Erweiterte Produkthaftpflicht im Griff
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Erweiterte Produkthaftpflicht

Warum lohnt sich der Abschluss einer erweiterten Produkthaftpflicht?

Wie der Name bereits suggeriert, stellt die erweiterte Produkthaftpflicht eine Erweiterung zur Produkthaftpflichtversicherung dar. WĂ€hrend die Produkthaftpflichtversicherung Sach- und PersonenschĂ€den sowie daraus resultierende VermögensschĂ€den abdeckt, die dem Endverbraucher aufgrund eines fehler- oder mangelhaften Produkts entstehen, bietet die erweiterte Produkthaftpflicht fĂŒr Hersteller Versicherungsschutz bei echten VermögensschĂ€den und schließt damit die LĂŒcke der Produkthaftpflichtversicherung.

Wann und wie aber entstehen echte VermögensschĂ€den in Bezug auf die Herstellung von Produkten? Um diese Frage zu beantworten, ist es zunĂ€chst sinnvoll, den Versicherungsschutz der einfachen Produkthaftpflicht zu klĂ€ren: Sollte der Endverbraucher durch ein erworbenes Produkt eine gesundheitliche BeeintrĂ€chtigung erleiden oder sollte eine Sache beziehungsweise ein Gegenstand durch das fehler- oder mangelhafte Produkt beschĂ€digt oder zerstört werden, steht der Produzent gemĂ€ĂŸ Produkthaftungsgesetz in einer gesetzlichen Produkthaftung. Mit anderen Worten: Er muss dem geschĂ€digten Dritten den Schaden ersetzen. Eine Produkthaftpflichtversicherung, die in der Regel automatisch in einer Betriebshaftpflichtversicherung inkludiert ist, trĂ€gt die Kosten fĂŒr die entstandenen SchadensersatzansprĂŒche bei Sach- und PersonenschĂ€den.

Da dem Endverbraucher in der Regel aufgrund eines Produkts keine echten VermögensschĂ€den entstehen, richtet sich die erweiterte Produkthaftpflicht an Hersteller und HĂ€ndler, die ihre Waren, Erzeugnisse und Rohstoffe nicht direkt an den Endverbraucher liefern, sondern an ZwischenhĂ€ndler oder -produzenten, die die Produkte industriell oder gewerblich weiterver- beziehungsweise weiterbearbeiten. Entsteht diesem Zwischenproduzenten ein Schaden, zum Beispiel weil er ein mangel- oder fehlerhaftes Zwischenprodukt weiterverarbeitet hat oder gezwungen ist, die gesamte Produktion vor der Auslieferung auf Fehler zu ĂŒberprĂŒfen, steht der Zulieferer in der vollen Haftungsschuld. Er muss dem ZwischenhĂ€ndler sĂ€mtliche VermögensschĂ€den, auch KostenschĂ€den genannt, zur Behebung des Schadens, zum Beispiel fĂŒr die Neuproduktion, den Austausch und die PrĂŒfung, aber auch fĂŒr Umsatzeinbußen, erstatten. Die erweiterte Produkthaftpflicht ĂŒbernimmt diese Kosten bei SchadensersatzansprĂŒchen von Dritten und ist ebenfalls ein Bestandteil der Betriebshaftpflichtversicherung und keine eigenstĂ€ndige Police. Anders als die Produkthaftpflichtversicherung gehört sie jedoch nicht direkt zum Versicherungsumfang, sondern muss separat abgeschlossen werden.

 

Welche SchÀden sind im Rahmen einer erweiterten Produkthaftpflicht mitversichert?

Eine erweiterte Produkthaftpflicht bietet Versicherungsschutz ausschließlich fĂŒr echte VermögensschĂ€den, die Dritten bei der Weiterverarbeitung, Vermischung oder Verbindung von mangelhaften Rohstoffen oder fehlerhaft hergestellten Erzeugnissen des Herstellers (und damit des Versicherungsnehmers fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht) entstanden sind. VermögensschĂ€den können im Rahmen der erweiterten Produkthaftpflicht zum Beispiel sein:

  • die Kosten fĂŒr die Neuproduktion
  • die Folgekosten, zum Beispiel wenn das Erzeugnis bereits ausgeliefert wurde
  • die Austauschkosten beziehungsweise die Ausbau- und Einbaukosten, um ein bereits eingebautes fehlerhaftes Erzeugnis wieder auszubauen und gegen ein mangelfreies auszutauschen
  • die Kosten fĂŒr Reparatur oder Neuanschaffung von Maschinen mit Konstruktionsfehlern
  • die PrĂŒf- und Sortierkosten bei teilweise fehlerhaften Erzeugnissen
  • die Umsatzeinbußen und der entgangene Gewinn

Demnach bietet die erweiterte Produkthaftpflicht Versicherungsschutz fĂŒr SchĂ€den, die entstanden sind durch:

  • eine fehler- oder mangelhafte Produktion
  • fehlende Eigenschaften von Rohstoffen oder Produkten, fĂŒr die eine vertragliche Zusicherung bestand
  • einen Konstruktionsfehler der Maschinen
  • eine fehler- oder mangelhafte Auswahl der Materialien
  • Verarbeitungs- und Zusammensetzungsfehler der gelieferten Waren und Gemische

Bei folgenden Schadensbeispielen besteht fĂŒr den Hersteller der mangel- oder fehlerhaften Ware Versicherungsschutz ĂŒber die erweiterte Produkthaftpflicht:

  • Ein Hersteller fĂŒr KĂŒhlschrĂ€nke bezieht von seinem Zulieferer Thermostate. Dieser Zulieferer weist ihn erst nach der Anlieferung darauf hin, dass einige defekt sein können. Die gesamte Lieferung muss ĂŒberprĂŒft werden.
  • Bei der Produktion von Jeanshosen stellt sich heraus, dass die bereits hergestellten Hosen extrem abfĂ€rben, da die FĂ€rbemittel falsch hergestellt wurden. In der Folge können die Jeans nicht beziehungsweise nur mit Preisnachlass verkauft werden.
  • Ein KĂŒchenbauer baut in ein Einfamilienhaus eine neue EinbaukĂŒche ein. NachtrĂ€glich stellt sich heraus, dass der Herd bereits beim Hersteller den Betrieb defekt verlassen hat. Der KĂŒchenbauer muss einen Teil der KĂŒche wieder ausbauen, um den Herd auszutauschen. Die Kosten fĂŒr zusĂ€tzliche Arbeitsstunden des KĂŒchenbauers trĂ€gt die erweiterte Produkthaftpflicht.
  • Eine fehlerhafte Konstruktion der neuen Produktionsmaschine fĂŒhrt dazu, dass die Milchflaschen nicht vakuumgerecht verschlossen werden. Die gesamte Marge an Milchflaschen muss vernichtet und neu produziert werden.

Resultiert aus den genannten Schadensbeispielen nicht nur ein Vermögensschaden, sondern auch ein Personen- und SachschĂ€den (ganz gleich ob fĂŒr den Zwischenproduzenten oder fĂŒr den Endverbraucher) ist es nicht die erweiterte Produkthaftpflicht, die der Hersteller in Anspruch nehmen kann, sondern seine einfache Produkthaftpflichtversicherung.

 

Was sollte ich beachten, bevor ich eine erweiterte Produkthaftpflicht abschließe?

Jeder Hersteller von Rohstoffen oder Erzeugnissen, die weiterverarbeitet oder weiterbearbeitet werden, ist gut beraten, neben der Produkthaftpflichtversicherung zusĂ€tzlich eine erweiterte Produkthaftpflicht abzuschließen. FĂŒr den optimalen Versicherungsschutz, vor allem im Hinblick auf die Deckungssumme, ist bereits im Vorwege eine eingehende Risikoanalyse sinnvoll. Folgende Aspekte können bei der Auslotung des persönlichen Bedarfs hilfreich sein:

  • die GrĂ¶ĂŸe des Betriebs
  • die Branche des Betriebs
  • die Menge an Kunden und die jeweilige Belieferungsmenge
  • die SensibilitĂ€t und StöranfĂ€lligkeit des Rohstoffs oder des Erzeugnisses
  • das eigene QualitĂ€tsmanagement im Betrieb

Vor allem bei grĂ¶ĂŸeren Betrieben mit einem umfangreichen Kundenstamm und empfindlichen Produkten kann es sich lohnen, die Beratung eines Versicherungsexperten in Anspruch zu nehmen. Dieser kann professionell einschĂ€tzen, wie hoch das Schadenspotential ist und welche Kosten bei einem Schaden entstehen können.

Eine erweiterte Produkthaftpflicht sollte jedoch niemals als Option betrachtet werden, die eigenen QualitĂ€tskontrollen im Betrieb zu vernachlĂ€ssigen oder die Arbeit weniger sorgsam und gewissenhaft auszufĂŒhren. In dem Fall wĂŒrde ein vorsĂ€tzliches Verhalten des versicherten Herstellers vorliegen, bei dem die erweiterte Produkthaftpflicht ihre Leistung verweigern wird.

 

Welche Leistungen sind bei einer erweiterten Produkthaftpflicht im Schadensfall mit inbegriffen?

Die erweiterte Produkthaftpflicht ĂŒbernimmt im Falle von VermögensschĂ€den, die Dritten entstanden sind und fĂŒr die SchadensersatzansprĂŒchen geltend gemacht werden, folgende Kosten bis zur maximalen Deckungssumme:

  • die Kosten zur PrĂŒfung auf Berechtigung des Anspruchs, unter UmstĂ€nden mit einem SachverstĂ€ndigen
  • die Kosten fĂŒr den Ausgleich berechtigter HaftpflichtansprĂŒche von Dritten infolge eines mangel- oder fehlerhaften Produkts
  • die Kosten zur Abwehr von unberechtigten Forderungen, bei Bedarf mit rechtlichen Mitteln (passiver Rechtsschutz)

Diese Leistungen gelten fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht bei allen Anbietern fĂŒr sĂ€mtliche BetriebsstĂ€tten, die ihren Sitz in Deutschland haben. Der Versicherungsschutz gilt auch, wenn der Vermögensschaden im Ausland entsteht, der gelieferte Rohstoff jedoch aus der Bundesrepublik kommt. In der Regel ist es je nach Anbieter darĂŒber hinaus möglich, den Versicherungsschutz fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht geografisch auszuweiten.

 

Welche Leistungen sind bei einer erweiterten Produkthaftpflicht im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Vergleichbar mit einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung versichert die erweiterte Produkthaftpflicht ausschließlich echte VermögensschĂ€den. Dementsprechend besteht sowohl fĂŒr Sach-, Personen- als auch daraus resultierende VermögensschĂ€den kein Leistungsanspruch der erweiterten Produkthaftpflicht. GrundsĂ€tzlich sind in der Police fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht auch nur die Leistungen inbegriffen, die darin exakt aufgefĂŒhrt sind. DarĂŒber hinaus gibt es fast immer explizit genannte LeistungsausschlĂŒsse fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht. Dazu gehören Kosten

  • die durch vorsĂ€tzliches Verhalten des Versicherungsnehmers entstehen.
  • die dem Versicherungsnehmer selbst durch das fehlerhafte Produkt entstehen, zum Beispiel die Nachlieferung eines mĂ€ngelfreien Produkts.
  • fĂŒr den RĂŒckruf eines Produkts: Eine RĂŒckrufkostenversicherung kann dieses Risiko abdecken.
  • fĂŒr ein Produkt, das einen rechtlichen Mangel aufweist.
  • die durch ein bewusstes Abweichen von vertraglichen Bedingungen oder Anweisungen zwischen Versicherungsnehmer und GeschĂ€digtem entstehen.

 

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Sollte bei der Weiterverarbeitung eines Produkts ein Schadens entstehen, den der versicherte Hersteller fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht zu vertreten hat, steht dieser zunĂ€chst in einer gesetzlichen Schadensminderungspflicht, sofern es möglich und machbar ist, den Schaden einzudĂ€mmen oder zumindest möglichst gering zu halten. Im Falle eines Schadens, der ĂŒber die erweiterte Produkthaftpflicht versichert ist, kann dies bedeuten, dass die Auslieferung eines fehler- oder mangelhaften Produkts umgehend eingestellt wird, damit nicht noch weitere ZwischenhĂ€ndler dieses weiterverarbeiten.

Weiterhin gilt es, die Versicherung fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht umgehend ĂŒber den Schaden, dem ein Dritter entstanden ist und fĂŒr den SchadensersatzansprĂŒche erhoben werden, in Kenntnis zu setzen. Ob den Versicherten tatsĂ€chlich ein Verschulden trifft, ist fĂŒr die Schadensmeldung dabei zunĂ€chst einmal irrelevant. Die erweiterte Produkthaftpflicht wird prĂŒfen, bei Bedarf auch durch einen SachverstĂ€ndigen, ob ein berechtigter Anspruch vorliegt. Informieren Sie die Versicherung fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht ĂŒbrigens auch dann, wenn ein Schaden oder ein Schadensersatzanspruch absehbar, aber noch nicht entstanden ist beziehungsweise noch nicht geltend gemacht wurde.

Die Schadensmeldung kann der Versicherungsnehmer entweder ĂŒber ein Schadensformular, das Anbieter in der Regel auf ihrer Homepage bereitstellen, oder telefonisch ĂŒber eine meist kostenlose Hotline vornehmen. In der Schadensanzeige, die Sie daraufhin erhalten, werden dann detaillierte Angaben zum Vermögensschaden verlangt: Wann und wo hat sich der Schaden ereignet? Wer ist der GeschĂ€digte und wie hoch ist die geschĂ€tzte oder tatsĂ€chlich entstandene Höhe des Vermögensschadens? Wie und wodurch ist der Schaden entstanden und um welches Produkt handelt es sich, das den Schaden verursacht hat? Gibt es SchriftstĂŒcke oder Fotos, die den Schaden dokumentieren, sollten Sie diese ebenfalls bei der Versicherung fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht einreichen. Möglicherweise können Sie andersherum sogar nachweisen, dass Sie einwandfreie Produkte geliefert haben. Das weitere Procedere ĂŒbernimmt die Versicherung fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht, auch die Kommunikation mit dem GeschĂ€digten. Sollte sich nach eingehender PrĂŒfung herausstellen, dass der Schadensersatzanspruch berechtigt ist, trĂ€gt die erweiterte Produkthaftpflicht die Kosten bis zur Höhe der maximalen Deckungssumme.

 

Wann setzt der Versicherungsschutz der erweiterten Produkthaftpflicht ein?

Mit Vertragsabschluss und Zahlung der ersten BeitragsprĂ€mie fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht beginnt auch unmittelbar ohne Wartezeit der Versicherungsschutz fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht. Möglich ist es jedoch, den Versicherungsbeginn zeitlich nach hinten zu verschieben. Das kann zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn der Tarif fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht ohne zeitliche Überschneidungen gewechselt werden soll.

FĂŒr die Dauer der vertraglich vereinbarten Laufzeit, welche mindestens ein Jahr betrĂ€gt, besteht dann Versicherungsschutz ĂŒber die erweiterte Produkthaftpflicht. Eine lĂ€ngere vereinbarte Laufzeit wirkt sich meistens beitragsreduzierend aus. Die Laufzeit ist dabei deckungsgleich mit der Laufzeit der Betriebshaftpflichtversicherung, da die erweiterte Produkthaftpflicht immer Bestandteil der Betriebshaftpflichtversicherung ist.

Nicht immer werden SchĂ€den an einem Produkt unmittelbar erkannt, manchmal erst nach einiger Zeit, eventuell sogar erst Jahre spĂ€ter. FĂŒr diesen Fall gibt es fĂŒr alle Haftpflichtversicherungen – und damit auch fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht – spezielle Zusatzklauseln, die einen zeitlich ausgedehnten Versicherungsschutz bieten, sofern der Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt der Entstehung des Schadens davon keinerlei Kenntnis hatte:

  • die Nachhaftung: Sollte die Ursache des Schadens im Versicherungszeitraum liegen, besteht ĂŒber die Nachhaftung auch dann noch Anspruch auf Leistungen, wenn der Schaden erst nach Ablauf der Laufzeit als solcher offensichtlich wird.
  • die RĂŒckhaftung: Wenn der Schaden wĂ€hrend der Laufzeit fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht auftritt, dieser jedoch in einem Zeitpunkt vor Versicherungsbeginn entstanden ist, besteht mit der RĂŒckhaftung dennoch Versicherungsschutz fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht.

Im Hinblick auf das einzelne versicherte Produkt beginnt der Versicherungsschutz ĂŒber die erweiterte Produkthaftpflicht ĂŒbrigens mit der Übergabe an den ZwischenhĂ€ndler oder den -produzenten. Der Versicherungsschutz besteht auch dann noch, wenn der Fehler oder Mangel des ursprĂŒnglichen Rohstoffes oder Erzeugnisses erst im fertigen Endprodukt nach Auslieferung an den Endverbraucher offensichtlich wird.

 

Wie hoch sollte die Deckungssumme fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht sein?

GrundsĂ€tzlich ist die Deckungssumme fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht von der Deckungssumme der Betriebshaftpflichtversicherung abzugrenzen, auch wenn die erweiterte Produkthaftpflicht Bestandteil der Betriebshaftpflichtversicherung ist. Im Gegensatz zur Betriebs- und zur Produkthaftpflicht sichert die erweiterte Produkthaftpflicht ausschließlich echte VermögensschĂ€den ab und bedarf deshalb eines anderen Versicherungsumfangs. Dementsprechend wird die Versicherungssumme fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht in einer eigenen Police festgelegt.

GrundsĂ€tzlich empfiehlt sich, die Deckungssumme fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht ausreichend hoch zu wĂ€hlen, damit Sie im Falle eines sehr hohen berechtigten Schadensersatzanspruches nicht einen Teil der Kosten selbst tragen mĂŒssen. Nachteilig kann sich auch eine zu hoch kalkulierte Deckungssumme erweisen. Diese geht automatisch mit höheren BeitrĂ€gen einher, ohne dass Sie letztlich davon profitieren: Die erweiterte Produkthaftpflicht zahlt immer nur den tatsĂ€chlich entstandenen Schaden.

FĂŒr die Berechnung der optimalen Deckungssumme fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht sollten folgende Aspekte BerĂŒcksichtigung finden:

  • die Produktionsmenge und der Produktionswert
  • die Anzahl der Kunden
  • das Risikopotential (anhand einer Risikoanalyse)

 

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht berechnet?

Der Beitrag fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht wird maßgeblich von der Höhe der Deckungssumme beeinflusst. Je höher diese festgelegt wurde, desto höher dĂŒrfte auch der Beitrag fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht ausfallen. DarĂŒber hinaus nehmen weitere Faktoren Einfluss auf die PrĂ€mienhöhe fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht:

  • die Höhe der Selbstbeteiligung: Wird eine Selbstbeteiligung vereinbart, bis zu deren Höhe der Versicherungsnehmer selbst fĂŒr den entstandenen Schaden aufkommt, geht diese mit niedrigeren BeitrĂ€gen einher.
  • die Laufzeit der Police: Bei einer Laufzeit, die lĂ€nger als ein Jahr vereinbart wird, kann der Versicherungsnehmer fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht mit einem gĂŒnstigeren Beitrag rechnen.
  • die ZahlungsmodalitĂ€ten: Wird der Beitrag fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht jĂ€hrlich im Voraus gezahlt, wird der Beitrag geringer ausfallen, als wenn eine monatliche Zahlung stattfindet.
  • die Vereinbarung von Zusatzklauseln: Erweiterter Versicherungsschutz, zum Beispiel durch die Nach- oder RĂŒckhaftungsklauseln oder eine geografische Ausdehnung, erhöht den Beitrag fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht.
  • VorschĂ€den oder Schadensfreiheitsrabatt: Sollte es bereits in der Vergangenheit zu SchĂ€den gekommen sein, die ĂŒber die erweiterte Produkthaftpflicht reguliert wurden, mag diese Tatsache mit einer Erhöhung der BeitrĂ€ge verbunden sein. Andersherum gewĂ€hren andere Versicherer auch einen Schadensfreiheitsrabatt, sofern dem Versicherungsnehmer ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum kein Schaden entstanden ist.

In der Regel wird der Beitrag fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht nicht separat abgerechnet. Vielmehr gibt es eine GesamtprĂ€mie mit der Betriebshaftpflichtversicherung, welche die erweiterte Produkthaftpflicht als Bestandteil mit inkludiert.

 

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der erweiterten Produkthaftpflicht fĂŒr mich?

Im Allgemeinen kann ein Tarifvergleich fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht nur Sinn machen, wenn dieser gemeinsam mit einem Tarifvergleich einer Betriebshaftpflichtversicherung stattfindet. Da die erweiterte Produkthaftpflicht immer Bestandteil einer Betriebshaftpflicht ist und nicht einzeln abgeschlossen werden kann, sollten die unterschiedlichen Tarife einer Betriebshaftpflicht, die zusĂ€tzlich eine erweiterte Produkthaftpflicht anbieten, untereinander verglichen werden. Hierbei ist das Vergleichspotential groß, da die meisten Versicherer diese Versicherungen in ihrem Portfolio haben.

Ein Vergleich hat vor allem den Nutzen, einen Tarif fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht zu finden, der bei einem bedarfsgerechten Leistungsumfang einen möglichst gĂŒnstigen Beitrag bietet. Schnell, unkompliziert, kostenlos und unverbindlich bietet sich fĂŒr einen umfassenden Vergleich ein Online Tarifrechner an. Nach Eingabe Ihrer Daten und Anforderungen an die Betriebs- und erweiterte Produkthaftpflicht, erhalten Sie mit dem Tarifrechner eine ĂŒbersichtliche Aufstellung an möglichen Tarifen, die Ihren Vorstellungen entsprechen. Im besten Fall entscheiden Sie sich fĂŒr das Angebot mit dem besten Preis-LeistungsverhĂ€ltnis. Ein direkter Online Abschluss ist in der Regel möglich.

Wer UnterstĂŒtzung benötigt, zum Beispiel bei der Kalkulation der optimalen Deckungssumme oder bei der Analyse des betrieblichen Risikopotentials, der kann alternativ oder ergĂ€nzend die Beratung eines erfahrenen Versicherungsexperten beanspruchen. Dieser holt zudem mehrere Angebote verschiedener Tarife ein und spricht bei Bedarf persönliche Empfehlungen aus.

 

Kann ich die VersicherungsbeitrÀge von der Steuer absetzen?

Die erweiterte Produkthaftpflicht unterliegt als Zusatz einer Betriebshaftpflichtversicherung einer steuerlichen VergĂŒnstigung, sofern die gezahlten BeitrĂ€ge bei der SteuererklĂ€rung angegeben werden. Dabei ist es unerheblich, dass es verschiedene Deckungssummen gibt. Die BeitrĂ€ge gelten grundsĂ€tzlich als Betriebsausgaben, die dem Zweck dienen, unternehmerische Risiken abzusichern.

 

Worauf muss ich bei der KĂŒndigung meiner erweiterten Produkthaftpflicht achten?

FĂŒr die KĂŒndigung der erweiterten Produkthaftpflicht bestehen je nach Anbieter zwei Möglichkeiten:

  • Die erweiterte Produkthaftpflicht wird gemeinsam mit der Betriebshaftpflichtversicherung gekĂŒndigt. Der Versicherungsschutz fĂŒr beide Versicherungen erlischt damit.
  • Die erweiterte Produkthaftpflicht wird aus der Police der Betriebshaftpflichtversicherung einzeln gekĂŒndigt. Fragen Sie dafĂŒr bei Ihrem Versicherer nach, ob diese Option besteht. Beachten Sie hierbei jedoch, dass ein separater Neuabschluss fĂŒr eine erweiterte Produkthaftpflicht nicht möglich ist, da diese immer an eine Betriebshaftpflichtversicherung als Zusatzbaustein gekoppelt ist.

Wer ĂŒbrigens seine Betriebshaftpflichtversicherung kĂŒndigt, der verliert auch automatisch den Versicherungsschutz fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht.

Generell ist eine KĂŒndigung immer zum Ablauf der vereinbarten Laufzeit in schriftlicher Form möglich. Zu beachten ist hierbei die jeweilige KĂŒndigungsfrist, die je nach Anbieter einen Monat oder auch drei Monate betrĂ€gt. Liegen besondere GrĂŒnde vor, kann eine KĂŒndigung mit der Frist von einem Monat auch außerordentlich erfolgen, zum Beispiel nach einer Beitragserhöhung des Anbieters oder nach Eintreten eines Schadensfalls.

 

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner erweiterten Produkthaftpflicht achten?

Der Wechsel fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht kann grundsĂ€tzlich nur dann erfolgen, wenn auch die Betriebshaftpflichtversicherung gewechselt wird. Es ist nicht möglich, sich nur fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht einen neuen Anbieter zu suchen. Daher sollte vor einem Wechsel genau darauf geachtet werden, dass die neue Betriebshaftpflichtversicherung inklusive des Zusatzes erweiterte Produkthaftpflicht fĂŒr den Versicherungsnehmer insgesamt mit Vorteilen einhergeht – und nicht nur die erweiterte Produkthaftpflicht.

Von einem Anbieterwechsel versprechen sich die meisten Versicherten dabei wirtschaftliche Vorteile, zum Beispiel eine Reduzierung der bisherigen BeitrĂ€ge bei einem gleichbleibenden oder sogar höheren Versicherungsumfang oder auch einen höheren Versicherungsschutz bei konstanten BeitrĂ€gen. Manchmal sind es auch betriebsinterne GrĂŒnde, die einen Wechsel veranlassen, wie eine Erweiterung des GeschĂ€ftsbereichs durch neue Produkte oder ein grĂ¶ĂŸeres Risikopotential. Bei unternehmerischen VerĂ€nderungen besteht jedoch auch hĂ€ufig die Möglichkeit, den bereits bestehenden Tarif fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht zu modifizieren. Ein Wechsel kann ĂŒbrigens auch dann sinnvoll sein, wenn Sie mit den Serviceleistungen Ihres Versicherers unzufrieden sind.

Einem Wechsel sollte dabei stets eine fristgerechte KĂŒndigung der Betriebshaftpflichtversicherung inklusive erweiterte Produkthaftpflicht vorangehen. Achten Sie darauf, dass der Übergang zwischen KĂŒndigung und Neuabschluss zeitlich möglichst lĂŒckenlos erfolgt, damit Sie weder doppelt- noch unterversichert sind. VersĂ€umen Sie vor einem Wechsel nicht, einen umfassenden Anbietervergleich mit einem Tarifrechner oder mit UnterstĂŒtzung eines Versicherungsexperten durchzufĂŒhren, damit Sie eine gute Übersicht ĂŒber die jeweilige Tarifwelt von Betriebshaftpflichtversicherung inklusive erweiterte Produkthaftpflicht haben und sich am Ende fĂŒr das Angebot entscheiden, das Ihren jeweiligen Vorstellungen am besten entspricht.

 

Welche Vorteile hat eine erweiterte Produkthaftpflicht?

Wer sich als Hersteller gegen SchadensersatzansprĂŒche von Dritten bei VermögensschĂ€den absichern will, ist mit der erweiterten Produkthaftpflicht gut beraten. Die Vorteile im Überblick:

  • Die erweiterte Produkthaftpflicht schließt die LĂŒcke der einfachen Produkthaftpflichtversicherung und leistet bei echten VermögensschĂ€den.
  • Die erweiterte Produkthaftpflicht sichert ein hĂ€ufig unterschĂ€tztes Risiko ab.
  • Vor allem fĂŒr Betriebe mit sensiblen, leicht verderblichen oder störanfĂ€lligen Rohstoffen bietet die erweiterte Produkthaftpflicht effektiven Versicherungsschutz.
  • Die Zusatzvereinbarung fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht bei der Betriebshaftpflichtversicherung ist vergleichsweise gĂŒnstig.
  • Die erweiterte Produkthaftpflicht ĂŒbernimmt bei SchadensersatzansprĂŒchen fĂŒr den Versicherungsnehmer die PrĂŒfung, ob die Forderung berechtigt ist. Im Falle einer Ablehnung besteht fĂŒr den versicherten Betrieb sogar ein passiver Rechtsschutz.

 

Welche Nachteile hat eine erweiterte Produkthaftpflicht?

Wer sich fĂŒr die erweiterte Produkthaftpflicht entscheidet, muss wenig bis keine Nachteile in Kauf nehmen. Möglicherweise kann es sich als nachteilig erweisen, dass die erweiterte Produkthaftpflicht nicht einzeln abgeschlossen werden kann, sondern immer Bestandteil einer Betriebshaftpflichtversicherung ist.