegen zu hoch f√ľr die √ľblicherweise w√§hrend der Versicherungsperiode entstandenen Sch√§den, so liegt √úberversicherung vor. Beides ist √§rgerlich.

Als Deckungssummen bei einer privaten Unfallversicherung, werden in Abhängigkeit vom Schadenseintritt, oft angesetzt:

  • 30-j√§hriger Gesch√§digter: Deckungssumme = 6 x Brutto-Jahreseinkommen
  • 40-j√§hriger Gesch√§digter: Deckungssumme = 5 x Brutto-Jahreseinkommen
  • 50-j√§hriger Gesch√§digter: Deckungssumme = 4 x Brutto-Jahreseinkommen.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Unfallversicherung berechnet?

Hierbei spielen die Risikowahrscheinlichkeit, die prognostizierbare Schadenshöhe, die Risikohäufigkeit während der Versicherungsperiode, die vertraglich vereinbarte Deckungssumme und die jeweilige Zahlungsweise der Versicherungsbeiträge (ob nun jährlich, halbjährlich oder quartalsweise) eine wichtige Rolle.

Aber auch Rabatte und Preisnachlässe seitens des Versicherers können die entsprechende Beitragshöhe nachhaltig beeinflussen.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Unfallversicherung f√ľr mich?

Da gerade die Tr√§ger privater Unfallversicherungen oftmals in ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungen unterschiedlichste Leistungskataloge bieten oder einzelne Leistungen sogar rechtswirksam ausschlie√üen k√∂nnen, ist ein Versicherungsvergleich √ľberaus sinnvoll. Er erm√∂glicht es dem Versicherungsnehmer au√üerdem, die Gesellschaft mit dem optimalen Preis-Leistungs-Verh√§ltnis eruieren zu k√∂nnen.

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Die Beitr√§ge zur Unfallversicherung lassen sich √ľber die entsprechende Steuererkl√§rung beim Fiskus absetzen. Allerdings wird dazu eine Rechnung seitens der zust√§ndigen Versicherungsgesellschaft ben√∂tigt, die beim Finanzamt vorgelegt werden muss, wenn die Steuererkl√§rung eingereicht wird.

Worauf muss ich bei einer K√ľndigung meiner Unfallversicherung achten?

Diese sollte schriftlich per eingeschriebenen Brief mit R√ľckschein und fristgerecht erfolgen. Man sollte um die √úbermittlung einer schriftlichen K√ľndigungsbest√§tigung bitten.

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Unfallversicherung achten?

Darauf, dass keine Versicherungsl√ľcken entstehen k√∂nnen. Ansonsten gilt das bereits bei der K√ľndigung der Unfallversicherung Gesagte. Ein Versicherungsvergleich sollte vor jedem Wechsel eines Versicherungstr√§gers vorgenommen werden. Der billigste Anbieter einer Unfallversicherung ist nicht immer derjenige, der dann auch das beste Leistungspaket zu bieten vermag.

Welche Vorteile hat eine Unfallversicherung?

Sie sch√ľtzt den Versicherten bei den Folgen eines Unfalls oder einer akuten medizinischen Notfallsituation vor entsprechend hohen Behandlungs- und auch Folgekosten.

Welche Nachteile hat eine Unfallversicherung?

Sie greift nur f√ľr den Versicherten selbst und auch nur f√ľr Unfallfolgen oder f√ľr die Folgen von Notf√§llen. In der Gesetzlichen Unfallversicherung sind nur bestimmte Personenkreise erfasst und sie greift auch nur bei Unf√§llen im Berufsleben. Die privat angeschlossene Unfallversicherung greift nicht f√ľr die Folgen von Krankheiten. Es gibt zahlreiche M√∂glichkeiten f√ľr entsprechende Leistungsausschl√ľsse dieser Versicherungsart.