Pferdehaftpflichtversicherung im Griff
mit vergleichen24.de

Pferdehaftpflichtversicherung

Warum lohnt sich der Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung?

FĂŒr passionierte Reiter liegt alles GlĂŒck dieser Erde auf dem RĂŒcken der Pferde. Doch jeder Reiter weiß auch, dass selbst der ruhigste Vierbeiner scheuen oder durchgehen kann. Oft aus fĂŒr den Halter unersichtlichen GrĂŒnden und ohne Vorwarnung. UngezĂŒgelt, kann eine PferdestĂ€rke großen Schaden verursachen. Nach dem Gesetz unterliegen Pferde der GefĂ€hrdungshaftung.

Dabei wird allein ihre Haltung als Risiko fĂŒr die Allgemeinheit bewertet und der Reiter auch ohne direktes Verschulden zur Verantwortung gezogen. Der Pferdehalter haftet also im Schadenfall in jedem Fall. Und zwar, so bestimmt es das BĂŒrgerliche Gesetzbuch, mit seinem gesamten Vermögen, in unbegrenzter Höhe und womöglich lebenslang. Pferdehalter können sich vor diesem hohen Risiko und immensen Schadensersatzforderungen mit einer Pferdehaftpflichtversicherung schĂŒtzen. Die Pferdehaftpflichtversicherung regelt nicht nur die Wiedergutmachung von entstandenen SchĂ€den, sondern prĂŒft zuvor auch den Anspruch des GeschĂ€digten und wehrt unberechtigte oder ĂŒberhöhte Schadensersatzforderungen ab.

Welche SchÀden sind im Rahmen einer Pferdehaftpflichtversicherung mitversichert?

Eine Pferdehaftpflichtversicherung kommt fĂŒr Personen-, Sach- und VermögensschĂ€den auf. Eine gute Police deckt außerdem SchĂ€den an gemieteten GegenstĂ€nden oder WeideschĂ€den, denn eine eingetretene StalltĂŒr verursacht ebenso hohe Kosten wie ein niedergetrampelter Weidezaun. Außerdem sollte die Versicherung SchĂ€den ĂŒbernehmen, die im Zusammenhang mit einer Reitbeteiligung oder Fremdreitern erfolgen.

Im Versicherungsumfang einer Pferdehaftpflichtversicherung sind im Idealfall zudem FlurschĂ€den enthalten. Dazu gehören SchĂ€den an landwirtschaftlich oder gartenbaulich genutzten FlĂ€chen. Bricht das Tier zum Beispiel aus der Koppel aus und verwĂŒstet einen Acker oder verursacht Bissspuren an edlen ObstbĂ€umen, kommt die Versicherung fĂŒr den Schaden auf. Vor allem fĂŒr Pferdehalter, deren Vierbeiner schon mal lĂ€ngere Zeit unbeaufsichtigt auf der Weide oder viel im GelĂ€nde unterwegs ist, lohnt sich diese Zusatzleistung.
Deckt ein Hengst ungewollt eine Zuchtstute oder eine Stute, die auf Turnieren lĂ€uft, kann das fĂŒr den Besitzer erhebliche finanzielle Folgen haben, wenn das Pferd fĂŒr ZĂŒchtungen oder Turniere ausfĂ€llt. Kosten fĂŒr die medizinische Versorgung, Aufzucht des Fohlens sowie entgangene Preisgelder werden ĂŒber den Baustein DeckschĂ€den aufgefangen.

Was sollte ich beachten, bevor ich eine Pferdehaftpflichtversicherung abschließe?

Es gibt fĂŒr Pferdehalter keine gesetzliche Pflicht, eine Haftpflichtversicherung fĂŒr ihr wertvolles Huftier abzuschließen. Allerdings gehen sie ohne eine Absicherung ein erhebliches Risiko ein. Denn Pferde sind Fluchttiere, die instinktiv und oft abrupt das Weite suchen, wenn sie erschrecken oder eine vermeintliche Gefahr wahrnehmen. Mit ihrer GrĂ¶ĂŸe und Kraft können sie dabei einigen Schaden anrichten.

Die Pferdehaftpflichtversicherung sollte unbedingt vor dem Pferdekauf beantragt werden und spÀtestens zum Tag des Kaufvertrages in Kraft treten. So ist der Transport zum neuen Stall und der erste Tag in der neuen Herde direkt versichert. Möchte auch der Ehe- bzw. Lebenspartner das Pferd bewegen, sollte er in den Versicherungsschutz mit einbezogen werden.

Welche Leistungen sind bei einer Pferdehaftpflichtversicherung im Schadensfall mit inbegriffen?

Die Pferdehaftpflichtversicherung springt ein, wenn das versicherte Tier SchĂ€den an Personen oder Sachen verursacht hat. Zum Versicherungsumfang gehört die Übernahme von
      • Schadenersatz fĂŒr Personen- und SachschĂ€den
      • VermögensschĂ€den, wenn ein durch das Pferd verursachter Unfall FolgeschĂ€den nach sich zieht. Zwei Beispiele: Eine Person kann nach einem Pferdetritt einen lukrativen GeschĂ€ftstermin nicht einhalten und beklagt einen entgangenen Gewinn. Ein Pferd bricht von der Weide aus und bringt auf einer Bahnstrecke den Zugverkehr zum Erliegen; auch der Fernverkehr der Bahn wird betroffen, was immense Schadenersatzforderungen nach sich zieht.
      • Heil- und Pflegekosten, beispielsweise nach Bissen oder StĂŒrzen
      • Verdienstausfall
      • Zahlungen fĂŒr eine lebenslange Rente
      • Schadenersatz bei Tod
      • Fremdreiterrisiko: mit diesem Baustein sind auch VersicherungsfĂ€lle abgedeckt, die nicht durch den Versicherungsnehmer selbst, sondern durch einen Familienangehörigen herbeigefĂŒhrt wurde
      • Aufwendungen fĂŒr UnfĂ€lle durch die Reitbeteiligung: wie beim Fremdreiterrisiko sind mit diesem Baustein Personen abgesichert, die sich regelmĂ€ĂŸig um das Pferd des Versicherungsnehmers kĂŒmmern. Bei einigen Versicherungen ist eine Namensnennung erforderlich. Reitbeteiligungen sind außerdem fĂŒr EigenschĂ€den, die sie bei der AusĂŒbung des Hobbys erleiden, mitversichert.
      • Kosten bei Forderungsausfall: VerfĂŒgt ein Schadensverursacher ĂŒber keine Haftpflichtversicherung und kann einen verursachten Schaden nicht aus eigenen finanziellen Mitteln begleichen, springt die Pferdehaftpflichtversicherung ein. Sie greift auch, wenn der Pferdehalter des Tieres einen Versicherungsfall ausgelöst hat und unterversichert ist.
      • Schadenersatz nach privaten Kutschfahrten: fĂŒr den Fall, dass sich ein Pferd aufbĂ€umt, mit dem Gespann durchgeht und dabei zum Beispiel mehrere parkende Autos beschĂ€digt oder die Markise eines GeschĂ€ftes zerreißt.
      • Risiken durch die Teilnahme an WettkĂ€mpfen: bei Turnieren ist das Pferd oftmals einem höheren Risiko ausgesetzt. Viele andere Pferde, Reiter, Zuschauer sowie ungewohnte Umgebung und GerĂ€usche erhöhen die Gefahr von UnfĂ€llen.
      • SchĂ€den an gemieteten PferdetransportanhĂ€ngern und Pferdeboxen; MietsachschĂ€den sind meist gedeckelt und werden oft nur bis zu einer Summe von 10 000 Euro ĂŒbernommen
      • den vielfĂ€ltigen Risiken durch die Nutzung des Pferdes zu Schulungszwecken
      • SchĂ€den, die das Pferd wĂ€hrend eines Auslandsaufenthalts verursacht. Je nach Anbieter und Police wird der Schutz europa- oder weltweit gewĂ€hrt. Je nach Tarif und Versicherer variiert außerdem die erlaubte Dauer des Auslandsbesuches mit Pferd.
      • SchĂ€den durch ein Fohlen des versicherten Pferdes; je nach Anbieter können die Jungpferde bis zu einem Jahr kostenlos mitversichert werden.

Welche Leistungen sind bei einer Pferdehaftpflichtversicherung im Schadensfall nicht mit inbegriffen?

Die Pferdehaftpflichtversicherung schließt eine Leistung aus bei

  • SchĂ€den, die vorsĂ€tzlich herbeigefĂŒhrt werden
  • SchĂ€den, die dem Pferdehalter selbst oder Personen, die in seinem Haushalt leben, beigebracht werden
  • SchĂ€den, die durch die Nichtbeachtung behördlicher Auflagen verursacht werden; zum Beispiel, wenn Reiter den Trensenzwang nicht beachten
  • Buß- und Strafgeldern

Was sollte ich tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Keine Zeit sollte man nach einem Schadenfall verlieren. Unmittelbar nach Eintritt eines Unfalles muss die Versicherung ĂŒber den entstandenen Schaden informiert werden. Den Schaden wahrheitsgemĂ€ĂŸ, mit allen Details und per Fotos dokumentieren. BeschĂ€digte GegenstĂ€nde erst entsorgen, wenn die Schadensabwicklung abgeschlossen ist. Oft wollen Versicherer den Schaden begutachten. Nie sollten Versicherte voreilig SchuldzugestĂ€ndnisse machen oder Zahlungen zusagen. Die Versicherung möchte nĂ€mlich zunĂ€chst prĂŒfen, ob der Versicherungsnehmer ĂŒberhaupt schadenersatzpflichtig ist und könnte die Übernahme der Kosten im Nachhinein verweigern. Alle Forderungen, Mahnungen oder Klagen in Zusammenhang mit dem entstandenen Schaden leiten Versicherte am besten direkt an ihre Versicherung weiter.

Wann setzt der Versicherungsschutz der Pferdehaftpflichtversicherung ein?

Die Pferdehaftpflichtversicherung setzt ab dem im Vertrag vereinbarten Zeitpunkt, frĂŒhestens am Folgetag nach Abschluss der Versicherung ein. Voraussetzung ist allerdings die fristgerechte Begleichung des ersten Beitrages. Die Zahlung gilt in der Regel als rechtzeitig, wenn die PrĂ€mie unverzĂŒglich nach Erhalt des Versicherungsscheins und der Zahlungsaufforderung sowie nach Ablauf der im Versicherungsschein genannten Widerspruchsfrist von 14 Tagen gezahlt wurde. Ist Zahlung des Jahresbeitrages in Raten vereinbart, gilt als erster Beitrag nur die erste Rate des ersten Jahresbeitrages.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Pferdehaftpflichtversicherung sein?

Je nach Versicherer können Deckungssummen zwischen einer und 50 Millionen Euro vereinbart werden. Angesichts der hohen Kosten, die ein Pferd im Fluchtmodus verursachen kann, empfehlen Experten eine Versicherungssumme von mindestens fĂŒnf Millionen Euro. Denn im ungĂŒnstigen Fall ziehen PersonenschĂ€den lebenslange Rentenzahlungen oder sehr hohe Schadenersatzforderungen nach sich. Vorbildliche Pferdehaftpflichtversicherungen bieten mittlerweile Deckungssummen von 15 Millionen Euro an, damit auch folgenreiche UnfĂ€lle auf der Landstraße mit mehreren beteiligten Pkw keine finanziellen Belastungen fĂŒr den Verursacher bedeuten.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur Pferdehaftpflichtversicherung berechnet?

Der Beitrag berechnet sich nach Art des Tieres – etwa Zuchtstute, Pony, Fohlen, Rennpferd, Deckhengst, Trabrennpferd und Gnadenbrotpferd, Anzahl der zu versichernden Pferde sowie dem gewĂ€hlten Leistungsumfang. Zusatzleistungen verteuern die PrĂ€mie, eine Selbstbeteiligung senkt den Beitrag. Experten empfehlen einen Selbstbehalt von 150 Euro, raten aber von höheren Selbstbeteiligungen ab. Auch die Wahl einer lĂ€ngeren Vertragslaufzeit kann zu gĂŒnstigeren Konditionen fĂŒhren. Manche Versicherer bieten Rabatte fĂŒr Mitglieder eines Reitvereins oder Angestellte des öffentlichen Dienstes.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der Pferdehaftpflichtversicherung fĂŒr mich?

Die eingeschlossenen Leistungen wie auch die durch eine Selbstbeteiligung erzielte Beitragssenkung variieren je nach Versicherungsunternehmen erheblich. Wer das optimale Preis-LeistungsverhÀltnis bei seiner Pferdehaftpflichtversicherung sucht, sollte deshalb vor Abschluss der Police nicht auf einen Vergleich der Anbieter verzichten.

Kann ich die VersicherungsbeitrÀge von der Steuer absetzen?

Die Pferdehaftpflichtversicherung kann von der Steuer abgesetzt werden. Sie gehört, wie alle Haftpflichtversicherungen, in den Bereich der sonstigen Vorsorgeaufwendungen.

Worauf muss ich bei der KĂŒndigung meiner Pferdehaftpflichtversicherung achten?

Die Police ist zum Ende der Vertragslaufzeit und mit dreimonatiger Frist kĂŒndbar. Die Mindestlaufzeit einer Pferdehaftpflichtversicherung liegt bei einem Jahr. EntfĂ€llt das Risiko, etwa durch Verkauf oder Tod des Tieres, kann der Vertrag sofort aufgehoben werden.

Worauf muss ich bei einem Wechsel meiner Pferdehaftpflichtversicherung achten?

Niedrigere BeitrĂ€ge sind ein attraktiver Anreiz zum Wechsel einer Versicherung. Jedoch sollte auch die neue Pferdehaftpflichtversicherung alle Leistungen beinhalten, die fĂŒr Tier und Reiter wichtig sind. Beim Übergang von der einen zur anderen Police ist es ratsam, zeitliche VersicherungslĂŒcken zu vermeiden.

Welche Vorteile hat eine Pferdehaftpflichtversicherung?

Pferdehalter leben mit einem hohen Risiko. Zum GlĂŒck lĂ€sst sich dieses Risiko und die Gefahr existenzbedrohender Schadenersatzforderungen mit vergleichsweise gĂŒnstigen Policen versichern. Die Pferdehaftpflichtversicherung bietet Schutz fĂŒr ein Hobby mit vielen UnwĂ€gbarkeiten. Denn Pferde sind Fluchttiere, Ă€ußerst schreckhaft und damit unberechenbar.
Aufgrund der GefĂ€hrdungshaftung ist der Pferdehalter automatisch fĂŒr jeden Schaden durch sein Tier verantwortlich. Zu den ĂŒberzeugendsten Argumenten fĂŒr den Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung gehören:
  • die Übernahme der Kosten der durch Pferde verursachten SchĂ€den
  • der Schutz des eigenen Vermögens und der Existenz
  • die ÜberprĂŒfung der gegnerischen SchadenersatzansprĂŒche durch die Versicherung

Welche Nachteile hat eine Pferdehaftpflichtversicherung?

Eine Pferdehaftpflichtversicherung hat nur dann Nachteile, wenn sie elementare Leistungen nicht beinhaltet und keine ausreichende Deckungssumme bietet. Da sie vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben ist, wird sie von vielen Pferdehaltern nicht abgeschlossen. Im Schadenfall kann sich dies als folgenreiche und existenzbedrohende Fehlentscheidung herausstellen.