Bauleistungsversicherung und Bauwesenversicherung im Griff
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Bauleistungsversicherung und Bauwesenversicherung

Die Finanzierung fĂŒr den Bau der eigenen vier WĂ€nde ist meist auf Kante genĂ€ht. Kaum einer kann ĂŒber unbegrenzte finanzielle Reserven verfĂŒgen und muss streng kalkulieren. Eine unvorhergesehene Verzögerung oder eine SchĂ€digung am Bau haben die meisten Bauherren nicht auf der Agenda. Dabei können unerwartete Wetterkapriolen, Diebstahl oder unsachgemĂ€ĂŸ ausgefĂŒhrte Arbeiten sogar das Aus fĂŒr ein Bauvorhaben bedeuten.

Zum GlĂŒck können solche Risiken wĂ€hrend der Bauzeit durch eine Bauleistungsversicherung abgesichert werden. Die Versicherung schĂŒtzt bei unabsehbaren SchĂ€den am Bau und verhindert, dass der Traum vom HĂ€uschen zum Alptraum wird. FĂŒr den Bauherrn ist die Bauleistungsversicherung eine Art Vollkaskoversicherung wĂ€hrend der gesamten Bauzeit. Sie ist auch als Bauversicherung oder Bauwesenversicherung bekannt.

Warum lohnt sich der Abschluss einer Bauleistungsversicherung?

Vergleichen24 | Bauleistungs- und BauwesensversicherungDie Bauphase fĂŒr ein Haus ist lang und es kann in dieser Zeit viel auf der Baustelle passieren: ein schwerer Sommersturm mit Hagel zerschlĂ€gt die Fensterscheiben, sintflutartige RegenfĂ€lle ĂŒberschwemmen die Baugrube und beschĂ€digen das frisch gegossene Fundament, ein SchalungstrĂ€ger bricht und die frisch betonierte Decke kollabiert, der KranfĂŒhrer drĂŒckt den falschen Knopf und die Last stĂŒrzt auf das Dach des Neubaus. Diese Beispiele sind keine fiktiven Szenarien, sondern tĂ€gliche RealitĂ€t auf den Baustellen.

Wird beim Hausbau durch ein unvorhergesehenes Ereignis die schon erbrachte Bauleistung beschĂ€digt oder zerstört, muss meist der Bauherr fĂŒr die Wiederherstellung geradestehen. Das ist vielen HĂ€uslebauern nicht bewusst. Die zu ersetzenden Fenster kosten mehrere Tausend Euro, genauso das Auspumpen der Baugrube, das neue Fundament, die nochmals zu verschalende Decke oder das zu reparierende Dach. Damit solche VorfĂ€lle das Bauvorhaben nicht gefĂ€hrden, ist der Abschluss einer Bauleistungsversicherung unbedingt empfehlenswert. Sie springt ein, wenn bereits erstellte Gewerke durch einen unabsehbaren Zwischenfall in Mitleidenschaft gezogen wurden und erneut ausgefĂŒhrt werden mĂŒssen.

Die Vergabe- und Vertragsordnung fĂŒr Bauleistungen (VOB) ĂŒbrigens bestimmt, dass der Handwerker nach einem eingetretenen Schaden die neue AusfĂŒhrung der Arbeiten ersetzt bekommt. Und zwar vom Auftraggeber. Voraussetzung hierfĂŒr ist, dass die betroffene Bauleistung vom Bauherrn oder dem Architekten noch nicht abgenommen worden ist. Kann ein Bauherr die erneut zu erbringenden Arbeiten nicht leisten oder bezahlen, darf der Bauunternehmer diese sogar gerichtlich einfordern.

Geht es um eine besonders kostspielige Wiederherstellung eines Gewerkes, droht dem Bauherren im schlimmsten Fall die Insolvenz. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ haben Bauherren keine unerschöpflichen finanziellen Ressourcen; vielmehr ist das Geld beim Bauen meistens knapp. Dann wird auch die Bank keine weiteren Mittel fĂŒr notwenige Rekonstruktionen zur VerfĂŒgung stellen. Die Bauleistungsversicherung dagegen bietet Schutz vor den finanziellen Folgen von Zerstörung oder SchĂ€den am Bauobjekt durch unvorhergesehene Ereignisse, FahrlĂ€ssigkeit oder auch Konstruktions- und Materialfehler sowie Fehler bei der BauausfĂŒhrung. Sie ĂŒbernimmt sĂ€mtliche Kosten, die aufgewendet werden mĂŒssen, um die Schadensstelle aufzurĂ€umen und den Originalzustand vor Eintritt der SchĂ€digung wiederherzustellen.

Welche SchÀden sind im Rahmen einer Bauleistungsversicherung mitversichert?

Eine Bauleistungsversicherung kommt fĂŒr SchĂ€den am unfertigen Haus auf, die durch nicht vorhersehbare Ereignisse entstanden sind. Die Absicherung deckt sowohl SchĂ€den am Hochbau als auch am Tiefbau ab. Versichert sind nicht nur die eigentlichen Bauleistungen, sondern auch die fĂŒr eine Bauleistung notwendigen Baustoffe und Bauteile. Die meisten Versicherer ĂŒbernehmen die Kosten bei SchĂ€den durch

  • Glasbruch der gesamten fest eingebauten Verglasungen bis zur Fertigstellung des GebĂ€udes
  • Diebstahl von Teilen, die mit dem GebĂ€ude fest verbundenen sind; zum Beispiel, wenn Einbrecher in den verschlossenen Rohbau eindringen und Radiatoren der bereits installierten Heizungsanlage demontierten
  • fahrlĂ€ssige und böswillige Handlungen Dritter, zum Beispiel Vandalismus
  • den Baugrund oder die Bodenmassen des BaugrundstĂŒcks; wenn beispielsweise nach einem heftigen Gewitter mit sintflutartigen RegenfĂ€llen ausgehobenes Erdreich auf die Straße oder in die VorgĂ€rten der Nachbarn gespĂŒlt wird
  • unbekannte Eigenschaften des Baugrundes, die bereits errichtete GebĂ€udeteile zum Einsturz bringen
  • aufsteigendes Grundwasser
  • GebĂ€udeteile, die undicht sind oder wasserdurchlĂ€ssig
  • Aufschwimmen des GebĂ€udes
  • elementare Ereignisse wie StĂŒrme, frostige Winter, Hagelschauer und Starkregen.
  • FahrlĂ€ssigkeit und Böswilligkeit der bauausfĂŒhrenden Firmen
  • Hochwasser
  • beschĂ€digte Fertigteile, die auf der Baustelle lagern
  • austretendes Leitungswasser

Die Bauleistungsversicherung ĂŒbernimmt außerdem Zahlungen fĂŒr einen Schadensgutachter, der bei strittigen Sachlagen Verursacher, Art und Ausmaß des Schadens ermittelt. Zudem trĂ€gt die Versicherung die Kosten fĂŒr AufrĂ€um- und Reinigungsarbeiten, welche die Baustelle wieder in den ursprĂŒnglichen Zustand vor dem Schadensereignis versetzen und den Weiterbau ermöglichen.

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Bauleistungsversicherung abschließe?

„Achten Sie auf die Klauseln!“; dieser Expertenrat ist vor Abschluss einer Bauleistungsversicherung besonders zu beherzigen. Denn zum einen hat jede Baustelle ihre ganz eigenen Risiken, zum anderen bieten die Versicherer ganz unterschiedliche Leistungen. ZunĂ€chst einmal sollten sich kĂŒnftige Bauherren deshalb fragen:

  • Welche Risiken muss ich abdecken?
  • Wie hoch muss meine Versicherungssumme sein?
  • Habe ich der Versicherung alle UmstĂ€nde gemeldet, die fĂŒr eine Übernahme des Risikos relevant sind?

Das Beispiel Glasbruch zeigt, wie verschieden das Risiko bei den Versicherern behandelt wird. Manche versichern das Glas, solange es noch nicht eingesetzt ist, Andere schließen Glasbruch erst nach dem Einsetzen in TĂŒren und Fenster ein. Die erste Variante nutzt aber gar nichts, wenn etwa zum Ende der Bauphase Laminat im Wintergarten verlegt wird und durch ungeschicktes Hantieren mit dem noch verpackten Bodenbelag eine Glasscheibe zerbrochen wird.

Auch in Sachen Eigenleistung heißt es, die Versicherungsbedingungen genau zu studieren. Je nach Anbieter sind Eigenleistungen entweder gar nicht abgesichert oder nur ĂŒber einen Zusatzbeitrag in die Police mit aufzunehmen. Planen Bauherren, durch ihre eigene Leistung die Baukosten zu drĂŒcken, brauchen sie unbedingt einen Versicherer, der dieses erhöhte Risiko ĂŒbernimmt.

Soll ein Ă€lteres GebĂ€ude saniert werden oder findet die BautĂ€tigkeit in unmittelbarer NĂ€he einer bereits bestehenden Immobilie statt, könnte der Zusatzbaustein zur Versicherung von SchĂ€den am Altbau wichtig sein. Schließlich besteht durch BauaktivitĂ€ten in oder an Altbauten stets die Gefahr, die Substanz zu beschĂ€digen oder gar zu zerstören. Erweitert man seine Police um den Leistungsbaustein „Altbauten“, sind SchĂ€den abgedeckt, die infolge von NeubautĂ€tigkeiten entstanden sind. Ein Beispiel: fĂŒr einen Neubau muss das NachbargebĂ€ude unterfangen, also gegen ein Absinken gesichert werden. Diese Maßnahme verursacht Setzungsrisse am Giebel des Altbaus, SchĂ€den im Kellerboden oder klemmende Fenster und TĂŒren, fĂŒr die der Bauherr haftet.

Kaum ein Bau wird vor der Zeit beendet. In der Regel kommt es beim Hausbau eher zu Verzögerungen, so dass der vorgesehene Endtermin nicht gehalten werden kann. Deshalb sollte sich der Bauherr vor dem Abschluss der Bauleistungsversicherung informieren, wie der Versicherer notwendige VerlĂ€ngerungen der Police handhabt. Oft kann schon beim Abschluss des Versicherungsschutzes eine VerlĂ€ngerungsprĂ€mie vereinbart werden. So ersparen sich ohnehin gestresste Bauherren unliebsame Überraschungen und Diskussionen mit dem Versicherungsunternehmen.

Soll das Haus in einem hochwassergefĂ€hrdeten Gebiet errichtet werden, ist es ratsam, dass die Bauleistungsversicherung die Mitversicherung von aggressivem Grundwasser beinhaltet. Denn in Baugebieten mit Hochwassergefahr kann bei Unwettern nicht nur eindringendes Regenwasser, sondern noch dazu das Ansteigen des Grundwassers fĂŒr erheblichen Schaden sorgen.

Sinnvoll kann auch die Deckungserweiterung fĂŒr SchĂ€den an fertiggestellten Teilen von Bauwerken sein. Ohne diesen Zusatz tragen ansonsten Bauherren das Risiko, wenn SchĂ€den vor der Bezugsfertigkeit entstehen. Mit dem Extrabaustein kann die VersicherungslĂŒcke abgedeckt werden, die zwischen der Fertigstellung von einzelnen, bereits abgenommenen Gewerken und dem Einzug ins Haus entstehen kann. Die WohngebĂ€udeversicherung greift nĂ€mlich erst ab Bezugsfertigkeit.

Tipp: Die Bauleistungsversicherung schĂŒtzt auch Baufirmen und Handwerker vor unvorhergesehenen SchadensfĂ€llen und leistet, wenn der Schaden zu Lasten eines beauftragten Unternehmens geht. Bauherren sollten deshalb vorab mit den Baufirmen klĂ€ren, ob diese sich am Beitrag fĂŒr eine Bauleistungsversicherung beteiligen möchten. Der Bauherr kann dann den Versicherungsabschluss ĂŒbernehmen und die PrĂ€mie auf die einzelnen Baugewerke umlegen. Damit wird die Bauleistungsversicherung fĂŒr den Bauherrn eine gĂŒnstige oder sogar kostenneutrale Absicherung.

Welche Leistungen sind bei einer Bauleistungsversicherung im Schadensfall inbegriffen?

Vergleichen24 | Bauleistungs- und BauwesensversicherungDie Bauleistungsversicherung sorgt dafĂŒr, dass nach einem unvorhergesehenen Schadensereignis der Mangel schnell behoben wird und der Bau ohne grĂ¶ĂŸere Verzögerungen fortgesetzt werden kann. FĂŒr die Beseitigung des Schadens, die Wiederherstellung schon erbrachter Bauleistungen, aber auch notwendige AufrĂ€um- oder Reinigungsaufgaben ĂŒbernimmt die Versicherung die Kosten. Die Police gewĂ€hrt Versicherungsschutz vom ersten Spatenstich bis zum Einzug ins Haus.

Und zwar fĂŒr alle unvorhergesehenen SchĂ€den an Bauleistungen, Baustoffen und Bauteilen, die fĂŒr die Errichtung, den Umbau oder den Ausbau der versicherten Baustelle benötigt werden. Versichert sind also auch Dachziegel, Rohre, Kabel, Hilfsbauten, GerĂŒste und Abdeckungen. Als unvorhergesehen werden SchĂ€den definiert, die der Bauherr oder ein beauftragtes Bauunternehmen und deren ReprĂ€sentanten nicht rechtzeitig vorhergesehen haben oder nicht vorhersehen konnten.

Die Bauleistungsversicherung bezeichnet man als sogenannte Allgefahrenversicherung. Versichert ist jeder Schaden, solange er in den Versicherungsbedingungen nicht ausdrĂŒcklich vom Versicherungsschutz ausgenommen ist. Typische Leistungen der Bauleistungsversicherung sind Schadensersatz bei

          • Diebstahl von Bauteilen, die fest mit dem GebĂ€ude verbunden sind
          • ungewöhnliche WitterungseinflĂŒsse, zum Beispiel ein Hagelschaden auf frisch verlegtem Estrich im Sommer oder Überschwemmungen nach sintflutartigem Regen
          • Vandalismus
          • Glasbruch
          • Mehrkosten fĂŒr Überstunden
          • Kosten fĂŒr die RĂ€umung und Reinigung des Schadenortes sowie die Entsorgung zerstörter Bauteile
          • Schadensuchkosten, wenn ein BausachverstĂ€ndiger nach den Ursachen fĂŒr einen Schaden beauftragt werden muss; denn oft ist es nicht einfach, festzustellen, wer fĂŒr einen Schaden tatsĂ€chlich verantwortlich ist. Der BausachverstĂ€ndige beugt mit seiner Expertise langen, nervenaufreibendem und teuren Auseinandersetzungen vor.
          • Rechtsstreitigkeiten, die in Verbindung mit einem Hausbau besonders hĂ€ufig vorkommen. Eine Bauleistungsversicherung unterstĂŒtzt den Bauherrn auch, wenn unberechtigte Forderungen gestellt werden
          • SchĂ€den durch Brand, Blitzschlag und Explosion. Diese Leistungsbausteine mĂŒssen bei vielen Versicherern extra versichert und zusĂ€tzlich in die Police mit aufgenommen werden.
          • Absturz eines Luftfahrzeuges, innere Unruhen, Streik oder Aussperrung: solche EventualitĂ€ten sind meistens nicht standardmĂ€ĂŸig im Versicherungsumfang enthalten, können aber bei den meisten Versicherern als Zusatzbaustein hinzugebucht werden

wichtige Bauversicherungen:

Welche Leistungen sind bei einer Bauleistungsversicherung im Schadensfall nicht inbegriffen?

Wer einen leistungsstarken Bauleistungsversicherer gefunden hat, braucht sich bei SchÀden am Bau durch Konstruktions- und Materialfehler oder fahrlÀssige oder gar böswillige, vorsÀtzliche Handlungen Dritter zumindest finanziell keine Sorgen machen. Diese SchÀden werden von einem guten Anbieter gedeckt.
Anders sieht es  bei  reinen LeistungsmĂ€ngeln der mit dem Bau beauftragten Firmen aus. Eine mangelhafte AusfĂŒhrung einer Bauleistung ist ĂŒber die Bauleistungsversicherung nicht versichert. Trotzdem bietet diese Versicherung einen gewissen Schutz gegen Pfusch am Bau. FĂŒhrt nĂ€mlich eine minderwertige Bauleistung zu einem Folgeschaden, ist der ĂŒber die Bauleistungsversicherung abgedeckt. Keine EntschĂ€digung leistet die Bauleistungsversicherung außerdem bei
  • Diebstahl von auf dem BaugrundstĂŒck lagernden Materialien
  • normalen WitterungseinflĂŒssen, die aufgrund der Jahreszeit und den örtlich gegebenen VerhĂ€ltnissen zu erwarten sind. Bilden sich SchĂ€den im Mauerwerk, weil im Januar bei Schnee und Eis gearbeitet wurde und Tauwasser die Steine zum Platzen bringt, wird die Bauleistungsversicherung nicht leisten.
  • Feuer, Blitzen, BlitzschlĂ€gen, Explosionen und Flugkörpern; bei fast allen Anbietern mĂŒssen Leistungen fĂŒr solche FĂ€lle extra und gegen Zuzahlung versichert werden. Durch BrĂ€nde verursachte SchĂ€den wĂ€hrend der Bauphase sind ĂŒber die Feuerrohbauversicherung abgesichert.
  • Fahrzeugen, die auf der Baustelle beschĂ€digt werden
  • SchĂ€den an und Verlust von BaugerĂ€ten, KleingerĂ€ten, Handwerkzeugen, Vermessungs-, Werkstatt- PrĂŒf-, Labor- und FunkgerĂ€ten sowie Signal- und Sicherungsanlagen
  • SchĂ€den an BaubĂŒros, Baubuden, Baubaracken, WerkstĂ€tten, Magazinen, Stahlrohr- und SpezialgerĂŒsten, Stahlschalungen oder Vorbauwagen
  • Schadensersatzforderungen Dritter
  • SchĂ€den durch eine Unterbrechung der Bauarbeiten ĂŒber drei Monate
  • SchĂ€den an fertiggestellten und bereits abgenommenen Teilen von       Bauwerken

Was soll ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Wie immer, wenn ein Schadensfall eintritt, sollte der Schaden unverzĂŒglich dem Versicherer angezeigt werden. DarĂŒber hinaus ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, den Schaden nach Möglichkeit abzuwenden oder zu mindern. Damit der Schaden möglichst reibungslos und zum Vorteil des Versicherten abgewickelt werden kann, sind im Schadensfall weitere Maßnahmen hilfreich:
  • die exakte Dokumentation des Schadensbildes durch Fotos
  • das EinverstĂ€ndnis des Bauherrn, dass der Versicherer selbst den Schaden durch eigene SachverstĂ€ndige begutachtet
  • die Möglichkeit fĂŒr den Versicherer, die Ursache, den Verlauf und die Höhe des Schadens eigenhĂ€ndig nachzuprĂŒfen
  • die Erteilung wichtiger AuskĂŒnfte rund um den Schaden wie die Kostenaufstellung fĂŒr das wiederherzustellende Gewerk oder notwendige Belege ĂŒber zu leistende Arbeitsstunden oder benötigte Materialien

Wann setzt der Versicherungsschutz der Bauleistungsversicherung ein?

Der Versicherungsschutz setzt zum im Versicherungsschein angegebenen Datum ein. Allerdings nur, wenn die Zahlung der PrĂ€mie rechtzeitig erfolgt ist.  FrĂŒhestmöglich kann der Vertrag einen Tag nach Antragstellung, ab zwölf Uhr mittags, in Kraft treten.
Der Versicherungsschutz endet entweder mit der Bezugsfertigkeit des Hauses oder mit dem Tag der behördlichen Gebrauchsabnahme. Die meisten Versicherer gewĂ€hren einen maximalen Versicherungszeitraum fĂŒr die Bauarbeiten von 24 Monaten ab Versicherungsbeginn. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann den Schutz der Bauleistungsversicherung noch ĂŒber die Bauabnahme hinaus und mit begrenztem Versicherungsumfang nutzen. Dann können von der Versicherung auch solche SchĂ€den reguliert werden, die bei der Bauabnahme nicht ersichtlich waren oder erst spĂ€ter auftreten.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Bauleistungsversicherung sein?

Um eine ausreichende Versicherungssumme fĂŒr ein Bauvorhaben zu ermitteln, mĂŒssen die Herstellungskosten fĂŒr ein Haus berechnet werden. Die Summe aller Leistungen und Lieferungen an Material und Bauteilen ergeben die zu versichernde Summe. Dazu gehören auch Eigenleistungen, Stundenlohnarbeiten, der Neuwert der Baustoffe und Bauteile sowie anfallende Kosten fĂŒr die Anlieferung und das Abladen von Baumaterialien. Bei der Berechnung der Deckungssumme nicht berĂŒcksichtigt werden GrundstĂŒcks- und Erschließungskosten,  Architekten- und IngenieurgebĂŒhren, MaklergebĂŒhren, Finanzierungskosten und behördliche Abgaben.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Bauleistungsversicherung berechnet?

Vergleichen24 | Bauleistungs- und BauwesensversicherungDie PrĂ€mie fĂŒr eine Bauleistungsversicherung wird nach verschiedenen Faktoren berechnet. Der wichtigste Richtwert ist die Höhe der endgĂŒltigen Herstellungskosten fĂŒr ein Bauvorhaben. Diese wiederum setzt sich aus den Leistungen der beauftragten Firmen, Stundenlohnarbeiten, der Eigenleistungen des Bauherrn, dem Neuwert der benötigten Baustoffe und Bauteile sowie Kosten fĂŒr die Anlieferung und das Entladen von Baumaterialien zusammen.

Auch die Art des Bauvorhabens (Neubau, Altbau, Fertighaus oder massive Konstruktion) und die voraussichtliche Dauer der Bauarbeiten spielen bei der Berechnung der VersicherungsprĂ€mie eine Rolle. Zudem können besondere VerhĂ€ltnisse des BaugrundstĂŒckes zu RisikozuschlĂ€gen fĂŒhren; wenn sich etwa der Grund und Boden nahe an einem GewĂ€sser befindet oder Maßnahmen zur Grundwasserabsenkung oder Wasserhaltung notwendig sind. Zur Kostensenkung können Bauherren eine Selbstbeteiligung in der abzuschließenden Bauleistungsversicherung vereinbaren. Bei den meisten Versicherern betrĂ€gt die Selbstbeteiligung mindestens 250 Euro pro Schadensfall.

Gartenanlagen und Baunebenkosten wie Honorare fĂŒr Architekten, Baustatiker oder Notarkosten werden in die Berechnung nicht einbezogen. Wichtig!: ergibt sich wĂ€hrend der Vertragslaufzeit durch nachtrĂ€gliche Erweiterungen eine höhere Bau- und damit Versicherungssumme, muss diese der Versicherungsgesellschaft umgehend gemeldet werden. Ansonsten ist der Bauherr unterversichert und könnte im Schadensfall auf hohen Kosten sitzen bleiben.

Nach Ende der Haftung des Versicherers wird eine Schlussabrechnung vorgenommen. War das Bauvorhaben teurer als ursprĂŒnglich angenommen, wird seitens der Versicherung ein zusĂ€tzlicher Beitrag erhoben. Ist die Bausumme niedriger als zunĂ€chst geplant, erhĂ€lt der Versicherungsnehmer den zu viel gezahlten Beitrag zurĂŒck. Die Kosten einer Bauleistungsversicherung fĂŒr ein Einfamilienhaus mit einer Bausumme von 300 000 Euro betragen einmalig etwa 300 Euro.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Bauleistungsversicherung fĂŒr mich?

Die Angebote der Bauleistungsversicherer unterscheiden sich hinsichtlich ihrer PrĂ€mien und Leistungen zum Teil enorm. Als Verbraucher kommt man deshalb nicht umhin, die einzelnen Tarife der Versicherungsgesellschaften sorgfĂ€ltig zu prĂŒfen. Am einfachsten gelingt das ĂŒber Vergleichsrechner im Internet.
Neben dem Preis fĂŒr eine Police sollte der Bauherr besonders auf die jeweiligen EinschlĂŒsse und AusschlĂŒsse der Anbieter achten. Hier haben Experten die grĂ¶ĂŸten Unterschiede bei den Policen ausgemacht. Will man spĂ€ter nicht auf hohen Kosten fĂŒr einen Schaden am Bau sitzen bleiben, ist es ist daher dringend zu empfehlen, die einzelnen Tarife der Bauleistungsversicherung auf die versicherten Bausteine hin zu ĂŒberprĂŒfen.  Die billigste Versicherung kann sich spĂ€ter bitter rĂ€chen, wenn sie fĂŒr viele SchĂ€den gar nicht aufkommt. DarĂŒber hinaus sollte die Höhe der Selbstbeteiligung beachtet werden. Meist lohnt es sich nicht, eine niedrige VersicherungsprĂ€mie mit einer hohen Selbstbeteiligung zu erkaufen.

Kann ich die VersicherungsbeitrÀge von der Steuer absetzen?

Die VersicherungsbeitrĂ€ge fĂŒr die Bauwesenversicherung können in der SteuererklĂ€rung des Bauherrn steuerlich geltend gemacht werden.

Worauf muss ich bei der KĂŒndigung meiner Bauleistungsversicherung achten?

Die Versicherung erlischt, sobald das Haus bezugsfertig ist, von der Baubehörde abgenommen wurde oder sechs Werktage nach Beginn der Nutzung. Maßgeblich ist der frĂŒheste der drei genannten Zeitpunkte. Als Bauherr mĂŒssen Sie dem Versicherer diesen Termin mitteilen. Nach Beendigung der Bauarbeiten oder nach spĂ€testens zwei Jahren erlischt der Vertrag automatisch. Die Bauleistungsversicherung muss daher nicht extra vom Versicherungsnehmer gekĂŒndigt werden. Der Beitrag fĂŒr die Bauleistungsversicherung ist ein Einmalbeitrag und gilt fĂŒr die gesamte Versicherungsdauer.

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Bauleistungsversicherung achten?

Aufgrund ihrer begrenzten Laufzeit wird eine Bauleistungsversicherung ĂŒblicherweise nicht gewechselt. Möchte man dennoch einen neuen Versicherer fĂŒr sein Bauvorhaben, sollte man besonders darauf achten, dass die benötigten Leistungsbausteine auch in der neuen Police eingeschlossen sind. Welche SchĂ€den versichert sind und welche nicht, variieren je nach Anbieter betrĂ€chtlich.

Welche Vorteile hat eine Bauleistungsversicherung?

Als Bauherr kann man vieles sorgfĂ€ltig planen. Mit einer soliden Finanzierung und der Auswahl verlĂ€sslicher Handwerker ist man dem Traum vom eigenen Haus schon recht nahe. Leider bringt eine Baustelle aber auch unkalkulierbare Risiken mit sich. Dazu gehören Wetterkapriolen, ein leichtsinniger Bauhelfer, dreiste Diebe oder Vandalismus. Diese Ereignisse sind unvorhersehbar und können den Baufortschritt empfindlich stören. Im schlimmsten Fall bedeuten sie sogar den Baustopp – weil beispielsweise Gelder fĂŒr die Wiederbeschaffung gestohlener Bauteile oder die Wiederherstellung beschĂ€digter Gewerke fehlen.

Die Bauleistungsversicherung schĂŒtzt gegen solche UnwĂ€gbarkeiten am Bau. Und sie vermeidet langwierige und oft kostspielige Streitigkeiten darĂŒber, wer fĂŒr den Schaden aufkommen muss. Die Police gewĂ€hrt Versicherungsschutz vom ersten Spatenstich bis zur Bezugsfertigkeit des Hauses. DarĂŒber hinaus beruhigt sie nicht nur den Bauherren, sondern auch die finanzierende Bank, die es gerne sieht, wenn ihr Kreditnehmer wĂ€hrend der Bauphase gegen unvorhergesehen Gefahren abgesichert ist.

Welche Nachteile hat eine Bauleistungsversicherung?

Vergleichen24 | Bauleistungs- und BauwesensversicherungEin Rundum-Sorglos-Paket ist eine Bauleistungsversicherung nicht. Manche SchĂ€den am Bau deckt eine solche Versicherung nur gegen hohe Zuzahlungen oder gar nicht ab. Das gilt zum Beispiel fĂŒr das Glasbruch-Risiko, welches fĂŒr den Bauherrn im Schadensfall hohe Kosten verursachen kann. LĂ€ngst nicht bei jedem Anbieter werden die Kosten fĂŒr zerbrochene Scheiben standardmĂ€ĂŸig und fĂŒr die gesamte Bauzeit ĂŒbernommen. Auch SchĂ€den durch Feuer oder Explosionen sind innerhalb der Bauleistungsversicherung selten abgedeckt. FĂŒr diese Risiken muss eine Feuerrohbauversicherung abgeschlossen werden.

In keinem Fall ĂŒbernimmt die Bauleistungsversicherung SchĂ€den durch normale WitterungseinflĂŒsse wie Dauerregen im Sommer oder Frost im Winter. Die Unterscheidung zwischen normalem Wetter und plötzlich eintretendem WetterphĂ€nomen kann zuweilen schwierig sein: laut Wetterbericht soll es stabiles Hochsommerwetter geben; dennoch schlĂ€gt wĂ€hrend eines lokalen Gewitters ein Blitz in den Dachstuhl ein. Die Wetterkapriole war nicht vorhersehbar, der Schaden ist versichert. Warnt der Wetterbericht hingegen vor Starkregen und Bauteile werden nicht in Sicherheit gebracht und durch die Wasserfluten zerstört, erstattet die Versicherung nichts.

Auch gegen Pfusch am Bau kann sich der Bauherr nicht versichern. Bei SchÀden durch nicht fachgerechte Leistungen haftet eigentlich die Versicherung des Bauunternehmens. Nicht selten kommt es in diesem Zusammenhang zu langen Verhandlungen und belastenden Streitigkeiten.

Als Nachteil können sich bei einer Bauleistungsversicherung außerdem die Kosten fĂŒr eine Selbstbeteiligung im Schadensfall erweisen. Bei manchem Versicherer ist die Selbstbeteiligung unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hoch angesetzt. Hier sollte der Bauherr vor Abschluss einer Versicherung besondere Vorsicht walten lassen. Zwar senkt eine hohe Selbstbeteiligung die PrĂ€mie erheblich, im Schadensfall aber hat der Bauherr das Nachsehen.