Bauherrenhaftpflichtversicherung im Griff
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Bauherrenhaftpflichtversicherung

Viel Zeit, Geld und Engagement investiert man als Bauherr in den Traum vom eigenen Zuhause. Die meisten Deutschen bauen nur einmal im Leben, da soll alles perfekt sein. Aber selbst bei sorgfÀltigster Planung kann einiges schiefgehen.

Warum lohnt sich der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Vergleichen24 | BauherrenhaftpflichtversicherungDer Bau eines Hauses ist mit vielfÀltigen Risiken und Gefahren verbunden und es kann zu allen möglichen Personen- oder SachschÀden kommen. Damit ein Bauherr ruhig schlafen kann, sollte er sich bei einem Neubau, einer umfangreichen Modernisierung oder aufwÀndigen Sanierung mit einer Bauherrenhaftpflichtversicherung absichern.

Bauherr haftet

Denn sogar schon vor dem ersten Spatenstich können Personen auf dem zu bebauenden GrundstĂŒck zu Schaden kommen oder das Eigentum Dritter beschĂ€digt werden. Zum Beispiel, wenn Kinder auf der Baustelle toben, ĂŒber Baumaterial stolpern und sich dabei verletzen. Haftbar ist zunĂ€chst einmal immer der Bauherr und GrundstĂŒckseigentĂŒmer. So will es das Gesetz. In § 823 Absatz 1 BGB heißt es:

„Wer vorsĂ€tzlich oder fahrlĂ€ssig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstandenen Schadens verpflichtet.“

Kommt ein Bauherr seiner Sorgfaltspflicht nicht nach oder entgeht ihm eine Gefahrensituation auf der Baustelle, dann haftet er – und zwar in unbegrenzter Höhe. Folglich muss der Bauherr stets dafĂŒr Sorge tragen, dass auf der Baustelle keine Personen zu Schaden kommen oder Sachen Dritter beschĂ€digt werden. Geschieht dennoch ein UnglĂŒck, drohen Schadenersatzforderungen, die im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin bedeuten. Mit einer Bauherrenhaftpflichtversicherung schĂŒtzen sich HĂ€uslebauer vor den hohen Kosten potentieller EntschĂ€digungszahlungen. Im Rahmen einer Baufinanzierung ist der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung sogar hĂ€ufig Pflicht.

Baustelle birgt hohes Gefahrenpotential

Eine offene Baugrube, KellerschĂ€chte, GerĂŒste, schweres GerĂ€t oder umherliegendes Material – auf einer Baustelle lauern rund um die Uhr allerlei Gefahren. Außerdem hantieren tĂ€glich viele Menschen mit Werkstoffen, Werkzeugen und Maschinen. Entsprechend groß ist das Risiko, dass auch unbeteiligte Personen zu Schaden kommen können. Das berĂŒhmte Schild „Achtung Baustelle“ oder „Betreten verboten“ schĂŒtzt den Bauherren nicht, selbst wenn Unbefugte das GrundstĂŒck betreten und darauf verunglĂŒcken. Auch die Tatsache, dass ein Architekt, Bauunternehmer oder Bauhand­werker mit den Arbeiten beauftragt wurde, entlĂ€sst den HauseigentĂŒmer in spe nicht aus der Verantwortung. Schließ­lich hat er das Bauvorhaben veranlasst und damit die sogenannte Verkehrssicherungspflicht inne.

Pflichten des Bauherren

Mit einem Bauvorhaben gehen Bauherren einige Verpflichtungen ein – oft, ohne sich dessen bewusst zu sein.  Zu den wichtigsten gehören die

  • Verkehrssicherungspflicht: Der Bauherr hat dafĂŒr Sorge zu tragen, dass die Baustelle inklusive Zufahrtswege so beschaffen ist, dass andere Personen nicht gefĂ€hrdet werden. Ein typischer Schadensfall:  ein Fahrradfahrer rutscht auf dem mit Sand oder Steinchen verschmutzten Gehweg vor der Baustelle aus und verletzt sich.
  • Auswahlpflicht: auch bei der Wahl seiner Baupartner, Arbeiter und Handwerker muss der Bauherr bestimmten Sorgfaltspflichten nachkommen. Er ist dafĂŒr verantwortlich, dass der beauftragte Architekt fachlich geeignet ist und nur Handwerker und Unternehmen mit Arbeiten betraut werden, fĂŒr die sie ausreichend qualifiziert sind.
  • Organisations- und Überwachungspflicht: Der Bauherr muss sich persönlich um die Baustelle kĂŒmmern. Rein juristisch hat er alle Bauarbeiten sowie die damit betrauten Personen und Unternehmen im Rahmen des Zumutbaren zu kontrollieren.

Grenzenlose Haftung

Auch wenn man sich als Bauherr noch so sehr bemĂŒht, alles richtig zu machen – selbst der gewissenhafteste HĂ€uslebauer hat weder die Zeit noch die Expertise, alle Bauschritte lĂŒckenlos zu ĂŒberwachen. Damit der Traum von den eigenen WĂ€nden nicht zum Alptraum wird, mĂŒssen Bauherren versicherungstechnisch gut versorgt sein. Denn im Ernstfall haften sie mit ihrem gesamten Vermögen, unbegrenzt und ein Leben lang! Verletzt sich ein Mensch auf der Baustelle so schwer, dass er bleibende SchĂ€den davon trĂ€gt, können die an den Bauherren gestellten Schaden­ersatz­ansprĂŒche in die Millionen gehen. Es mĂŒssen Arzt-, Kranken­haus- und Pflege­kosten, möglicherweise ein Verdienst­ausfall, Schmerzens­geld oder sogar eine lebens­lange Rente gezahlt werden.

Ein Beispiel: Ein Kind betritt eine schlecht gesicherte Baustelle und stĂŒrzt in einen Kellerschacht. Es verletzt sich schwer und ist als Folge der Verletzung querschnittsgelĂ€hmt. Der Bauherr hat die Baustelle nicht ausreichend abgesichert und damit fahrlĂ€ssig gehandelt. Per Gesetz haftet er fĂŒr den Gesundheitsschaden: er muss nicht nur die entstehenden Arztkosten tragen, sondern lebenslang fĂŒr den Unterhalt des Kindes sorgen. Ohne eine Bauherrenhaftpflichtversicherung bedeutet ein solches Szenario fĂŒr die meisten Bauherren das finanzielle Aus. Dagegen ĂŒbernimmt die Bauherrenhaftpflichtversicherung das finanzielle Risiko eines Bauvorhabens bis zur vereinbarten Deckungssumme.

Welche SchÀden sind im Rahmen einer Bauherrenhaftpflichtversicherung mitversichert?

Wird Dritten durch ein Bauvorhaben ein Schaden zugefĂŒgt, schĂŒtzt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung zuverlĂ€ssig vor Schadensersatzforderungen bei Personen, Sach- und VermögensschĂ€den. BetrĂ€chtlicher Sachschaden kann beispielsweise entstehen, wenn bei stĂŒrmischem Wetter ein GerĂŒst kippt und auf dem Auto des Nachbarn landet. StĂŒrzt ein Besucher auf der Baustelle, kann ein solcher Unfall einen hohen Personenschaden nach sich ziehen.

Eine leistungsstarke Bauherrenhaftpflichtversicherung reguliert in der Regel SchÀden durch:

    • eine unzureichende Sicherung der Baustelle
    • nicht vorschriftsmĂ€ĂŸige Beleuchtung der Baustelle
    • nicht ausreichende Absperrung des BaugelĂ€ndes
    • Ablagerungen von Baumaterialien ĂŒber den Straßenrand hinaus
    • die unsachgemĂ€ĂŸe Lagerung von Baumaterial auf dem Bauplatz
    • herabstĂŒrzende GerĂŒste
    • schadhafte oder ungĂŒnstig platzierte ZĂ€une,
    • eine mangelhafte Abdeckung von Gruben

Außerdem leistet die Bauherrenhaftpflichtversicherung Zahlungen bei

  • Belade- und EntladeschĂ€den; manche Versicherer schließen dabei auch Be- und Entladevorrichtungen wie KrĂ€ne oder Winden mit ein
  • LeitungsschĂ€den an Erd- Frei- oder Oberleitungen
  • BeschĂ€digungen an BĂ€umen auf dem NachbargrundstĂŒck
  • StĂŒrzen von Passanten auf dem verunreinigten oder vereisten BĂŒrgersteig an der Baustelle
  • SchĂ€den, die durch Staub oder Schmutz bei den Anliegern entstanden sind
  • SachschĂ€den durch die Senkung eines GrundstĂŒcks, ErschĂŒtterungsschĂ€den oder einen Erdrutsch
  • SchĂ€den durch die allmĂ€hliche Einwirkung von Temperatur, Gasen, DĂ€mpfen, Feuchtigkeit und NiederschlĂ€gen
  • SchĂ€den aus dem Gebrauch von Kraftfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als sechs Stundenkilometern, beispielsweise Bagger
  • UmweltschĂ€den, zum Beispiel die Verunreinigung eines GewĂ€ssers oder des Grundwassers
  • SchĂ€den durch die Lagerung gewĂ€sserschĂ€dlicher Stoffe (Kleingebinde) wie Farben, Lacke oder Haushaltsreiniger
  • SchĂ€den durch hĂ€usliche AbwĂ€sser

SchĂ€den durch erbrachte Eigenleistungen des Bauherren bei der Planung oder AusfĂŒhrung sind nicht immer durch eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abgedeckt. Wer Arbeiten am Bau selbst durchfĂŒhren möchte, sollte vorab mit dem Versicherer klĂ€ren, ob Risiken durch Eigenleistungen ĂŒber die Police versichert sind.

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließe?

Vergleichen24 | BauherrenhaftpflichtversicherungDiese Versicherung schließen Bauherren vor Beginn Ihres Bauprojekts ab. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt alle Risiken ab, die sich fĂŒr einen Bauherren vom Erwerb des Grundbesitzes bis zur Fertigstellung des Hauses ergben. Wenn bereits beim GrundstĂŒckskauf abzusehen ist, dass der Hausbau innerhalb der nĂ€chsten zwei Jahre fertig gestellt sein wird, sollte die Bauherrenhaftpflichtversicherung direkt mit dem Erwerb von Grund und Boden abgeschlossen werden. Die Haftpflichtversicherung gilt dann bereits vor Baubeginn und ohne Zusatzkosten fĂŒr das unbebaute GrundstĂŒck.

Vor Abschluss der Bauherrenhaftpflichtversicherung sollten angehende Bauherren sichergehen, dass die Police alle Leistungen beinhaltet, die benötigt werden. Sind auch SachschĂ€den durch GrundstĂŒckssenkung, ErschĂŒtterungen oder GewĂ€sserverĂ€nderungen eingeschlossen? Was ist, wenn durch die Einwirkung von Temperaturen, Gasen oder DĂ€mpfen SchĂ€den am Eigentum Dritter entstehen?

Besonders wichtig: viele Bauherren wollen durch Eigenleistung Geld sparen. Oft muss das Erbringen der eigenen Leistung extra versichert und um die Leistungspflicht fĂŒr „Bauen in eigener Regie“ erweitert werden. Nicht jede Bauherrenhaftpflicht bietet allerdings fĂŒr die eigene AusfĂŒhrung der Planung und der Bauleitung einen ausreichenden Versicherungsschutz. Fehlt der Einschluss von Eigenleistungen, bleibt der Bauherr bei einem Schadensfall mit Beteiligung Dritter möglicherweise auf den Kosten sitzen.

FĂŒr den Umbau oder Ausbau einer Immobilie in Eigen­leistung, etwa einen Dach­ausbau, ist normalerweise keine spezielle Bauherrenhaftpflichtversicherung nötig. Wer eine Privathaftpflichtversicherung besitzt, ist bei solch kleineren Bauvorhaben ausreichend abgesichert. Je nach Police greift der Schutz bis zu einer Bausumme von 25 000 Euro, 100 000 Euro oder sogar unbe­grenzt.

Welche Leistungen sind bei einer Bauherrenhaftpflichtversicherung inbegriffen?

Personen-, Sach-, VermögensschÀden

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung leistet bei Personen-, Sach- und VermögensschĂ€den bis zur vereinbarten Deckungssumme. Verletzt sich eine Person auf der Baustelle, ĂŒbernimmt die Versicherung bei einer berechtigten Forderung die Arzt-, Krankenhaus- und Pflegekosten, aber auch Zahlungen fĂŒr Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Reha- oder Umschulungsmaßnahmen, eine lebenslange Rente sowie Zahlungen fĂŒr die Hinterbliebenen.

Auch SachschĂ€den werden von der Versicherung reguliert – wenn beispielsweise durch die BautĂ€tigkeit SchĂ€den am Nachbarhaus entstehen oder beim Entladen von Baumaterialien ein anderes Auto beschĂ€digt wird. Gehört dieses Auto einem SelbstĂ€ndigen, kann der demolierte Pkw zudem einen Vermögensschaden nach sich ziehen. Dann kommt die Versicherung zum Beispiel fĂŒr entgangene Einnahmen auf, weil etwa aufgrund des UnglĂŒcks ein wichtiger GeschĂ€ftstermin verpasst wurde und ein Verdienstausfall entstanden ist. Bei SachschĂ€den werden die Kosten fĂŒr eine Reparatur ersetzt. Ist die Wiederherstellung nicht möglich, leistet die Bauherrenhaftpflicht in der Regel den Zeitwert des Gegenstandes.

Passiver Rechtsschutz

Ein großer Vorteil der Bauherrenhaftpflichtversicherung ist, dass sie dem Versicherungsnehmer auch als kleine Rechtsschutzversicherung zur Seite steht. Bevor ĂŒberhaupt Leistungen fließen, prĂŒft die Versicherung die Rechtslage und ob der Versicherte ĂŒberhaupt schadensersatzpflichtig ist.

Vor allem im Bausektor ist die Rechtschutz-Leistung Gold wert. Denn bei einem Bau hat man es immer mit vielen verschiedenen Verantwortlichen, einer Vielzahl von Vertragsbeziehungen und wechselnden Beteiligten wie Architekten, Handwerker, Subunternehmer, Lieferanten oder private Helfer zu tun. FĂŒr den Bauherren ist es bei einem Schaden manchmal schlicht unmöglich, den Verantwortlichen fĂŒr einen UnglĂŒcksfall fest zu machen. Genau das tut die Versicherung fĂŒr ihn. Kommen die Experten des Bauherrenhaftpflichtversicherers bei der PrĂŒfung der Sach- und Rechtslage zum Ergebnis, dass der gegenĂŒber dem Bauherren geltend gemachte Anspruch nicht begrĂŒndet ist, lehnt sie die Schadensersatzforderung ab. Die Versicherung ĂŒbernimmt sogar die Kosten eines möglichen Rechtsstreits, ganz unabhĂ€ngig davon, ob das gerichtliche Verfahren gewonnen oder verloren wird.

Rund um die Uhr auf der sicheren Seite

Vergleichen24 | BauherrenhaftpflichtversicherungÜber eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist ein Bauherr auch dann versichert, wenn er Dritte fahrlĂ€ssig gefĂ€hrdet. Dazu gehören beispielsweise UnfĂ€lle durch schlecht aufgestellte BauzĂ€une, eine nicht ausreichend gesicherte Baugrube oder vereiste BĂŒrgersteige vor der Baustelle. Zu den Leistungen der Bauherrenhaftpflichtversicherung zĂ€hlen außerdem die Regulierung von RegressansprĂŒchen der Berufsgenossenschaft.

Der Versicherungsschutz der Bauherrenhaftpflicht-Police umfasst ĂŒbrigens nicht nur den Bauherren, sondern auch private Bauhelfer. Diese Leistung ist fĂŒr alle Bauherren wichtig, die auf die „Muskelhypothek“ setzen und mit der UnterstĂŒtzung von Freunden, Nachbarn, Kollegen und Verwandten die Baukosten drĂŒcken wollen. Allerdings leistet die Versicherung nur bei SchadensersatzansprĂŒchen, die dritte Personen gegen die mitversicherten Bauhelfer stellen. Um sich vor Schadenersatzforderungen von auf der Baustelle verunglĂŒckten Helfern zu schĂŒtzen, sollte jeder Bauherr neben der gesetzlich vorgeschriebenen Bauhelferversicherung eine private Bauhelferversicherung abschließen.

wichtige Bauversicherungen:

Welche Leistungen sind bei einer Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht mit inbegriffen?

Vor Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung ist der Blick in den Leistungskatalog Pflicht. Hinsichtlich ihrer Leistungen variieren die einzelnen Anbieter zum Teil erheblich. Nicht versichert sind in der Regel SchÀden

  • ,die der Bauherr, seine Helfer oder eine beauftragte Person beim Gebrauch von Kraftfahrzeugen und KraftfahrzeuganhĂ€ngern verursachen
  • am eigenen Bauwerk
  • an geliehenen oder gemieteten Sachen
  • SchĂ€den durch die VerĂ€nderung der GrundwasserverhĂ€ltnisse
  • durch Überschwemmungen

Manche Versicherer schließen eine Leistung aus bei

  •  SchĂ€den nach ErschĂŒtterungen durch Rammarbeiten
  • AllmĂ€hlichkeitsschĂ€den, verursacht durch die allmĂ€hliche Einwirkung von hohen und tiefen Temperaturen, Gasen, DĂ€mpfen, Feuchtigkeit, NiederschlĂ€ge, Rauch, Ruß oder Staub

Auch im Falle von Eigenleistungen sind sich die Versicherer uneins. Die meisten bieten bei geplanten Eigenleistungen des Bauherren Versicherungsschutz nur gegen Aufpreis.

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Ein Schadensfall auf einer Baustelle soll am besten schnell und unkompliziert abgewickelt werden. Um zusĂ€tzlichen Ärger zu vermeiden, sollten Bauherren nach einem Unfall sofort Kontakt mit ihrem Bauherrenhaftpflicht-Versicherer aufnehmen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Versicherung ist Voraussetzung fĂŒr eine reibungslose Abwicklung. Folgende Punkte sollten beachtet werden:

  • Den Versicherer umgehend benachrichtigen, telefonisch oder per E-Mail
  • Jedes Schadenereignis, welches einen Haftpflichtanspruch zur Folge haben könnte, melden Bauherren am besten schriftlich per Post oder E-Mail bei ihrem Versicherer- und zwar innerhalb von einer Woche
  • Bei der Meldung des Schadensereignisses unbedingt möglichst genau den Unfallhergang sowie die UmstĂ€nde schildern, die zu dem Schaden gefĂŒhrt haben.
  • Ohne vorherige Absprache mit dem Versicherer sollten keine Zahlungen an einen GeschĂ€digten geleistet werden
  • Besonders wichtig: Mit einem SchuldeingestĂ€ndnis sollte man sich zurĂŒckhalten. Wer voreilig seine Schuld anerkennt, gefĂ€hrdet seinen Versicherungsschutz.
  • Der Versicherer ist auch zu informieren, wenn nach einem UnglĂŒcksfall eine Klage gegen den Bauherren erhoben wurde oder  AnsprĂŒche geltend gemacht wurden. Alle SchriftstĂŒcke, die die Klage betreffen, reicht man am besten komplett beim Versicherer ein.

Wann setzt der Versicherungsschutz der Bauherrenhaftpflichtversicherung ein?

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung zahlen Bauherren nur einmalig. Die Laufzeit beginnt mit der geleisteten Beitragszahlung. Einige wenige Versicherer akzeptieren bereits den Antragseingang als Anfang des Versicherungsschutzes.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die Dauer der Bauzeit und endet grundsĂ€tzlich mit der Bauabnahme. Wird ein Bau in Etappen errichtet, so besteht Versicherungsschutz fĂŒr die gesamte Zeit bis zur Fertigstellung. Der Versicherungsschutz endet mit der Beendigung der Bauarbeiten und der Bauabnahme, spĂ€testens jedoch drei Jahre nach Versicherungsbeginn, soweit kein abweichender Zeitraum vereinbart wird.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Bauherrenhaftpflichtversicherung sein?

Mindestens drei Millionen Euro sollte die Deckungssumme fĂŒr eine Bauherrenhaftpflichtversicherung sein. In Anbetracht der vielfĂ€ltigen und hohen Risiken auf einer Baustelle empfehlen die meisten Experten mittlerweile allerdings höhere Versicherungssummen. Denn der Bauherr haftet im Schadensfall unbegrenzt – die Versicherung dagegen zahlt lediglich maximal bis zur vereinbarten Deckungssumme. Im schlimmsten Fall könnte der Bauherr dann auf erheblichen Kosten sitzen bleiben. Deshalb ist Sparen bei einer Bauherrenhaftpflichtversicherung keine gute Idee. Vorteilhaft ist es außerdem, fĂŒr Personen- und SachschĂ€den eine Pauschalsumme auszuhandeln. Dadurch steht nach jedem Schadensfall die gesamte Versicherungssumme pro Personen- oder Sachschaden zur VerfĂŒgung. Zwar kommen VermögensschĂ€den relativ selten vor; dennoch sollten diese mit mindestens 250 000 Euro in der Bauherrenhaftpflichtversicherung berĂŒcksichtigt werden.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Bauherrenhaftpflichtversicherung berechnet?

Vergleichen24 | BauherrenhaftpflichtversicherungDer Beitrag fĂŒr eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist immer eine EinzelprĂ€mie, die nach Höhe der Bausumme und Dauer der Bauzeit bemessen wird.

Die Versicherung wird vom Bauherren meist fĂŒr eine Zeit von bis zu zwei Jahren abgeschlossen und mit einem einmaligen Betrag bezahlt. Um den exakten Beitrag zu ermitteln, mĂŒssen Bauherren neben der Bausumme außerdem die Postleitzahl des BaugrundstĂŒckes, die Art des Bauvorhabens (Neubau, Altbau, Fertighaus, Mehrfamilienhaus), die WohnflĂ€che in Quadratmetern und die voraussichtliche Dauer der Baumaßnahmen angeben.

Einige Versicherungen gewÀhren einen Rabatt, wenn ein Fertighaus gebaut wird oder nur eine Bauzeit von drei bis sechs Monaten benötigt wird. Auch Bauherren, die im öffentlichen Dienst beschÀftigt sind, können bei einigen Versicherern von NachlÀssen profitieren.

Zuzahlungen verlangen die Versicherungen, wenn die Kosten des Hausbaus durch Eigenleistungen gemindert werden sollen. Der  Risikozuschlag ist fĂ€llig, weil bei Eigenleistung die Wahrscheinlichkeit fĂŒr UnfĂ€lle und damit einhergehende SchĂ€den höher liegt. Alle Arbeiten, die der Bauherr und private Bauhelfer selbst ausfĂŒhren wollen, mĂŒssen mit dem entsprechenden Betrag vermerkt werden.

Es lohnt sich ĂŒbrigens nicht, bei der Angabe der Bausumme zu schummeln. Die Einsparungen bei einer niedrigeren Bausumme sind nur gering – die Konsequenzen bei einem Schadensfall können dafĂŒr katastrophal sein. Ohnehin sind die PrĂ€mien fĂŒr eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ĂŒberschaubar und bewegen sich um die 100 Euro.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Bauherrenhaftpflichtversicherung fĂŒr mich?

Das Portmonee ist durch ein Bauvorhaben sowieso schon strapaziert genug. Deshalb sollte man auch vor dem Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung Preise und Leistungen vergleichen. Zwar brauchen Bauherren unbedingt Versicherungs­schutz, sie können dabei allerdings viel Geld sparen. Die Preis­unterschiede sind gerade bei der Bauherrenhaft­pflichtversicherung enorm.

FĂŒr eine Bauherrenhaft­pflichtversicherung mit einer Bausumme von    250 000 Euro verlangen beispielsweise die gĂŒns­tigsten Versicherer weniger als 100 Euro, die teuersten Anbieter liegen bei ĂŒber 300 Euro. Höhere PrĂ€mien bedeuten dabei nicht zwangslĂ€ufig mehr Leistung. Bei den meisten Versicherern Ă€hneln sich die Leistungen sehr.

Ein Auge sollten die Versicherungsnehmer auf die vereinbarte Versicherungssumme pro Schadensfall haben. Einige Versicherer bieten ohne Mehr­beitrag einen recht guten Rundum­schutz, der auch            Sach­schĂ€den umfasst, die etwa durch die allmĂ€hliche Einwirkung von Feuchtig­keit, Senkung des Grund­stĂŒcks oder Erdrutsch verursacht werden. Auf keinen Fall sollte man sich von sehr niedrigen BeitrĂ€gen blenden lassen. Oft handelt man sich damit erhebliche LeistungsausschlĂŒsse ein, die den Bauherren im UnglĂŒcksfall teuer zu stehen kommen können.

Kann ich die VersicherungsbeitrÀge von der Steuer absetzen?

Der Gesetzgeber erkennt Haftpflicht­versicherungen als Vorsorgeaufwendung in der SteuererklĂ€rung an. Damit werden die BĂŒrger unterstĂŒtzt, sich gegen Risiken im Leben abzusichern. Neben der privaten Haftpflichtversicherung können in der SteuererklĂ€rung auch andere Versicherungen als Vorsorgemaßnahmen angegeben werden.

Dazu zĂ€hlen auch die BeitrĂ€ge zur Bauherrenhaftpflichtversicherung. Die Ausgaben fĂŒr eine solche Absicherung können als sonstige Vorsorgeaufwendung steuerlich abgesetzt werden. Die PrĂ€mie wird in der „Anlage VorsorgeaufwĂ€nde“ eingetragen. Leider sind Aufwendungen fĂŒr Vorsorgemaßnahmen nicht unbegrenzt steuerlich geltend zu machen. Der Gesetzgeber hat Höchstgrenzen festgelegt, bis zu denen Vorsorgeaufwendungen steuerlich berĂŒcksichtigt werden können.

Worauf muss ich bei der KĂŒndigung meiner Bauherrenhaftpflichtversicherung achten?

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung wird vor Baubeginn abgeschlossen und endet entweder mit dem Abschluss der Bauarbeiten oder nach maximal zwei Jahren.

Der Vertrag lĂ€uft nach der mit dem Versicherer vereinbarten Zeitspanne automatisch aus. Eine gesonderte KĂŒndigung muss der Versicherungsnehmer deshalb nicht vornehmen.

Sollte das Bauvorhaben lĂ€nger als zwei Jahre in Anspruch nehmen, kann der Versicherungsschutz in der Regel problemlos erweitert werden. Die VerlĂ€ngerung sollte großzĂŒgig bemessen sein. Denn wiederholte Änderungen sind in der Regel teurer. Auch sollte eine VertragsverlĂ€ngerung möglichst frĂŒhzeitig beantragt werden. So verhindern Bauherren, dass durch mittlerweile eingetretene SchadensfĂ€lle die Versicherer fĂŒr eine VertragsverlĂ€ngerung höhere PrĂ€mien verlangen oder diese VerlĂ€ngerung gar ganz ablehnen.

Die Bauphase endet mit der Bauabnahme, dann beginnt die Nutzungsphase. Sobald das Haus fertig gestellt und die Schlussabnahme erfolgt ist, erlischt der Versicherungsschutz der Bauherrenhaftpflicht. Danach muss der frischgebackene Hausbesitzer die neuen Risiken, die fĂŒr ihn als Haus- und Grundbesitzer entstehen, durch seine private Haftpflichtversicherung oder eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abdecken. Die Wahl der Versicherung hĂ€ngt davon ab, ob er das fertig gestellte Wohneigentum selbst bewohnt oder vermietet.

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Bauherrenhaftpflichtversicherung achten?

Meist ist ein Wechsel bei einer Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht vorgesehen, da die Absicherung ohnehin nur fĂŒr einen begrenzten Zeitraum abgeschlossen wird und automatisch endet. FĂŒr ein erneutes Bauvorhaben ist der Vergleich der Anbieter und eine Neubewertung allerdings immer empfehlenswert. Wer dennoch vorzeitig aus seinem Vertrag aussteigen möchte, muss die vom Versicherer angegebenen KĂŒndigungsfristen beachten – meist drei Monate. Die KĂŒndigung ĂŒbernimmt entweder der neue Anbieter oder der Versicherungsnehmer selbst. Bei vorzeitiger Beendigung des Vertrages darf der Versicherer nur den Teil der PrĂ€mie einbehalten, der dem Zeitraum entspricht, in dem Versicherungsschutz bestanden hat.

Welche Vorteile hat die Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Vergleichen24 | BauherrenhaftpflichtversicherungDie Bauherrenhaftpflichtversicherung bewahrt den Bauherren vor dem möglichen finanziellen Ruin, indem sie fĂŒr den Versicherungsnehmer Schadensersatzforderungen Dritter reguliert. Ohne Bauherrenhaftpflichtversicherung muss der Bauherr fĂŒr entstandene SchĂ€den in unbegrenzter Höhe aus eigener Tasche zahlen. Auch die unmittelbare Umgebung des GrundstĂŒcks, etwa der angrenzende Fußweg, ist versichert. Neben der Schadenregulierung fĂŒr berechtigte AnsprĂŒche beinhaltet die Bauherrenhaftpflicht auch einen passiven Rechtschutz, der fĂŒr den Bauherren unberechtigte AnsprĂŒche abwehrt, notfalls sogar vor Gericht.

Welche Nachteile hat eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist kein Rundum-Schutz. Sie deckt ausschließlich SchĂ€den Dritter ab. FĂŒr im Haushalt lebende Familienmitglieder, die auf der Baustelle zu Schaden kommen, besteht kein Versicherungsschutz. Auch SchĂ€den am eigenen Bau werden durch die Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht abgedeckt.