Dienstunfähigkeitsversicherung im Griff
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Dienstunfähigkeitsversicherung

Warum lohnt sich der Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung?

Als dienstunf√§hig gelten Beamte, die aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht mehr in der Lage sind, ihren Beruf auszu√ľben. Der Wegfall des regelm√§√üigen Einkommens von Lehrern, Richtern, Soldaten oder Verwaltungsangestellten geht dann mit meist erheblichen Einschr√§nkungen des bisherigen Lebensstandards einher und kann gar existenzbedrohende Folgen haben. W√§hrend Angestellte und Selbstst√§ndige, die berufsunf√§hig werden, eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente beziehen, haben Beamte mit mindestens f√ľnfj√§hriger Dienstzeit einen Anspruch auf ein staatliches Ruhegehalt. Dieses f√§llt zwar meist h√∂her als die Erwerbsminderungsrente aus und erh√∂ht sich zudem proportional mit der Anzahl der Dienstjahre, dennoch ersetzt es nicht die normale Besoldung eines Beamten.

Erg√§nzend zum staatlichen Ruhegehalt sollte daher jeder Beamte eine Dienstunf√§higkeitsversicherung abschlie√üen, um im Falle einer Dienstunf√§higkeit m√∂gliche Versorgungsl√ľcken zu f√ľllen. Eine Dienstunf√§higkeitsversicherung lohnt sich neben Beamten auf Lebenszeit vor allem auch f√ľr

  • Beamtenanw√§rter
  • Beamte auf Probe
  • Beamte auf Zeit
  • Beamte auf Widerruf
  • Beamte, die bislang weniger als f√ľnf Jahre Dienst geleistet haben

All diese Personengruppen haben keinen Anspruch auf ein staatliches Ruhegehalt, wenn sie gesundheitlich bedingt ihren Dienst nicht mehr ausf√ľhren k√∂nnen. Im Gegensatz zu Beamten auf Lebenszeit werden sie in der Folge nicht in den Ruhestand versetzt, sondern ohne finanziellen Ausgleich in den Ruhestand entlassen.

Vergleichbar ist eine Dienstunf√§higkeitsversicherung mit einer Berufsunf√§higkeitsversicherung, die zus√§tzlich eine Dienstunf√§higkeitsklausel enth√§lt. Von einer sogenannten ‚Äěechten Beamtenklausel‚Äú profitieren sowohl Beamte als auch Beamtenanw√§rter, da sie Leistungen bereits dann erhalten, wenn sie als dienstunf√§hig, aber noch nicht als berufsunf√§hig eingestuft werden. Der Unterschied beider Definitionen besteht wie folgt:

  • Dienstunf√§higkeit: Wer weniger als drei Monate in einem Zeitraum von einem halben Jahr arbeiten kann und dar√ľber hinaus auch im kommenden halben Jahr nicht in der Lage ist, zu arbeiten, der gilt als dienstunf√§hig. Die Diagnose muss vom Dienstherrn und bei Bedarf von einem Amtsarzt ausgestellt werden.
  • Berufsunf√§higkeit: Wer weniger als 50 Prozent in seinem Beruf arbeiten kann, gilt als berufsunf√§hig. F√ľr die Feststellung einer Berufsunf√§higkeit bedarf es eines medizinischen Gutachtens.

Die Art der gesundheitlichen Beeintr√§chtigung spielt bei beiden Definitionen keine Rolle. Sowohl Dienstunf√§higkeitsversicherung als auch Berufsunf√§higkeitsversicherung leisten bei einer gesundheitlichen Beeintr√§chtigung, in deren Folge der Dienst beziehungsweise der Beruf nicht mehr ausge√ľbt werden kann. Die Dienstunf√§higkeitsversicherung ist dabei speziell auf die Bed√ľrfnisse von Beamten zugeschnitten, zudem m√ľssen in der Regel weniger Kriterien als bei der Berufsunf√§higkeit erf√ľllt sein.

 

Welche Leistungen sind im Rahmen einer Dienstunfähigkeitsversicherung mitversichert?

Im Falle einer vom Dienstherrn attestierten Dienstunfähigkeit bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen gleich welcher Art bezieht der Versicherte eine monatliche Rente aus seiner Dienstunfähigkeitsversicherung. Individuell kann festgelegt werden, dass diese private Rente geringer ausfällt, je länger der Beamte im Staatsdienst tätig ist, da sich das staatliche Ruhegehalt mit zunehmender Anzahl an Dienstjahren proportional erhöht.

Wer als Beamter auf Probe oder auf Widerruf oder als Beamter mit weniger als f√ľnf Dienstjahren eine Dienstunf√§higkeitsversicherung abschlie√üt, sollte sich auf einen reduzierten Leistungsumfang einstellen, m√∂glich ist es zudem, dass die Dienstunf√§higkeitsversicherung nur √ľber wenige Jahre abgeschlossen werden kann.

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließe?

Wie bei allen anderen privaten Vorsorgeversicherungen erfolgt auch vor dem Abschluss einer Dienstunf√§higkeitsversicherung ein Gesundheitstest. Dieser ist √§hnlich umfangreich wie bei einer Berufsunf√§higkeitsversicherung und beinhaltet Fragen zu potentiellen Vorerkrankungen, zur Lebensweise sowie zum allgemeinen Gesundheitszustand. Falsche Angaben k√∂nnen dazu f√ľhren, dass der Versicherer im Versicherungsfall keine Leistungen erbringt oder von vornherein die Aufnahme verweigert.

Durch gesundheitliche Beeinträchtigungen, die bereits vor Vertragsabschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung bestehen, kann der Versicherer Risikozuschläge erheben oder nur einen verminderten Leistungsumfang versichern beziehungsweise einige Erkrankungen aus dem Vertrag gänzlich ausschließen. Im schlechtesten Fall wird die Aufnahme in die Dienstunfähigkeitsversicherung auch verweigert. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist diese Ablehnung bei der Dienstunfähigkeitsversicherung jedoch unwahrscheinlicher, da die Beamten bereits vor Beginn ihrer Tätigkeit in der Regel einen umfangreichen Gesundheitstest absolvieren mussten. Verbeamtet wird nur, wer einen guten allgemeinen Gesundheitszustand nachweisen kann.

Achten Sie vor dem Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung darauf, dass die Beamtenklausel- beziehungsweise Dienstunfähigkeitsklausel eingeschlossen ist. Anderenfalls schließen Sie eine Dienstunfähigkeitsversicherung ab, die mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung gleichzusetzen ist. Bei der Beamtenklausel gibt es dabei wesentliche Unterschiede, die den Versicherungsschutz erheblich beeinflussen:

  • die echte Beamtenklausel der Dienstunf√§higkeitsversicherung: Die Leistung aus der Dienstunf√§higkeitsversicherung erfolgt unabh√§ngig davon, ob der Beamte in den Ruhestand versetzt oder entlassen wird. Diese Klausel ist jedem zu empfehlen, vor allem aber Beamten auf Probe und Beamtenanw√§rtern, da sie im Falle einer Dienstunf√§higkeit in den Ruhestand entlassen werden und nur mit der echten Beamtenklausel Anspruch auf die Rente aus der Dienstunf√§higkeitsversicherung haben.
  • die unvollst√§ndige Beamtenklausel der Dienstunf√§higkeitsversicherung: Die Dienstunf√§higkeitsversicherung leistet nur dann, wenn der Beamte bei Dienstunf√§higkeit in den Ruhestand versetzt wird. F√ľr Beamte auf Lebenszeit mit mehr als f√ľnf Dienstjahren reicht die unvollst√§ndige Beamtenklausel aus. Beamtenw√§rter oder Beamte auf Probe haben jedoch keinen Anspruch auf Leistungen.
  • die unechte Beamtenklausel der Dienstunf√§higkeitsversicherung: Eine Leistung erfolgt nur dann, wenn der Beamte oder der Beamtenanw√§rter berufsunf√§hig ist. Neben der Bescheinigung vom Dienstherrn muss dar√ľber hinaus auch ein unabh√§ngiges medizinisches Gutachten vorliegen. Die Anerkennung einer Berufsunf√§higkeit ist bei Beamten zudem nicht immer einfach, da sie meist keinem eindeutigen Berufsbild angeh√∂ren. Schnell kann es daher zu einer Leistungsverweigerung des Versicherers kommen. Von einer unechten Beamtenklausel ist daher abzuraten.

In welchen Fällen erbringt eine Dienstunfähigkeitsversicherung ihre Versicherungsleistungen?

Wer als dienstunfähig gilt und damit Anspruch auf Leistungen seiner Dienstunfähigkeitsversicherung hat, ist im Bundesbeamtengesetz eindeutig geregelt. In §44 Absatz 1 heißt es:

‚ÄěDie Beamtin auf Lebenszeit oder der Beamte auf Lebenszeit ist in den Ruhestand zu versetzen, wenn sie oder er wegen des k√∂rperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gr√ľnden zur Erf√ľllung der Dienstpflichten dauernd unf√§hig (dienstunf√§hig) ist. Als dienstunf√§hig kann auch angesehen werden, wer infolge Erkrankung innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat, wenn keine Aussicht besteht, dass innerhalb weiterer sechs Monate die Dienstf√§higkeit wieder voll hergestellt ist. In den Ruhestand wird nicht versetzt, wer anderweitig verwendbar ist.‚Äú

Damit die ‚Äěanderweitige Verwendbarkeit‚Äú bei der Dienstunf√§higkeitsversicherung nicht zum Tragen kommt, sollte vor dem Abschluss der Dienstunf√§higkeitsversicherung auf den Einschluss der Klausel ‚ÄěVerzicht auf abstrakte Verweisung‚Äú geachtet werden. Sollte der Versicherungsnehmer nicht mehr in der Lage sein, seine bisherige berufliche T√§tigkeit auszu√ľben, sieht der Versicherer davon ab, ihn zu anderweitigen T√§tigkeiten oder Nebenbesch√§ftigungen zu verpflichten. Kann ein Polizist zum Beispiel nicht mehr k√∂rperlich arbeiten, muss die Dienstunf√§higkeitsversicherung mit dem Verzicht auf abstrakte Verweisung auch dann zahlen, wenn er alternativ eine B√ľrot√§tigkeit ausf√ľhren k√∂nnte. Mit anderen Worten: Die Dienstunf√§higkeitsversicherung zahlt selbst dann, wenn der Beamte noch anderweitig einsetzbar w√§re.

Die Gr√ľnde, die zu einer Dienstunf√§higkeit f√ľhren, sind f√ľr die Dienstunf√§higkeitsversicherung irrelevant. Leistungsanspruch besteht zum Beispiel infolge von

  • Krankheiten
  • Unf√§llen
  • psychischen und psychosomatischen Erkrankungen
  • erheblichen Sch√§digungen oder Verletzungen durch Aus√ľbung des Dienstes

Wichtig ist jedoch, dass die Dienstunfähigkeit vom Dienstherrn und bei Bedarf zusätzlich von einem Amtsarzt bescheinigt wird.

Neben der vollst√§ndigen Dienstunf√§higkeit (gem√§√ü Definition im Bundesbeamtengesetz) bieten einige Versicherer auch Vertr√§ge beziehungsweise Zusatzleistungen bei einer teilweisen Dienstunf√§higkeit an: In dem Fall besteht ein Leistungsanspruch, wenn der Versicherte seinen Dienst noch zu 50 Prozent oder weniger auszu√ľben in der Lage w√§re. Die H√∂he der monatlichen Rente ergibt sich dann aus der Differenz zwischen dem bisherigen und dem aktuellen Einkommen.

In welchen Fällen erbringt eine Dienstunfähigkeitsversicherung ihre Versicherungsleistungen nicht?

Auch wenn die Art beziehungsweise der Grund des gesundheitsbedingten Dienstausfalls f√ľr die Versicherungsleistungen der Dienstunf√§higkeitsversicherung nicht relevant ist, gibt es bei bestimmten Vorerkrankungen dennoch von vornherein Leistungsausschl√ľsse oder auch Risikozuschl√§ge. Sollte der Beamte beispielsweise bereits vor Vertragsabschluss aufgrund von Depressionen in psychologischer Behandlung sein, wird die Dienstunf√§higkeitsversicherung psychische Erkrankungen nicht versichern und dementsprechend keine Leistungen erbringen, wenn der Beamte infolge von psychischen Problemen dienstunf√§hig wird.

Grundsätzlich hat der Versicherte der Dienstunfähigkeitsversicherung zudem keinen Leistungsanspruch, wenn

  • zwar ein medizinisches Gutachten vorliegt, nicht aber eine Bescheinigung vom Dienstherrn oder vom Amtsarzt.
  • nur eine unvollst√§ndige Beamtenklausel vereinbart wurde und der Versicherungsnehmer noch keine f√ľnf Dienstjahre vorweisen kann.
  • kein ‚ÄěVerzicht auf abstrakte Verweisung‚Äú vereinbart wurde und der Versicherte eine andere T√§tigkeit ausf√ľhren kann.
  • der Beamte mehr als drei Monate innerhalb von sechs Monaten arbeiten kann. In dem Fall gilt er lediglich als arbeitsunf√§hig.

Ist es möglich, zusätzliche Bausteine mitzuversichern?

Der wohl wichtigste Baustein bei einer Dienstunf√§higkeitsversicherung ist die Beamtenklausel. Durch diesen Zusatz wird aus einer Berufsunf√§higkeitsversicherung eine Dienstunf√§higkeitsversicherung. Achten Sie daher unbedingt auf die Erg√§nzung ‚Äěechte‚Äú oder ‚Äď bei Beamten mit mehr als f√ľnf Dienstjahren ‚Äď ‚Äěunvollst√§ndige Beamtenklausel‚Äú, damit Sie einen Leistungsanspruch bereits bei einer Dienstunf√§higkeit haben.

Zusätzlich können je nach Anbieter auch weitere Bausteine mitversichert werden. Dazu gehört häufig der Hinterbliebenenschutz. Sollte der Versicherte versterben, kann die monatliche Rente aus der Dienstunfähigkeitsversicherung an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Zusätzlich können auch Rehabilitationsmaßnahmen mitversichert werden. In dem Fall kann der Versicherungsnehmer notwendige Therapiemaßnahmen beanspruchen. Ein weiterer Baustein ist die Mitversicherung einer teilweisen Dienstunfähigkeit. Ein Leistungsanspruch besteht hierbei bereits ab einem bestimmten Grad einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, die bei den meisten Versicherern 50 Prozent beträgt.

Möglich ist es zudem, mehrere Vorsorgeversicherungen als einzelne Bausteine miteinander zu kombinieren. Mögliche Versicherungspakete bestehen zum Beispiel aus einer Dienstunfähigkeitsversicherung mit

  • einer Risikolebensversicherung
  • einer Rentenversicherung

Wann setzt der Versicherungsschutz der Dienstunfähigkeitsversicherung ein?

Wer eine Dienstunf√§higkeitsversicherung abschlie√üt, der genie√üt bereits mit Vertragsabschluss Versicherungsschutz. Anders als bei den meisten anderen Vorsorgeversicherungen m√ľssen Sie bei der privaten Dienstunf√§higkeitsversicherung nicht mit einer Wartezeit rechnen. Von dieser Regelung profitieren vor allem Beamtenanw√§rter sowie junge Beamte, da sie beim staatlichen Ruhegehalt eine Wartezeit von f√ľnf Jahren ab Beginn der Verbeamtung haben. Mit der Dienstunf√§higkeitsversicherung k√∂nnen sie damit f√ľr den Fall der F√§lle bereits in jungen Jahren vorsorgen. Versicherungsschutz besteht bei jungen Beamten jedoch nur, sofern sie die ‚Äěechte Beamtenklausel‚Äú vertraglich vereinbart haben.

Während auf eine Wartezeit bei der Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter Beamtenklausel verzichtet wird, ist die Vereinbarung einer Karenzzeit jedoch gängiger Usus. Die Karenzzeit von meist sechs Monaten beschreibt den Zeitraum zwischen diagnostizierter Dienstunfähigkeit vom Dienstherrn und Zahlung der ersten monatlichen Rente aus der Dienstunfähigkeitsversicherung. Hintergrund der Karenzzeit ist die Vergewisserung der Versicherer, dass die Dienstunfähigkeit von längerer Dauer, wenn nicht gar dauerhaft ist. Auf eine Beitragszahlung wird während der Karenzzeit jedoch meist verzichtet.

Versicherungsschutz besteht bei der Dienstunf√§higkeitsversicherung dann f√ľr die Dauer der vertraglich vereinbarten Laufzeit. Bei Berufen mit einem allgemein geringen gesundheitlichen Risikopotential, zum Beispiel bei Richtern, Staatsanw√§lten oder Verwaltungsangestellten, kann diese Laufzeit bis circa zum 67. Lebensjahr, sprich dem Eintritt in den Ruhestand, gelten. Mit einer verk√ľrzten Laufzeit m√ľssen dagegen zum Beispiel Soldaten, Polizisten oder Lehrer rechnen. Viele Anbieter einer Dienstunf√§higkeitsversicherung bieten f√ľr diese Gruppen, die ein erh√∂htes Risiko f√ľr eine Dienstunf√§higkeit aufweisen, Versicherungsschutz nur bis zu einem maximalen Alter von 50 bis circa 55 Jahren. Da Lehrer statistisch gesehen besonders h√§ufig dienstunf√§hig werden, kann es sogar sein, dass sie bereits von vornherein nur eine unechte Beamtenklausel erhalten. Sie haben dementsprechend nur Anspruch auf Leistungen, wenn eine Berufsunf√§higkeit vorliegt.

 

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Dienstunfähigkeitsversicherung sein?

Die frei w√§hlbare Deckungssumme der Dienstunf√§higkeitsversicherung ist gleichzusetzen mit der monatlichen Rente, die der Versicherte bei einer diagnostizierten Dienstunf√§higkeit erh√§lt. Damit der Beamte im Falle einer Dienstunf√§higkeit seinen bisherigen Lebensstandard halten kann, sollte gut √ľberlegt sein, wie hoch die Deckungssumme ausf√§llt. Sinnvoll ist es daher, sich an der aktuellen Besoldung zu orientieren sowie an den jeweiligen finanziellen Verpflichtungen.

Nicht ganz unerheblich bei der Kalkulation der Deckungssumme ist die Tatsache, dass jeder Beamte mit mehr als f√ľnf Dienstjahren ein staatliches Ruhegehalt von mindestens 1.400 Euro bezieht. Dieses erh√∂ht sich mit Anzahl der Dienstjahre proportional und betr√§gt (geringf√ľgige Abweichungen bei einigen Bundesl√§ndern sind m√∂glich)

  • bei bis zu 5 Dienstjahren: kein staatliches Ruhegehalt
  • bei 6 bis 19 Dienstjahren: 35 Prozent des bisherigen Gehalts
  • ab 20 Dienstjahren: ab 35,88 Prozent des bisherigen Gehalts
  • ab 30 Dienstjahren: ab 53,81 Prozent des bisherigen Gehalts
  • ab 40 Dienstjahren: ab 71,75 Prozent des bisherigen Gehalts

Die Versorgungsl√ľcke wird bei dem staatlichen Ruhegehalt im Laufe der Jahre immer geringer. Aus diesem Grund kann die Deckungssumme der Dienstunf√§higkeitsversicherung variabel den Bez√ľgen aus dem Ruhegehalt angepasst werden: je mehr Dienstjahre, desto geringer die Deckungssumme der Dienstunf√§higkeitsversicherung.

Wichtig ist eine m√∂glichst hohe Deckungssumme vor allem aber f√ľr junge Beamte und jene, die es noch werden wollen, da sie keine Anspr√ľche auf das staatliche Ruhegehalt geltend machen k√∂nnen. Wer sich bereits fr√ľhzeitig versichert, kann mit noch relativ niedrigen Beitr√§gen rechnen, da das Risiko einer Dienstunf√§higkeit vergleichsweise gering ist.

 

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Dienstunfähigkeitsversicherung berechnet?

Die Beitragsh√∂he der Dienstunf√§higkeitsversicherung wird vor allem von der Deckungssumme beeinflusst. Da sich diese im Laufe der Zeit verringern kann, wirkt sich das dementsprechend auch beitragsreduzierend aus. Dar√ľber hinaus spielen weitere Faktoren bei der Kalkulation der Versicherungssumme zur Dienstunf√§higkeitsversicherung eine Rolle:

  • Vorerkrankungen und der Gesundheitszustand: Ergibt sich anhand des Gesundheitstests ein erh√∂htes Risiko einer Erkrankung, die zu einer Dienstunf√§higkeit f√ľhren kann, erh√∂ht dies den Beitrag zur Dienstunf√§higkeitsversicherung.
  • die Berufsgruppe: Risikobehaftete Berufe, zum Beispiel Lehrer oder Polizisten, sollten mit beitragserh√∂henden Risikozuschl√§gen rechnen.
  • das Alter bei Vertragsabschluss: Je fr√ľher eine Dienstunf√§higkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto geringer die Beitr√§ge.
  • die Laufzeit der Dienstunf√§higkeitsversicherung: Eine lange Laufzeit kann sich beitragssenkend auswirken.
  • die Leistungszeit der Dienstunf√§higkeitsversicherung: Je l√§nger der Versicherte im Fall einer Dienstunf√§higkeit Leistungen beziehen m√∂chte, desto h√∂her wird der Beitrag. Die Leistungszeit kann optional bis zum Eintritt ins Rentenalter oder auch unbegrenzt gew√§hlt werden.
  • zus√§tzliche Bausteine: Wer seinen Versicherungsschutz erweitert, zum Beispiel durch den Hinterbliebenenschutz oder die Mitversicherung einer teilweisen Dienstunf√§higkeit, sollte mit einer Erh√∂hung der Beitr√§ge rechnen.

Durch spezielle Anpassungen kann sich der Beitrag der Dienstunfähigkeitsversicherung im Laufe der Zeit verändern, zum Beispiel durch

  • sinkende Versicherungssummen
  • eine Nachversicherungsgarantie
  • eine Beitragsfreistellung

 

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Dienstunf√§higkeitsversicherung f√ľr mich?

Bevor eine Dienstunf√§higkeitsversicherung abgeschlossen wird, ist es jedem zu empfehlen, die unterschiedlichen Angebote von verschiedenen Versicherungen miteinander zu vergleichen. Ein Vergleich bringt nicht nur den Vorteil, einen Tarif mit einem m√∂glichst g√ľnstigen Beitrag zu finden, sondern dar√ľber hinaus mit einem Versicherungsumfang, der dem eigenen Bedarf entspricht. So sollten bereits bei einem Vergleich folgende Einschl√ľsse ber√ľcksichtigt werden, die in der Regel etwas h√∂here Kosten verursachen:

  • echte Beamtenklausel (f√ľr Beamte mit mehr als f√ľnf Dienstjahren bei Vertragsabschluss reicht eine unvollst√§ndige Beamtenklausel)
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung

Mit einem kostenlosen und unverbindlichen Online-Tarifrechner lassen sich schnell und √ľbersichtlich mehrere, Ihrem Bedarf entsprechende Tarife vergleichend gegen√ľberstellen. Auf diese Weise k√∂nnen Sie sich f√ľr das Angebot einer Dienstunf√§higkeitsversicherung mit dem besten Preis-Leistungsverh√§ltnis entscheiden. Da es bei der Dienstunf√§higkeitsversicherung dar√ľber hinaus einige Besonderheiten zu beachten gibt, sollten Sie bei Fragen und Unklarheiten nicht z√∂gern, einen unabh√§ngigen Versicherungsfachmann zu kontaktieren. Dieser kann nicht nur Ihren jeweiligen Bedarf ausloten, sondern auch unverbindlich ein individuelles Angebot f√ľr eine Dienstunf√§higkeitsversicherung erstellen.

 

Ist es m√∂glich, den Versicherungsschutz und die Versicherungsbeitr√§ge flexibel an meine Bed√ľrfnisse anzupassen?

Jede Dienstunfähigkeitsversicherung lässt sich zumindest in einigen Bereichen individualisieren. Flexible Anpassungen in Bezug auf Versicherungsbeiträge sowie -schutz können direkt bei Vertragsbeginn und in der Regel auch noch nachträglich vorgenommen werden. Abstimmungen auf den persönlichen Bedarf erfolgen zum Beispiel durch

  • sinkende Deckungssummen und dementsprechend sinkende Beitr√§ge: Bedingt durch das steigende Ruhegehalt k√∂nnen sowohl Versicherungssumme als auch Beitragsh√∂he in Abh√§ngigkeit von der Anzahl an Dienstjahren individuell reduziert werden.
  • eine Nachversicherungsgarantie: Wer eine Nachversicherungsgarantie vereinbart, kann die Beitr√§ge der Dienstunf√§higkeitsversicherung in bestimmten Zeitintervallen der jeweiligen Lebenssituation anpassen. Ver√§nderte Umst√§nde k√∂nnen zum Beispiel ein Arbeitsplatzwechsel, ein Hausbau, Heirat oder die Geburt eines Kindes sein.
  • eine Beitragsfreistellung: Wer aus pers√∂nlichen Gr√ľnden f√ľr eine absehbare Zeit nicht in der Lage sein sollte, die Beitr√§ge f√ľr die Dienstunf√§higkeitsversicherung zu finanzieren, kann mit dem Versicherer eine vor√ľbergehende Beitragsfreistellung vereinbaren. Der Versicherungsschutz bleibt mit verringerter Deckungssumme dabei aber in aller Regel bestehen.
  • zus√§tzliche Bausteine, wie der Hinterbliebenenschutz, Rehabilitationsma√ünahmen oder die Versicherung der teilweisen Dienstunf√§higkeit. Pr√ľfen Sie auch in wie weit eine Berufsrechtsschutzversicherung f√ľr Sie infrage kommen w√ľrde um so vollst√§ndig abgesichert zu sein!

 

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Theoretisch ist eine steuerliche Absetzbarkeit der Beitr√§ge f√ľr die Dienstunf√§higkeitsversicherung gem√§√ü ¬ß10 EStG gegeben. Sie gelten als Vorsorgeaufwendungen und k√∂nnen als Sonderausgaben in das Steuerformular eingetragen werden. Zu beachten ist jedoch die gesetzlich vorgegebene H√∂chstgrenze, welche f√ľr Beamte 1.900 Euro pro Jahr betr√§gt. Durch andere Vorsorgeaufwendungen, wie beispielsweise f√ľr Kranken- und Pflegeversicherungen, kann dieser Betrag schnell ausgesch√∂pft sein.

Andersherum sollten Sie beachten, dass ein Teil der bezogenen Leistungen der Dienstunfähigkeitsversicherung steuerpflichtig ist. Zu versteuern ist jedoch nur der Ertragsteil, welcher sich aus der jeweiligen Laufzeit der Dienstunfähigkeitsversicherung ergibt. Dieser ist geringer, je später die monatliche Rente bezogen wird.

 

Worauf muss ich bei der K√ľndigung meiner Dienstunf√§higkeitsversicherung achten?

Die K√ľndigung einer Dienstunf√§higkeitsversicherung muss dem Versicherer schriftlich vorliegen. Sie kann immer zum Ende einer jeweiligen Versicherungsperiode mit einer K√ľndigungsfrist von einem Monat, bei einigen Versicherern auch von drei Monaten, erfolgen. Sollten besondere Gr√ľnde, wie beispielsweise eine Beitragserh√∂hung, vorliegen, ist dar√ľber hinaus auch eine au√üerordentliche K√ľndigung der Dienstunf√§higkeitsversicherung mit der Frist von einem Monat m√∂glich.

Grunds√§tzlich sollte die K√ľndigung der Dienstunf√§higkeitsversicherung jedoch wohl √ľberlegt sein. Nicht nur, dass der wichtige Versicherungsschutz mit einer K√ľndigung erlischt, auch die bereits eingezahlten Beitr√§ge gehen meist verloren. Der R√ľckkaufswert der Dienstunf√§higkeitsversicherung f√§llt in der Regel durch Verwaltungskosten meist sehr gering aus, im schlechtesten Fall bel√§uft er sich auf null Euro.

Wer aus finanziellen Gr√ľnden seine Dienstunf√§higkeitsversicherung k√ľndigen will, f√ľr den besteht meistens die Option der tempor√§ren Beitragsfreistellung. Bei bestehendem Versicherungsschutz m√ľssen Sie f√ľr einen begrenzten Zeitraum keine Beitr√§ge zahlen. Soll die Dienstunf√§higkeitsversicherung jedoch gek√ľndigt werden, da der versicherte Beamte ins Angestelltenverh√§ltnis wechselt, bieten viele Versicherer die M√∂glichkeit, die Dienstunf√§higkeitsversicherung mit dem Verzicht auf eine Beamtenklausel in eine Berufsunf√§higkeitsversicherung umzuwandeln. In dem Fall entf√§llt meist eine Gesundheitspr√ľfung und auch die eingezahlten Beitr√§ge in die Dienstunf√§higkeitsversicherung bleiben erhalten.

 

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Dienstunfähigkeitsversicherung achten?

Der Wechsel einer Dienstunfähigkeitsversicherung ist nur bedingt zu empfehlen, da dieser in der Regel mit folgenden Nachteilen verbunden ist:

  • Durch den geringen R√ľckkaufswert der gek√ľndigten Dienstunf√§higkeitsversicherung gehen bereits eingezahlte Beitr√§ge zu einem gro√üen Teil verloren.
  • Es f√§llt eine erneute Gesundheitspr√ľfung an, die im schlimmsten Fall zu einer Ablehnung der Dienstunf√§higkeitsversicherung f√ľhrt.
  • Das h√∂here Alter bei Neuabschluss kann sich beitragserh√∂hend auswirken.

Somit sollte ein Wechsel der Dienstunf√§higkeitsversicherung nur dann erfolgen, wenn ein neuer Tarif die Nachteile des Wechsels auffangen kann, zum Beispiel durch g√ľnstigere Beitr√§ge, die die entstandenen Verluste wieder ausgleichen. Bei einer √ľber bereits Jahrzehnte bestehenden Dienstunf√§higkeitsversicherung wird das nicht der Fall sein, wohl aber bei einer erst vor kurzer Zeit abgeschlossenen Dienstunf√§higkeitsversicherung. Nutzen Sie f√ľr einen Wechsel im besten Fall einen Vergleichsrechner im Internet und holen Sie sich bei Bedarf auch die Meinung eines unabh√§ngigen Versicherungsexperten ein.

 

Vorteile einer Dienstunfähigkeitsversicherung sind?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung bietet Beamten folgende Vorteile:

  • einen individuellen Versicherungsschutz, der auf die Bed√ľrfnisse von Beamten zugeschnitten ist, zum Beispiel durch die Anpassung des Leistungsumfangs proportional zur Entwicklung des staatlichen Ruhegehalts
  • eine Absicherung auch f√ľr Beamtenanw√§rter und Beamte mit weniger als f√ľnf Dienstjahren
  • eine Leistung bereits bei attestierter Dienstunf√§higkeit vom Dienstherrn, ohne dass eine Berufsunf√§higkeit vorliegen muss
  • flexible Anpassungsm√∂glichkeiten durch zus√§tzliche Vereinbarungen, wie die Nachversicherungsgarantie oder den Hinterbliebenenschutz

 

Welche Nachteile hat eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung birgt auch Nachteile. Dies sind unter anderem:

  • hohe Risikozuschl√§ge und Leistungsausschl√ľsse bei bestimmten Berufsgruppen oder bei Vorerkrankungen. Auch eine Ablehnung ist m√∂glich
  • genaue Information des Versicherungsnehmers ist notwendig, da es einige Fallstricke gibt, zum Beispiel bei der Beamtenklausel oder dem Verzicht auf anderweitige Verwertung.