Betriebliche Altersvorsorge im Griff
mit vergleichen24.de

Betriebliche Altersvorsorge

Von der gesetzlichen Rente allein k√∂nnen in Zukunft nur noch die Wenigstens ihren Lebensabend bestreiten. Um der gef√ľrchteten Altersarmut zu entgehen, entscheiden sich viele Arbeitnehmer f√ľr eine betriebliche Altersversorgung.

Warum lohnt sich der Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge?

Vergleichen24 | betriebliche AltersvorsorgeNeben der privaten Absicherung ist die betriebliche Altersvorsorge eine wichtige und interessante Erg√§nzung zur gesetzlichen Rente. F√ľr die betriebliche Altersvorsorge spricht die beachtliche staatliche F√∂rderung und eine √ľberschaubare monatliche Belastung. Ohne hohe Beitr√§ge aufbringen zu m√ľssen, kann der Arbeitnehmer mit dem Instrument Betriebsrente privates Verm√∂gen f√ľr das Alter aufbauen.

Attraktive Alternative

Was viele nicht wissen: Jeder Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, hat per Gesetz Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung. Auch Betriebszugeh√∂rige, die nur in Teilzeit arbeiten oder einen 450-Euro-Job besitzen. So haben selbst Arbeitnehmer, die ansonsten keine R√ľcklagen f√ľr eine private Altersversorgung bilden k√∂nnen, die Chance auf eine Zusatzrente. Die Beitr√§ge zur betrieblichen Altersvorsorge sind von Steuern und Sozialabgaben befreit. In Zeiten niedriger Zinsen ist die betriebliche Rente daher eine √ľrlegenswerte Alternative f√ľr die finanzielle Absicherung im Alter. Noch dazu, wenn der Arbeitgeber mit einem Obolus zur Rente beitr√§gt.

Recht auf betriebliche Vorsorge
Der Begriff „betriebliche Altersversorgung“, kurz: bAV, umfasst alle finanziellen Leistungen, die ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zur Altersversorgung, aber auch zur Absicherung bei Invalidit√§t oder von Hinterbliebenen im Todesfall zusagt. Die Beitragszahlungen werden je nach Betrieb und Versorgungsvertrag unterschiedlich gehandhabt. Der Arbeitgeber kann die Pr√§mie entweder vollst√§ndig √ľbernehmen oder sich zu gleichen Teilen mit dem Arbeitnehmer teilen. Im Rahmen einer Entgeltumwandlung leistet der Arbeitnehmer Zahlungen aus eigener Tasche. Dabei wird der Versicherungsbeitrag vom Arbeitgeber direkt vom Bruttolohn abgezogen. Der Betrag kann daher steuer- und sozialabgabenfrei eingezahlt werden. Arbeitnehmer k√∂nnen auf ihren Rechtsanspruch pochen und von ihrem Arbeitgeber verlangen, dass ein Anteil des Gehalts sowie Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld in die betriebliche Altersversorgung flie√üen. Die Bruttoentgeltumwandlung darf √ľbrigens zus√§tzlich zur Riester-F√∂rderung in Anspruch genommen werden.
Verschiedene Wege zur betrieblichen Altersvorsorge
Der Arbeitgeber bestimmt in der Regel die Art der betrieblichen Altersvorsorge und kann zwischen f√ľnf Durchf√ľhrungswegen w√§hlen:
  • Direkt- oder Pensionszusage: der Arbeitgeber verpflichtet sich, im Versorgungsfall eine vereinbarte Leistung zu zahlen, f√ľr die er selbst Pensionsr√ľckstellungen bildet. Die H√∂he der Rente richtet sich zumeist nach der Dauer der Betriebszugeh√∂rigkeit und der H√∂he des fr√ľheren Einkommens.
  • Direktversicherung: der Klassiker der betrieblichen Altersversorgung deckt den Arbeitnehmer √ľber eine konventionelle oder fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung ab
  • Pensionskasse: Versorgungseinrichtungen, die von einem oder mehreren Unternehmen gebildet werden
  • Pensionsfonds: rechtlich selbst√§ndige Versorgungs¬≠einrichtungen zur Auszahlung von Betriebsrenten
  • Unterst√ľtzungskasse: von einem oder mehreren Unternehmen zur Finanzierung von Versorgungsanspr√ľchen gebildet
Staat unterst√ľtzt beim Aufbau der Betriebsrente

Wer einen eigenen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung leistet, wird vom Staat in erheblichem Umfang gef√∂rdert. Bis zu einer bestimmten j√§hrlichen H√∂chstgrenze k√∂nnen die Einzahlungen sogar unversteuert und sozialabgabenfrei direkt aus dem Bruttogehalt get√§tigt werden. Au√üerdem erhalten Arbeitnehmer im Rahmen der Riester-F√∂rderung f√ľr Beitragszahlungen an eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds staatliche Zulagen. Beitr√§ge zur betrieblichen Altersvorsorge sind als Sonderausgabenabzug steuerlich geltend zu machen.

Mindestleistung garantiert

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Zusage f√ľr eine betriebliche Altersversorgung zu erf√ľllen. Bei einer Direktzusage haftet er f√ľr das Anlage- und Renditerisiko und muss auch bei Insolvenz des Versorgungs¬≠tr√§gers oder bei einer geringer ausfallenden Rendite die zugesagten Leistungen √ľbernehmen. Bei der Beitragszusage mit Mindestleistung garantiert der Arbeitgeber keine bestimmte Leistungssumme, sondern Beitragszahlungen in einer bestimmten H√∂he. Beispielsweise ein Prozent des Bruttogehalts bei gleichem Anteil des Arbeitnehmers. Die Leistungen d√ľrfen bei Rentenbeginn allerdings die einmal eingezahlten Beitr√§ge nicht unterschreiten.

Betriebsrenten sind gegen die Zahlungsunf√§higkeit des Arbeitgebers gesichert. Wird die betriebliche Altersversorgung √ľber eine Direktzusage, Unterst√ľtzungskasse oder einen Pensionsfonds aufgebaut, werden erworbene, unverfall¬≠bare Anwartschaften auf Betriebsrente vom PensionsSicherungsVerein (PSVaG) abgesichert. Die von einem Arbeitgeber wirtschaftlich unabh√§ngigen Direktversicherer und Pensionskassen zahlen die garantierte Rente, auch wenn der fr√ľhere Arbeitgeber nicht mehr existiert. Sie unterliegen genau wie der Pensionsfonds der Kontrolle der Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Anspr√ľche aus Beitr√§gen, die ein Arbeitnehmer mittels Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersversorgung eingezahlt hat, sind sofort unverfallbar. Das hei√üt, der Anspruch auf Auszahlung bleibt auch bei einem Betriebswechsel oder bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben erhalten. Anwartschaften, die der Arbeitgeber finanziert, werden in der Regel unverfallbar, wenn der Arbeitnehmer zuvor mindestens f√ľnf Jahre im Unternehmen angestellt war und mindestens 25 Jahre alt ist.

Welche Leistungen sind im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge mitversichert?

Vergleichen24 | betriebliche AltersvorsorgeEine zus√§tzliche Altersvorsorge √ľber den Betrieb kann sich rechnen. Denn in vielen F√§llen beteiligt sich der Arbeitgeber an den Pr√§mienzahlungen oder finanziert sie sogar vollst√§ndig.¬† M√∂glicherweise, weil das Unternehmen √ľber einen Tarifvertrag zur F√∂rderung der Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter verpflichtet ist. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe setzen bei der betrieblichen Altersvorsorge auf die Direktversicherung, da sie weder √ľber eine eigene Pensionskasse noch einen Pensionsfonds verf√ľgen. Zudem ist der Verwaltungsaufwand f√ľr den Arbeitgeber gering und das finanzielle Risiko beim Versicherer.

Im Versicherungsfall zahlt der Direktversicherer eine garantierte, lebenslange Rente. Dabei setzen sich die Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge aus zwei Teilen zusammen: Der garantierte Teil wird, unabh√§ngig von der Kapitalmarktlage, in jedem Fall gezahlt. Der √ľberschussabh√§ngige Teil ergibt sich, wenn beispielsweise die Kapitalanlage des Versicherungsunternehmens h√∂here Ertr√§ge als geplant einbringt. Die √úberschussbeteiligung erh√∂ht die zu Vertragsbeginn garantierte Versicherungssumme entsprechend. Dank vor einigen Jahren geschlossener √úbertragungsabkommen ist mittlerweile eine problemlose Mitnahme der Anspr√ľche bei einem Arbeitgeberwechsel m√∂glich. Die Absicherung f√ľr den Ruhestand kann nach einem Ausscheiden aus dem Betrieb auch mit eigenen Beitr√§gen fort¬≠gesetzt werden.

Neben einer Rentenzahlung kann √ľber die betriebliche Altersversorgung zus√§tzlich eine Invalidit√§ts- oder Hin¬≠ter¬≠blie¬≠be¬≠nen¬≠ver¬≠sor¬≠gung vereinbart werden. Der Baustein Invalidit√§t ist vor allem auch f√ľr solche Arbeitnehmer interessant, die keine Berufsunf√§higkeitsversicherung abschlie√üen wollen oder k√∂nnen. Anspruch auf Leistungen aus einer betrieblichen Rente haben

  • unbefristet angestellte Mitarbeiter
  • geringf√ľgig Besch√§ftigte
  • Teilzeitkr√§fte
  • Auszubildende
  • Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag
  • Gesch√§ftsf√ľhrer

Was sollte ich beachten, bevor ich eine betriebliche Altersvorsorge abschließe?

Wer sich f√ľr die betriebliche Altersvorsorge interessiert, sollte zun√§chst unbedingt pr√ľfen, ob sich der Aufbau einer zus√§tzlichen Rente √ľber den Betrieb wirklich lohnt oder ob man besser privat vorsorgt. Im Idealfall finden Arbeitnehmer in ihrem Betrieb ein passendes Konzept f√ľr ihre individuelle Situation, mit dem sich Verm√∂gen f√ľr das Alter aufbauen und noch dazu ein steuerlicher Vorteil nutzen l√§sst. Manche Experten sind indes √ľberzeugt, dass der einzige Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge lediglich darin liegt, ihre zahlreichen Vorteile √ľberhaupt nicht zu nutzen. Zu den wichtigen Fragen vor Abschluss einer Betriebsrente geh√∂ren:

    • Welche Art der betrieblichen Vorsorge bietet der Arbeitgeber?
    • Beteiligt sich der Arbeitgeber an der Finanzierung der Betriebsrente?
    • Welche Rentenaufbaumodelle l√§sst der Tarifvertrag des Unternehmens zu?
    • Wie hoch sind die Verwaltungskosten der betrieblichen Vorsorge?
    • M√ľssen Abschlusskosten f√ľr eine Police entrichtet werden und wie hoch sind diese Geb√ľhren?
    • Wie wirkt sich die betriebliche Altersvorsorge steuerlich f√ľr den Arbeitnehmer aus?
    • Wie passt das angebotene Rentenmodell in das bisherige, pers√∂nliche Vor¬≠sorgekonzept?
    • Hat man bereits Anspr√ľche aus einer betrieblichen Altersversorgung?

Gerade anfallende Geb√ľhren k√∂nnen die tats√§chliche Rente schm√§lern. Zahlt etwa ein Arbeitnehmer monatlich und √ľber 35 Jahre 100 Euro in die betriebliche Altersvorsorge, sind Abschlusskosten von 400 Euro akzeptabel, Aufwendungen von √ľber 1000 Euro aber deutlich zu hoch. Idealerweise steht ein Vertrag ohne Abschlusskosten zur Wahl. Hat sich das Unternehmen entschieden, f√ľr die betriebliche Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter in Fonds zu investieren, sollte auch hier auf die versteckten Ausgaben geachtet werden. Fondskosten von 1,5 Prozent pro Jahr sind hoch, 0,5 Prozent vertretbar. Aufschluss √ľber die Fondskosten gibt das Produktinformationsblatt.

Sind bis zur Rente noch viele Jahre Zeit, eröffnen Fonds die Chance auf eine höhere Rendite. Allerdings hängt die Entwicklung dieser Altersvorsorge stark von der Dynamik an den Finanzmärkten ab. Eine Versicherung ohne Fonds bietet aufgrund der aktuellen Zinspolitik derzeit eine geringere Rendite. Dennoch kann sich die Investition in eine betriebliche Altersvorsorge lohnen. Vor allem, wenn sich der Arbeitgeber bei der Einzahlung beteiligt. In die Berechnungen zur Rentabilität der betrieblichen Altersvorsorge muss außerdem eingehen, dass von der Betriebs­rente später Beiträge zur Kranken und Pflegeversicherung fällig werden.  Bei der privaten Vorsorge wie der Riester­-Ren­te fallen in der Regel keine Krankenkassenbeiträge auf die Rente an.

In welchen Fällen erbringt die betriebliche Altersvorsorge ihre Versicherungsleistungen?

Der Versicherungsfall der betrieblichen Altersvorsorge tritt ein, wenn der Arbeitnehmer das Rentenalter erreicht hat. Sind Bausteine wie Invalidität oder Todesfall integriert, leistet die betriebliche Altersvorsorge auch, wenn der Arbeitnehmer arbeitsunfähig wird oder verstirbt.  Bei den meisten Modellen zur betrieblichen Altersvorsorge kann das angesparte Geld zu Rentenbeginn alternativ ganz oder teilweise, zum Beispiel als monatliche Rente, ausgezahlt werden.

Mit der betrieblichen Altersvorsorge erwirbt der Arbeitnehmer eine Anwartschaft, also einen Anspruch auf zuk√ľnftige Leistungen. Die Anwartschaft ist im Allgemeinen unverfallbar. So garantiert die betriebliche Altersvorsorge f√ľr den Ruhestand zumindest die garantierte Rente, auch wenn der fr√ľhere Arbeitgeber nicht mehr existiert.

Ist es möglich, zusätzliche Bausteine mitzuversichern?

Wer bislang keine Berufsunf√§higkeitsversicherung abschlie√üen wollte oder konnte, kann sich √ľber die betriebliche Altersversorgung f√ľr den Fall der Berufsunf√§higkeit absichern. Mit dem Baustein Invalidit√§t sorgen Arbeitnehmer f√ľr den Fall vor, dass sie auf Dauer nicht mehr arbeiten k√∂nnen.¬† √úber die betriebliche Altersversorgung k√∂nnen au√üerdem die Hinterbliebenen eines Arbeitsnehmers im Todesfall vor finanziellen Risiken gesch√ľtzt werden. Ehepartner, ehemalige Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder, f√ľr die noch ein Anspruch auf Kindergeld besteht, erhalten im Todesfall entweder eine Einmalzahlung oder eine monatliche Rente. F√ľr Bausteine wie Invalidit√§t und Todesfall sind zus√§tzliche Beitr√§ge zu leisten, welche die H√∂he der garantierten Auszahlungssumme entsprechend mindert. Dennoch sind solche Zusatzleistungen f√ľr den Arbeitnehmer oft sinnvoll.

Wann setzt der Versicherungsschutz der betrieblichen Altersvorsorge ein?

Mit der Einzahlung in eine betriebliche Altersvorsorge erwirbt der Arbeitnehmer eine Anwartschaft auf zuk√ľnftige Rentenzahlungen. Alle Beitr√§ge, die der Arbeitnehmer aus eigener Tasche beisteuert, sind von Beginn an sicher oder wie es in der Versicherungs-Sprache hei√üt: unverfallbar. Das gilt auch bei einem Wechsel der Arbeitsstelle oder einem Ausscheiden aus dem Arbeitsverh√§ltnis.

Bei den Beitr√§gen, mit denen der Arbeitgeber die Betriebsrente seines Mitarbeiters f√∂rdert, gibt es Richtlinien f√ľr die Unverfallbarkeit von Pr√§mien, die durch das Betriebsrentengesetz geregelt werden:

Einem Arbeitnehmer, dem Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung zugesagt worden sind, bleibt die Anwartschaft erhalten, wenn das Arbeitsverh√§ltnis vor Eintritt des Versorgungsfalls, jedoch nach Vollendung des 25. Lebensjahres endet und die Versorgungszusage zu diesem Zeitpunkt mindestens f√ľnf Jahre bestanden hat

Ein Arbeitnehmer behält seine Anwartschaft auch dann, wenn er aufgrund einer Vorruhestandsregelung ausscheidet. Bei Verträgen, deren Zusagen erst nach 2017 greifen, sind die Beiträge des Arbeitgebers per Gesetz bereits nach 3 Jahren Betriebszugehörigkeit sicher, wenn der Versicherte mindestens 23 Jahre alt ist. Viele Arbeitgeber räumen aber schon direkt von Beginn an eine Unverfallbarkeit ein.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der betrieblichen Altersvorsorge sein?

Vergleichen24 | betriebliche AltersvorsorgeExperten empfehlen, insgesamt rund zehn Prozent des aktuellen Nettoeinkommens in die Altersvorsorge zu investieren, um im Alter den gewohnten Lebensstandard einigerma√üen halten zu k√∂nnen. Die H√∂he des monatlichen Beitrags zur Betriebsrente kann also variieren, je nachdem, welche Anspr√ľche der Versicherte f√ľr seinen Ruhestand anlegen m√∂chte und welche anderen Vorsorgema√ünahmen er bereits getroffen hat.

Per Gesetz ist der Arbeitnehmer berechtigt, √ľber den Arbeitgeber Entgelte in einer H√∂he von bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung in eine betriebliche Altersversorgung umzuwandeln. Im Jahr 2016 entsprach dieser Prozentsatz einem Betrag in H√∂he von 2976 Euro. Zus√§tzlich k√∂nnen bei neu abgeschlossenen Vertr√§¬≠gen weitere 1800 Euro steuerfrei, aber sozialversiche¬≠rungspflichtig in die Betriebsrente flie√üen. Also insgesamt und h√∂chstens 4776 Euro. Auch ein Mindestbeitrag f√ľr die betriebliche Altersvorsorge ist festgesetzt, sofern eine Entgeltumwandlung genutzt wird: laut Betriebsrentengesetz ein 1/160stel der Bezugsgr√∂√üe der Rentenversicherung. So mussten im Jahr 2016 mindestens 217,88 Euro vom Arbeitnehmer in die Betriebsrente eingezahlt werden.

Nach welchen Faktoren wird der Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge berechnet?

Die Beitr√§ge zum Aufbau einer Betriebsrente k√∂nnen entweder vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer allein oder von beiden gemeinsam aufgebracht werden. Die monatliche Pr√§mie f√ľr die Altersvorsorge setzt sich aus dem Beitrag f√ľr die anzusparende Rente sowie den Verwaltungs- und Abschlusskosten zusammen.

Bei der Entgeltumwandlung finanziert der Arbeitnehmer die betriebliche Altersvorsorge aus eigener Tasche. Mit dem Arbeitgeber wird vereinbart, welcher Anteil des Gehalts f√ľr eine Anwartschaft auf sp√§tere Versorgungsleistungen verwendet werden soll. Dieser Beitrag wird dann vom Arbeitgeber direkt aus dem unversteuerten Bruttogehalt in einen Vorsorgevertrag eingezahlt. Der Arbeitnehmer gibt somit den Verwaltungsaufwand an seinen Arbeitgeber ab und profitiert meistens auch von g√ľnstigeren Verwaltungs-und Abschlusskosten, weil sie auf eine gr√∂√üere Personengruppe verteilt werden k√∂nnen. Manche Unternehmen haben au√üerdem die M√∂glichkeit, speziell auf das Unternehmen zugeschnittene Tarife mit niedrigeren Verwaltungskosten und guten Auszahlungsquoten zu verhandeln.

Welchen Nutzen hat ein Vergleich der betrieblichen Altersvorsorge f√ľr mich?

Wer als Arbeitgeber √ľberzeugende Tarife f√ľr die betriebliche Altersversorgung seiner Mitarbeiter sucht oder sich als Arbeitnehmer mit dem Thema vertraut machen m√∂chte, sollte verschiedene Angebote pr√ľfen. Bei der Analyse der am Markt verf√ľgbaren Modelle zur Betriebsrente ist der Fokus auf Kriterien wie Renditeerwartungen und Garantierenten, aber auch die Transparenz der Vertr√§ge zu legen. Au√üerdem m√ľssen Tarife auch hinsichtlich ihrer Verwaltungs- oder Abschlusskosten √ľberzeugen, damit versteckte Ausgaben die sp√§tere Rente nicht √ľber die Ma√üen schm√§lern. Gerade bei den Geb√ľhren rund um die Betriebsrente zeigen sich enorme Kostenunterschiede bei den Anbietern.

Ist es m√∂glich, den Versicherungsschutz und die Versicherungsbeitr√§ge flexibel an meine Bed√ľrfnisse anzupassen?

Wenn Unternehmen einen guten Anbieter f√ľr die betriebliche Altersvorsorge w√§hlen, k√∂nnen die Leistungen speziell auf die jeweiligen beruflichen Risiken und Bed√ľrfnisse der Arbeitnehmer zu¬≠geschnitten werden.

Mit den Bausteinen Invalidit√§t und Todesfall sichert die betriebliche Altersvorsorge zudem Berufsunf√§higkeit und Hinterbliebene ab. In besonderen Lebenssituationen wie Arbeitslosigkeit oder Elternzeit k√∂nnen die Anspr√ľche aus der betrieblichen Altersvorsorge in voller H√∂he aufrechterhalten werden, indem Versicherte Beitr√§ge selbst weiterbezahlen. Ist dies aus finanziellen Gr√ľnden nicht m√∂glich, kann die Beitragszahlung aber auch f√ľr einen gewissen Zeitraum unterbrochen und danach jeder Zeit wieder aktiviert werden. Anwartschaften aus der betrieblichen Altersversorgung verfallen per Gesetz nicht und werden zudem grunds√§tzlich nicht auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet.

Wieviel der Arbeitnehmer in die betriebliche Altersvorsorge investieren m√∂chte, ist seinen Anspr√ľchen und M√∂glichkeiten √ľberlassen. Berufseinsteiger k√∂nnen mit niedrigen Beitr√§gen starten und diese dynamisch wachsen lassen. So h√§lt die Altersvorsorge mit einem steigenden Einkommen Schritt. Flexibel ist bei den meisten Vertr√§gen au√üerdem der vereinbarte Rentenbeginn zu handhaben. Die Zahlungen f√ľr den Ruhestand lassen sich bei ver√§nderten Lebensentw√ľrfen entweder vorziehen oder hinausschieben. Auch bei der Auszahlung der Rente darf man w√§hlerisch sein: Die betriebliche Altersvorsorge leistet eine lebenslange Rente oder auf Wunsch eine einmalige Kapitalzahlung.

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Die betriebliche Altersversorgung bietet nicht nur eine zus√§tzliche Rente plus umfassenden Risikoschutz. Arbeitnehmer profitieren bei dieser Art der Altersvorsorge √ľberdies von beachtlichen Steuervorteilen.

Wer in die betriebliche Altersversorgung einzahlt, spart Steuern und Sozialabgaben wie Pflege- und Krankenversicherungsbetr√§ge. Denn die Beitr√§ge kommen nicht aus dem bereits versteuerten Netto-Einkommen, sondern werden vom Arbeitgeber direkt vom Bruttogehalt abgezogen und in die Betriebsrente eingezahlt. Der Staat finanziert die Altersvorsorge mit, indem der Arbeitnehmer in der Ansparphase entlastet wird und auf die Sparbeitr√§ge zur bAV bis zur H√∂chstgrenze von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze pro Jahr weder Steuern noch Sozialabgaben entrichtet werden m√ľssen. W√§hrend bei anderen staatlich gef√∂rderten Renten wie Riester die F√∂rderung erst im Nachhinein √ľber den Antrag auf Zulagen und die Steuererkl√§rung wirksam wird, erfolgt sie bei der bAV direkt mit der Lohnabrechnung.

F√ľr die betriebliche Altersvorsorge kann dar√ľber hinaus die Riester-F√∂rderung genutzt werden. F√ľr die Beitragszahlungen an eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds erhalten Arbeitnehmer staatliche Zulagen. Zudem k√∂nnen die Beitr√§ge als Sonderausgabenabzug steuerlich geltend gemacht werden. Daf√ľr m√ľssen die Pr√§mien allerdings aus dem versteuerten und sozialversicherungspflich¬≠tigen Netto-Verdienst entrichtet werden. Die Riester-Zulage beinhaltet eine Grundzulage (154 Euro) und eine Kinderzulage f√ľr jedes kindergeldberechtigte Kind (185 Euro f√ľr vor 2008 geborene Kinder, 300 Euro f√ľr ab 2008 gebo¬≠rene Kinder). Wer j√ľnger als 25 Jahre ist, erh√§lt f√ľr das erste Beitragsjahr zus√§tzlich eine Zulage von bis zu 200 Euro als Berufseinsteiger¬≠bonus. F√ľr Einkommen, das f√ľr eine riestergef√∂rderte Altersvorsorge aufgewendet wird, sind keine Steuern zu zahlen. Die Beitr√§ge sind auch dann steuerlich absetzbar, wenn bereits alle M√∂glichkeiten des Sonderausgabenabzugs f√ľr allgemeine Vorsorgeauf¬≠wendungen ausgesch√∂pft sind.

Seit 2005 gilt f√ľr die betriebliche Altersvorsorge das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. W√§hrend die Beitr√§ge f√ľr die Versicherung steuerfrei gestellt sind, muss die ausgezahlte Rente voll mit dem pers√∂nlichen Steuersatz im Rentenalter versteuert werden. Da dieser meist niedriger liegt als der Steuersatz w√§hrend des Berufslebens, sind f√ľr Rentner Steuereinsparungen m√∂glich. Nachgelagert versteuert werden sowohl Auszahlungen aus betrieblichen Riester¬≠-Vertr√§gen als auch f√ľr alle anderen Betriebsrenten.

Worauf muss ich bei der K√ľndigung meiner beruflichen Altersvorsorge beachten?

Eine betriebliche Altersvorsorge kann in der Regel nicht gek√ľndigt werden. Denn der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass Einzahlungen f√ľr die Altersvorsorge verwendet und erst als Rente ausgezahlt werden. Auch wenn die K√ľndigung in Ausnahmef√§llen doch m√∂glich w√§re, ginge der Arbeitnehmer ein unrentables Minusgesch√§ft ein. Denn der Staat holt sich bei einer¬† fr√ľhzeitigen Beendigung des Vertrages die in der Einzahlphase erhaltenen Steuervorteile zur√ľck, so dass sich die R√ľckzahlung erheblich reduziert. Wer die bAV dennoch nicht mehr fortf√ľhren m√∂chte, kann die betriebliche Vorsorge f√ľr eine Zeit lang beitragsfrei stellen.

Welche Vorteile hat eine betriebliche Altersvorsorge?

Vergleichen24 | betriebliche AltersvorsorgeIn Zeiten des demographischen Wandels ist die sprichwörtliche Sicherheit der gesetzlichen Renten in Gefahr. Wer finanziell abgesichert in den Ruhestand gehen will, muss deshalb zusätzliche Maßnahmen zur Altersvorsorge treffen. Die betriebliche Rente kann ein wichtiger Pfeiler in der Altersvorsorge sein.

Um alle Formalit√§ten rund um die Betriebsrente k√ľmmert sich der Arbeitgeber. Er f√ľhrt auch die Beitr√§ge f√ľr die Versicherung ab. Zudem helfen viele Unternehmen durch ihre Beitragszahlungen mit, Verm√∂gen f√ľr das Alter aufzubauen. Unterst√ľtzt wird die Betriebsrente auch durch den Staat, der Zulagen und Steuervorteile gew√§hrt. Bis zu einem Betrag von derzeit 2640 Euro pro Jahr fallen auf den umgewandelten Teil keine Beitr√§ge f√ľr die Sozialversicherung oder Steuer an, da dieser von der Abgabenbelastung abgezogen wurde. Der Arbeitnehmer zahlt also brutto mehr in die bAV ein, als es ihn netto letztendlich kostet. Zus√§tzlich k√∂nnen weitere 1800 Euro steuerfrei f√ľr die Betriebsrente angespart werden.

F√ľr Arbeitgeber bietet die betriebliche Altersversorgung zudem eine gute M√∂glichkeit, Mitarbeiter zu binden und zu motivieren. Au√üerdem kann er Lohnnebenkosten sparen. L√§uft die betriebliche Altersvorsorge √ľber ein Versicherungsunternehmen oder eine Pensionskasse schaltet der Betrieb √ľberdies das Risiko der Rentenfinanzierung komplett aus.

Welche Nachteile hat eine betriebliche Altersvorsorge?

Die Beitr√§ge f√ľr die betriebliche Altersvorsorge werden direkt vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgezogen. Durch das niedrigere Bruttogehalt zahlt der Arbeitnehmer weniger Steuern und Sozialabgaben. Damit sinken allerdings auch die Anspr√ľche an die gesetzliche Rentenversicherung. Jeder Arbeitnehmer sollte errechnen, ob sich die Einbu√üen durch die betriebliche Rente unterm Strich lohnen. Da auch die Beitr√§ge zur Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung anhand des Bruttolohns berechnet werden, kann eine Minderung des Bruttos zu geringeren Leistungen aus den Sozialsystemen zur Folge haben.

Zwar m√ľssen die Einzahlungen f√ľr die betriebliche Rente nicht versteuert werden, die ausgezahlte Rente aber schon. Auf die Betriebsrente muss der volle Beitrag an Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.