Pferdehalterhaftpflicht im Griff
mit vergleichen24.de

Pferdehalterhaftpflicht

Warum lohnt sich der Abschluss einer Pferdehalterhaftpflicht?

Risiken aus der Haltung von Pferden sind nicht nur durch das Tier selbst bedingt. Die Unterbringung, verschiedene Arten von Transport und der Umgang mit anderen Menschen spielen bei der Abwägung der Risikofaktoren eine Rolle.

Volle Haftung im Schadensfall

Vergleichen24 | PferdehalterhaftpflichtHalter bzw. Besitzer haften für alle Schäden, die ihr Tier verursacht oder für die es verantwortlich ist. In der Tierhaltung – besonders, wenn es regelmäßigen Umgang mit anderen Personen gibt – gilt zudem eine erweiterte Haftpflicht. Sie wird mit der sogenannten Gefährderhaftung begründet. So muss der Pferdebesitzer einen Schaden nicht selbst verursachen, um dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Er haftet in diesem Sinn für sein Pferd mit.

Der Pferdehalter haftet zudem in voller Höhe des entstandenen Schadens für den Ausgleich. Seine eigene wirtschaftliche Situation spielt dabei keine Rolle. Im Extremfall erstreckt sich die Schadenersatzforderung bis in das Privatvermögen. Die wesentliche Reduzierung dieses Risikos ist eine zentrale Eigenschaft der Pferdehalterhaftpflicht.

Die Pferdehalterhaftpflicht trägt das finanzielle Risiko. Sie übernimmt die Freistellung von Schadenersatzforderungen bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme.

Risikoumfang nicht kalkulierbar

Wie in der Haftpflichtversicherung insgesamt, ist auch das Risikofeld einer Pferdehalterhaftpflicht nicht klar bestimmbar. Vor allem, weil in der Regel auch andere Personen mit dem Pferd oder den Pferden umgehen und dabei – trotz aller Sorgfalt und Erfahrung – immer wieder Unfälle und Verletzungen vorkommen. Die Heil- und Behandlungskosten, die die Krankenversicherung vorstreckt, müssen dann vom Verantwortlichen übernommen werden. Kommen längerfristige Einschränkungen beim Geschädigten hinzu, müssen schnell auch Verdienstausfälle erstattet werden. Das ist ohne eine wirksame Pferdehalterhaftpflicht finanziell kaum zu leisten.

Aber auch vermeintlich kleinere Schäden werden durch die Versicherung gedeckt. Häufig kommt es zu Beschädigungen an Transportanhängern oder gemieteten Stallungen. Vor allem im Umfeld von Sport- und Turnierveranstaltungen muss die Versicherung Risiken dieser Art tragen und möglichst umfangreich abdecken.

Privathaftpflicht gilt nur bei der Haltung von Kleintieren und ggf. kleinen Nutztieren

Der Leistungsumfang einer privaten Haftpflichtversicherung reicht nicht aus, um Schäden, die von Pferden verursacht werden, auszugleichen. Sie deckt allenfalls Schäden die von kleinen Haustieren, wie Mäusen oder Farbratten, oder von Katzen verursacht worden sind. In einigen Policen gilt die Deckung bis zum Einschluss von kleineren Nutztieren, wie Schafen oder Ziegen. Die Haltung von Pferden hingegen muss separat versichert werden.

Welche Schäden sind im Rahmen einer Pferdehalterhaftpflicht mitversichert?

Die Pferdehalterhaftpflicht deckt die zentralen Risiken, die im Umgang mit Pferden auftreten. Dazu gehören die grundlegenden Schadenarten, wie Personen-, Sach- und Vermögensschäden, aber auch ein speziell erweitertes Spektrum von Schadenformen, die im Umgang mit Pferden eine besondere Rolle spielen.

Personenschäden in der Pferdehalterhaftpflicht

Kommen durch das versicherte Pferd Personen zu Schaden, tritt die Pferdehalterhaftpflicht ein. Sie deckt Schäden ab, die an Leib und Gesundheit Dritter entstehen. Eingeschlossen sind Behandlungskosten nach Unfällen und Bergungs- und Transportkosten im jeweils versicherten Umfang.

  • Beritt durch Dritte
    Mit eingeschlossen werden Schäden, die durch den Beritt von Dritten verursacht worden sind, für die der Pferdehalter jedoch haften muss. Auch Schäden, die den Fremdreitern entstehen, können in der Pferdehalterhaftpflicht abgedeckt werden, sodass beide Seiten in einer Versicherung berücksichtigt werden können.
  • Betreuungspersonal und Pferdepfleger
    Mitversichert sind in der Regel Schäden und Beeinträchtigungen, die Pflegepersonen oder regelmäßige Betreuer erleiden, sofern sie nicht gewerblich tätig sind.

Nicht jede Pferdehalterhaftpflicht ist auch bei gewerblichem Einsatz der Pferde gültig. Wenn Sie die Tiere in einem gewerblichen Umfeld einsetzen (also z.B. das Tier für Ausritte vermieten oder Kinder auf den Pferden gegen Entgelt umherführen), muss die Versicherung den gewerblichen Einsatz decken. Das muss in jedem Fall im Vorfeld geprüft werden. Die Deckung auch bei gewerblichem Einsatz wird in den Versicherungsbedingungen festgehalten.

Sachschäden

  • Schäden am Eigentum Dritter
    Die Pferdehalterhaftpflicht deckt alle Schäden ab, die Dritte durch das Pferd erleiden. Das schließt Sachschäden ein. Häufig sind Fahrzeuge betroffen, aber auch Zelte oder andere Gegenstände können in öffentlicher Flur durch das Pferd beschädigt werden. Die Versicherung tritt ein und ersetzt den Schaden bis zur Höhe der Deckungssumme.
  • Zusatzabsicherung von Mietsachen
    Als eigenständige Klausel kann in der Pferdehalterhaftpflicht der Ersatz beschädigter Mietsachen mitversichert werden. Besonders dann, wenn fremde Anhänger oder gemietete Transportfahrzeuge genutzt werden, ist diese Absicherung sehr sinnvoll. Pferde sind kräftige Tiere. Wenn sie sich erschrecken, können sie durch Tritte erhebliche Schäden anrichten. Für Nutzungsschäden haftet die Kfz-Versicherung in der Regel nicht. Sie werden dem Mieter der Sachen auferlegt. Bei geborgten Sachen gilt die gesetzliche Haftpflicht des Versicherten. Auch sie muss in der Pferdehalterhaftpflicht erfasst werden, wenn die Nutzung wahrscheinlich ist.

Vermögensschäden

Versicherungsunternehmen unterscheiden zwischen den Schadenarten. In bestimmten Fällen wird die Abdeckung von Vermögensschäden mit einer eigenen Deckungssumme versehen.
Vermögensschäden sind bspw. Schäden, die nach einem Unfall als Verdienstausfälle dem Geschädigten entstehen. Sie müssen vom Halter ersetzt werden. Auch Pflege- und Reha-Kosten bzw. die Erstattung von Hilfsmitteln können – sofern sie nicht als Personenschaden gelten – als Vermögensschäden gewertet werden.
Vor diesem Hintergrund sollte die Deckungssumme für Vermögensschäden in der Pferdehalterhaftpflicht nicht zu gering kalkuliert sein.

Vermehrt wird von den Versicherungsunternehmen eine Gesamtschadenhaftung angeboten. Sie deckt in einer einzigen Deckungssumme alle versicherten Schäden in den Grundschadenarten ab. Das ist vor allem von Vorteil für die Deckung von Vermögensschäden. Insgesamt muss hier jedoch auf eine ausreichend hohe Summe für die Gesamtdeckung geachtet werden.

Flurschäden

Eine besondere Leistungsübernahme in der Pferdehalterhaftpflicht, ist durch den Einschluss von Leistungen für den Ersatz von Flur- und Geländeschäden gegeben. Solche Schäden können z.B. durch Hufschlag entstehen, wenn das Pferd unerlaubt einen Reitweg verlässt oder der Boden ungewollte Beeinträchtigung erfährt. Ersatz- und Wiederherstellungskosten sind abgedeckt, sofern keine vorsätzliche Handlung den Schaden verursacht hat.

Kosten nach ungewollten oder gewollten Deck-Akten

Auf die Leistungen für Pferde spezifisch eingestellt ist die Absicherung von Kosten nach Deck-Akten. Nicht jede Pferdehalterhaftpflicht erfasst diesen Bereich vollständig. Je nach Sachlage muss das im Vorfeld geprüft werden.

Versichert sind Kosten, die nach einem Deck-Akt entstehen. Entweder, weil ein beabsichtigter Deck-Akt zu ungewollten Schäden geführt hat. Hier sind Heil- und Gesundungskosten der geschädigten Partei gegenüber versichert.
Oder, weil der Deck-Akt insgesamt ungewollt war. Auch hier sind die medizinischen Kosten und ggf. weitere Folgeschäden versichert.

Beschädigungen am Eigentum Dritter im Zusammenhang mit dem Transport der Tiere

Die Pferdehalterhaftpflicht erweitert ihre Leistungen je nach Anforderungen und Angebot um Leistungen, die den Transport der Tiere betreffen. Das sind zum einen die bereits beschriebenen Schäden an Mietsachen. Allerdings sind im weiteren Sinn alle Transportgegenstände inbegriffen, wie besondere Boxen oder Transportgeschirr, etc.

Hier unterscheiden sich die Angebote zwischen den Versicherungsunternehmen. Im Vorfeld muss das geprüft werden, wenn die individuellen Anforderungen diese Absicherung nötig machen.

Gebäudeschäden an gemieteten Ställen oder vergleichbare Schäden

Ebenfalls in spezifischer Erweiterung der Schadenersatzleistungen für Sachschäden, wird in der Pferdehalterhaftpflicht häufig die Beschädigung von Stallungen oder Unterbringungsequipment eingeschlossen. Besonders bei dauerhafter Unterbringung in fremden Stallungen (im Sinne der Einmietung oder anderer Teilhabe) und bei wiederkehrender Unterbringung in anderen Unterkünften (z.B. im Rahmen sportlicher Veranstaltungen) wird diese Absicherung wichtig. Ob sie angeboten wird, hängt vom jeweiligen Versicherungsunternehmen und dem konkreten Tarif ab.

Insgesamt empfiehlt sich ein Vergleich, der alle wichtigen Leistungen erfasst und transparent auflistet.

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Pferdehalterhaftpflicht abschließe?

Bevor die Pferdehalterhaftpflicht abgeschlossen wird, lohnt es sich genau festzuhalten, welchen Anforderungen sie genügen muss. Nicht alle Versicherungsbedürfnisse sind für alle Pferdehalter gleich. In der Regel muss die Versicherung die individuellen Gegebenheiten berücksichtigen und spezielle Deckungen bieten.

Neben einem Tarif- und Beitragsvergleich sind dabei u.a. folgende Bereiche wichtig und sollten im Vorfeld geklärt werden. Denn im Ernstfall muss die Pferdehalterhaftpflicht wirkungsvoll sein. Deckungslücken sollten nicht bestehen.

Art der Pferdehaltung

Wichtig für die richtige Police ist die Art der Pferdehaltung. Nicht nur die Unterbringung ist dabei ein zu beachtender Aspekt. Vor allem die Art, wie die Tiere genutzt werden, ist für die richtige Absicherung entscheidend.

  • Nutztiere
    Sind die versicherten Tiere hauptsächlich in der privaten Garten- und Nutzwirtschaft tätig (z.B. vor Fuhrwerken u.ä.), muss die Absicherung diesen Aspekt mit abdecken. Ggf. müssen straßenverkehrsspezifische Vereinbarungen mit eingeschlossen werden, damit ein ausreichender Versicherungsschutz auch auf öffentlichen Wegen und Straßen besteht.
  • Reittiere
    Die Nutzung von Pferden als Reittiere kann sehr unterschiedlichen Hintergrund haben. Hier ist vor allem wichtig, in welchem Umfang und in welcher Rolle andere Personen im Versicherungsschutz berücksichtigt werden müssen. Wenn Dritte mit dem Pferd ausreiten, müssen sie sowohl für Schäden abgesichert sein, die sie erleiden (der Halter haftet hier in der Regel) als auch für Schäden, die sie mit dem Pferd verursachen (auch hier haftet je nach Sachlage der Halter entsprechend).
  • Private Nutzung oder gewerblicher Einsatz
    Eine wichtige Frage ist die rechtliche Nutzungsform der versicherten Pferde. Wenn ein gewerblicher Einsatz dabei eine Rolle spielt, muss die Pferdehalterhaftpflicht diese Nutzung auf jeden Fall abdecken, sonst gelten die Pferde als nicht versichert.
    Die gewerbliche Absicherung hat dabei keine Bedeutung für die steuerliche Anmeldung des Gewerbebetriebes noch irgend eine andere Wirkung als die, dass die Pferdehalterhaftpflicht in diesem Fall auch für diejenigen Schadensfälle eintritt, die aus der gewerblichen Nutzung entstehen. In der Regel ist ein größerer Personenkreis betroffen und die möglichen Schadenszenarien sind wesentlich verschieden zur privaten Nutzung.

Anzahl der versicherten Tiere

Vergleichen24 | PferdehalterhaftpflichtWie viele Tiere versichert werden und welcher Art die versicherten Tiere sind, spielt für die Absicherung in der Pferdehalterhaftpflicht eine Rolle. In einer Cluster-Versicherung können unterschiedlich viele Tiere versichert werden. Versicherungsunternehmen rabattieren das in der Regel.
Beachtet werden muss, inwieweit sich die Art der Nutzung unterscheidet und ggf. jeweils angepasst abgesichert werden muss.

Personenkreis, der die Tiere nutzt, pflegt und mit ihnen regelmäßigen Umgang hat

Mitversichert werden muss auf jeden Fall der Kreis der Personen, die regelmäßigen Umgang mit dem Tier bzw. den Tieren haben. Dazu zählen ggf. Betreuer, die die Tiere regelmäßig füttern oder ausführen, aber auch Familienmitglieder oder andere, die bspw. mit dem Pferd ausreiten. Die Mitversicherung muss im Vorfeld geklärt werden, da sonst eine wesentliche Deckungslücke entsteht.

Einbeziehung einer Selbstbeteiligung

Der Abschluss einer Selbstbeteiligung wird regelmäßig genutzt, um die Beitragsgestaltung zu beeinflussen. Je höher die Selbstbeteiligung liegt, desto günstiger werden in der Regel die Beiträge gestaltet.

Die Selbstbeteiligung sollte dabei der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in einem potentiellen Schadensfall entsprechen, also ohne große Einschnitte leistbar sein.

Je nach Versicherungsunternehmen wird die Möglichkeit eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren für bestimmte Leistungen und Schäden eingeräumt und kann so zu einer gezielten Gestaltung der Pferdehalterhaftpflicht genutzt werden.

Welche Leistungen sind bei einer Pferdehalterhaftpflicht im Schadensfall mit inbegriffen?

Prüfung der erhobenen Schadenersatzforderungen

Im Schadensfall übernimmt die Pferdehalterhaftpflicht die Prüfung aller erhobenen Schadenersatzforderungen. Die dafür entstehenden Kosten trägt das Versicherungsunternehmen selbst.

Zu Unrecht erhobene Forderungen weist die Versicherung entsprechend zurück. Auch dafür entstehen dem Pferdehalter keine Kosten. Selbst dann nicht, wenn die Zurückweisung nur teilweise erfolgt oder gerichtlich erstritten werden muss. Die Deckungssumme steht immer in voller Höhe zum Ausgleich berechtigter Forderungen zur Verfügung.

Ausgleich von berechtigten Forderungen

Berechtigte Forderungen gleicht die Pferdehalterhaftpflicht aus. Oberes Limit ist die vereinbarte Deckungssumme. Sie gilt je Schadensfall und Versicherungsjahr.

Verschiedene Versicherungsunternehmen heben nach einem Schadensfall die Deckung im laufenden Versicherungsjahr auf ein Vielfaches (meist das Doppelte) der ursprünglichen Deckungssumme an.
Diese Vereinbarung wird in der Police festgehalten und sollte im Vorfeld mit geprüft werden. Sie kann ein wichtiges Mittel sein, eine Deckungslücke nach einem Schadensfall zu minimieren.

Welche Leistungen sind bei einer Pferdehalterhaftpflicht im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Die Pferdehalterhaftpflicht deckt nicht alle Schäden ab, die im Umgang mit Pferden entstehen können. Bei der Planung der Absicherung muss dieser Umstand mit bedacht werden, um ggf. passende Ergänzungen beim Versicherungsschutz vorzunehmen.

Eigenschäden in der Pferdehalterhaftpflicht

Die Versicherung deckt Schäden, die den Halter selbst betreffen, nicht ab. Ihrer Eigenschaft nach leistet die Versicherungsform die Haftpflichtforderungen Dritten gegenüber, für deren Erstattung der Halter haftet. Er wird von der Zahlung freigestellt. Schäden, die er in diesem Zusammenhang selbst erleidet – sowohl an der Person als auch an den von ihm besessenen Sachen – sind von den Erstattungsleistungen der Pferdehalterhaftpflicht ausgenommen.

Schadenbeispiel: Beim Ausführen aus einem eigenen Pferdetransportanhänger schlägt das Pferd zweimal aus, weil ein anfahrendes Auto es erschreckt hat. Der erste Tritt trifft den eigenen Anhänger, der zweite die Front eines anderen Autos. Die Pferdehalterhaftpflicht ersetzt nur den Schaden am anderen Auto. Die Reparatur des eigenen Transportanhängers muss der Pferdehalter selbst tragen bzw. eine geeignete andere Absicherung, z.B. eine Kaskoversicherung.

Vorsätzlich verursachte Schäden

Grundsätzlich leisten die meisten Versicherungen nicht, wenn der Schadensfall auf Vorsatz zurückzuführen ist. Auch in der Pferdehalterhaftpflicht ist das der Fall.

Nicht grundsätzlich betroffen sind Fälle von grober Fahrlässigkeit. Hier regelt die jeweilige Versicherung – in der Regel abhängig vom gewählten Tarif – wie die Versicherungsleistungen bei grob fahrlässigen Gefährdungen ausgelegt werden.

Schäden, für die eine andere Versicherung aufkommt

Wenn ein Schadensfall durch eine andere Haftpflichtversicherung gedeckt wird, tritt die Pferdehalterhaftpflicht nicht zusätzlich in Leistung.
Ein solcher Fall kann eintreten, wenn der versicherte Pferdehalter zwar mit seinem Pferd einen Schaden verursacht hat, aber sachlich seine persönliche Haftpflichtversicherung eintreten muss, weil das Pferd nicht ursächlich an der Entstehung des Schadens beteiligt war.

Je nach Sachlage: Schäden aus Gewerbebetrieb

Ob und in welchem Umfang die Pferdehalterhaftpflicht für Schäden eintritt, die bei der gewerblichen Nutzung auftreten, muss genau geregelt werden. Nicht jedes Versicherungsunternehmen bietet die Deckung auch für gewerbliche Zwecke an.

Gewerblich ist für die Pferdehalterhaftpflicht gewöhnlich jede Nutzung der versicherten Tiere, bei der Einnahmen erzielt werden. Das kann durch die Weitergabe zum Reiten gegen Entgelt erfolgen oder durch die entgoltene Nutzung der Pferde zu therapeutischen Zwecken. Zu beachten ist unbedingt, dass in einem solchen Fall der Versicherungsschutz passend aufgestellt werden muss, da sonst empfindliche Deckungslücken bestehen. Denn wenn die tatsächlichen Bedingungen nicht versichert sind, tritt die Pferdehalterhaftpflicht im Schadensfall nicht in Leistung.

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Der Schadensfall muss durch unverzügliche Meldung dem Versicherungsunternehmen angezeigt werden. Im Versicherungsvertrag wird festgelegt, auf welche Weise die Meldung erfolgen muss. In der Regel schriftlich. Eine Information sollte dem Versicherungsunternehmen aber bereits vorher telefonisch zugehen.

Schadensfall mit Personenschaden

Kommt eine Person zu Schaden, müssen unabhängig vom Versicherungsfall zunächst die nötigen Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Für die Meldung an die Versicherung ist in der Folge nötig:

  • eine Beschreibung des Unfallhergangs
  • Protokolle und Aktenzeichen behördlicher Aufzeichnungen
  • Namen und ggf. weitere Daten der beteiligten und insbesondere der geschädigten Person oder Personen, soweit vorhanden

Benötigt das Versicherungsunternehmen weitere Daten, wird es dies entsprechend mitteilen. Das macht den telefonischen Kontakt im Vorfeld nötig.

In der Regel bietet das Versicherungsunternehmen ein Formular für die Schadensmeldung an. Es kann online oder auf auf dem Postweg bezogen werden.

Schadensfall mit Sachschäden oder sonstige Schadensfälle

Auch dann, wenn keine Menschen zu Schaden kommen, muss ein Schadensfall unmittelbar an das Versicherungsunternehmen gemeldet werden. Dem voraus geht die Verpflichtung zur Schadensbegrenzung. Das bedeutet: Können ohne eigene Gefährdung und besondere Aufwendungen Maßnahmen ergriffen werden, um den Schaden zu begrenzen bzw. die Auswirkungen einzudämmen, besteht eine Verpflichtung zur Schadenminderung.

Für die Meldung des Schadens stellen die Versicherungsunternehmen in der Regel die passenden Formulare zur Verfügung. Sie leiten durch die nötigen Fragestellungen.

Auch bei Sachschäden gilt: Im Zweifel den telefonischen Kontakt zum Versicherungsunternehmen suchen.

Schadensfall unterhalb der Selbstbeteiligung

Liegt die Höhe des verursachten Schadens unterhalb einer vereinbarten Selbstbeteiligung, kann der Pferdehalter den Schaden selbst regulieren. Auch bei höheren Schäden fragen die meisten Versicherungsunternehmen nach, ob der Versicherte die Forderungen selbst erstatten will. So kann ggf. ein Anstieg von Beiträgen vermieden werden.

Wann setzt der Versicherungsschutz der Pferdehalterhaftpflicht ein?

Der Versicherungsschutz in der Pferdehalterhaftpflicht setzt mit dem Abschluss der Versicherung und der Bestätigung durch das Versicherungsunternehmen ein. Parallel dazu muss der erste Beitrag durch den Pferdehalter gezahlt werden.

Je nach Sachlage kann der Beginn der Versicherung innerhalb eines Versicherungsjahres auf ein bestimmtes Datum festgelegt werden. So kann der Versicherungsschutz auf den Zeitpunkt des Erwerbs eines Pferdes festgelegt werden oder im Fall eines Versicherungswechsels auf den ersten Tag nach Auslaufen der bisherigen Pferdehalterhaftpflicht.

Ein rückwirkender Eintritt der Pferdehalterhaftpflicht für bereits verursachte Schäden wird nicht übernommen.

Mitversicherung von Fohlen

In der Pferdehalterhaftpflicht wird je nach Angebot eine automatische Mitversicherung von Jungtieren unmittelbar nach der Geburt gewährt. Der Zeitraum kann zwischen einigen Monaten bis auf das gesamte erste Lebensjahr variieren. Die genauen Regelungen werden in der Versicherungspolice festgehalten.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Pferdehalterhaftpflicht sein?

Deckung in der Pferdehalterhaftpflicht

Vergleichen24 | PferdehalterhaftpflichtWenn die Pferdehalterhaftpflicht als eigenständige Versicherung abgeschlossen wird, kann sich die Deckungssumme an den spezifischen Risiken orientieren. Sie sollte jedoch – da eine Schädigung der Gesundheit von Personen mitversichert werden muss – im Millionenbereich liegen.

Die Anzahl der versicherten Pferde und die Nutzung spielen eine wesentliche Rolle. Je nach Versicherungsunternehmen und Angebot kann die Deckungssumme zwischen 2 Mio. Euro bis auf über 20 Mio. Euro liegen.

Deckung in Kombi-Policen

Wird eine Versicherung als Paket abgeschlossen und muss neben den Risiken aus der Pferdehaltung auch andere Risiken abdecken (z.B. in Kombi-Policen beim selben Versicherungsunternehmen, die neben der Pferdehalterhaftpflicht auch andere Haftpflichtrisiken versichern), sollte die Deckungssumme entsprechend hoch gewählt werden. Das gilt dann, wenn nicht für jeden Versicherungsfall eigene Deckungssummen festgelegt wird, sondern allgemein für alle Schadensfälle eine übergreifende Gesamtdeckung gilt.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Pferdehalterhaftpflicht berechnet?

Die Beiträge zur Pferdehalterhaftpflicht sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Sie ergeben sich aus der individuellen Situation des Halters. Nicht immer sind vor diesem Hintergrund alle Faktoren auch wirksam.

Zu den wichtigsten Eckpunkte gehören:

  • Welche Nutzungsart muss versichert werden – Unterscheidung von privater oder gewerblicher Nutzung
  • Müssen Ponys oder Nutztiere ohne Beritt (z.B. Esel, die nicht mehr in der Privathaftpflicht erfasst sind) versichert werden?
  • Soll die Pferdehalterhaftpflicht für Reitpferde gelten?
  • Wie viele Tiere müssen versichert werden?
  • Biete das Versicherungsunternehmen Rabatte in diesem Sinn an?
  • Wer wird das Tier später nutzen bzw. regelmäßig Umfang mit ihm haben?

Abgefragt werden auch demografische Daten. Häufig kann das Alter des Versicherten (je nach Versicherungsunternehmen und Angebot) eine Rolle bei Beiträgen spielen.

Auch vertragliche Bedingungen sind wichtig. Häufig spielt in die Beitragskalkulation mit hinein:

  • Soll eine Selbstbeteiligung vereinbart werden?
  • Wie lange soll der gewählte Tarif gelten (tarifabhängige Laufzeit der Versicherung)?
  • Welche Vorversicherungen und Mitgliedschaften in Vereinen oder Verbänden spielen ggf. eine Rolle (Gruppenversicherungen, etc.)?

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Pferdehalterhaftpflicht für mich?

Der Vergleich der Pferdehalterhaftpflicht bringt:

  • eine transparente Übersicht über alle relevanten Tarife und Angebote
  • eine sinnvolle Zusammenstellung der nötigen Leistungen
  • eine Übersicht über versicherte Risiken und eventuelle Deckungslücken

und nicht zuletzt:

  • eine klare Sortierung der Höhe der Beiträge nach.

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Die Pferdehalterhaftpflicht ist steuerlich als Sonderausgabe absetzbar. Sie kann im Zusammenhang mit Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden.

Der Umfang aller Aufwendungen für Vorsorge und Absicherung umfasst aktuell:

  • für Angestellte bis 1900 Euro
  • für Selbstständige bis 2800 Euro

im jeweiligen Jahr.

Worauf muss ich bei der Kündigung meiner Pferdehalterhaftpflicht achten?

Die Kündigung der Pferdehalterhaftpflicht muss fristgerecht erfolgen. Die Frist orientiert sich am Ende des Versicherungsjahres. In der Regel beträgt die Kündigungsfrist 3 Monate zum Ende des Versicherungsjahres hin.

Der Versicherungsjahr wird entweder am Datum des Versicherungsbeginns festgemacht oder es entspricht dem Kalenderjahr. In der Police wird die Regelung festgehalten.

Kündigung beim Wechsel der Pferdehalterhaftpflicht

Soll die Kündigung wegen eines bevorstehendes Wechsels der Versicherung erfolgen, muss vor allem auf den korrekten zeitlichen Anschluss geachtet werden. Vor diesem Hintergrund sind Uhrzeiten zusätzlich zum Datum im Versicherungsvertrag verankert, die die genaue Gültigkeit der Versicherung festlegen .

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Pferdehalterhaftpflicht achten?

Die neue Pferdehalterhaftpflicht muss alle aktuellen Leistungen umfassen. Besonders wichtig ist die Prüfung von ergänzenden Absicherungen, die im konkreten Fall umfangreiche Lücken schließen.

Dazu zählen:

  • Kostenerstattung von Deck-Schäden
  • Mitversicherung von Flur- und Geländeschäden
  • erweiterte Versicherung von Sachschäden, z.B. der Einschluss von Mietsachen
  • u.a.m.

Rechtzeitige Kündigung der bestehenden Versicherung

Zur Vorbereitung eines Wechsel muss die bestehende Pferdehalterhaftpflicht rechtzeitig gekündigt werden.

Mindestlaufzeiten beachten – rechtzeitig vergleichen

Besonders ggf. vereinbarte Mindestlaufzeiten spielen eine Rolle. Vor diesem Hintergrund sollten relevante Angebote auch rechtzeitig verglichen werden, damit der Versicherungsschutz zu einem günstigen Zeitpunkt umgestellt werden kann. Die verpasste Kündigungsfrist bedeutet häufig eine Vertragsverlängerung über ein Jahr.

Welche Vorteile hat eine Pferdehalterhaftpflicht?

Die Pferdehalterhaftpflicht deckt alle versicherten Haftpflichtrisiken, die dem Halter aus dem Besitz eines Pferdes erwachsen können. Das kann die private Nutzung oder den gewerblichen Einsatz ebenso umfassen, wie die erweiterte Deckung für Sachschäden.

Vorteil im Leistungsspektrum der Pferdehalterhaftpflicht: Sie kann in einem breiten Rahmen den eigenen Ansprüchen gemäß zusammengestellt werden.

Welche Nachteile hat eine Pferdehalterhaftpflicht?

In der Pferdehalterhaftpflicht sind Schäden, die der Pferdehalter selbst erleidet, nicht abgesichert. Sie deckt ausschließlich Kosten, die Dritten entstehen und für deren Ausgleich der Halter verantwortlich ist.

Soll dieser Versicherungsschutz erweitert werden, muss die Pferdehalterhaftpflicht entsprechend ergänzt werden.